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Schiff Ahoi! Die Linthfähre legt erstmals ab

Schiff Ahoi! Die Linthfähre legt erstmals ab

Bilderbuchwetter begleitete die Testfahrt der Linthfähre. Bald kommen Wandervögel in den Genuss der abenteuerlichen Überfahrt.

Südostschweiz
vor 1 Woche in
Aus dem Leben
Land in Sicht: Die Schmerkner Pontoniere sorgen für eine sichere Überfahrt über die Linth.
Gabi Corvi

von Gabi Corvi

Mit Schwimmwesten ausgerüstet nahmen sie gut gelaunt Platz im Boot der Pontoniere: Félix Brunschwiler, Schmerkner Gemeindepräsident, Peter Göldi, Geschäftsführer Region Zürichsee-Linth und Agglo Obersee, und Ralph Jud, Stellvertretender Linthingenieur. Die «Offiziellen» hatten die Ehre, die erste Überfahrt der Linthfähre zu erleben. Es dauerte nur wenige Augenblicke bis das Boot – geführt an einem Seil, durch die Strömung fortbewegt und gelenkt durch den erfahrenen Fahrleiter Clemens Müller und Helfer Ramon Wespe – gekonnt ans andere Ufer übersetzte.

«Keine grosse Sache» dachten wohl die Zaungäste, die an diesem schönen Samstagnachmittag an der Linth spazierten. Doch für die Initianten und die Leute des Betreibervereins war der Testlauf ein wichtiger Meilenstein im Projektablauf. Sarah Loffredo, Präsidentin von «Regionale Identität Obersee-Linth» informierte: «Dieser Testtag sollte uns Aufschluss darüber geben, ob die Fährstelle hier in der Gross-Allmeind in Schmerikon taugt und die Fähre nach unseren Vorstellungen übersetzen kann.»

Die sichtbar reibungslose Fahrt und das begeisterte Winken der Passagiere von der Tuggner Seite aus bestätigten den Macherinnen und Machern, dass sich die Arbeit der vergangenen Monate ausbezahlt hatte. Noch fehlen das eigene Boot und die Bewilligung für die Erstellung der Anlage – auch der Steg über den Linthhintergraben auf Schwyzer Seite muss noch realisiert werden. «Doch im Sommer 2022 geht es definitiv los!», sagte Christian Petri, Präsident des «Gemeinnütziger Verein Linthfähre». Dann wird die Fähre zwei- und vierbeinige Passagiere sicher übers Wasser führen – kostenlos.

Fährmänner und Fährfrauen gesucht

Was die Pontoniere am Testtag mit der provisorischen Anlage bewerkstelligten, nämlich das Handling des Seils und das Führen des Bootes, werden nach der offiziellen Eröffnung dann freiwillige Kapitäne und Kapitäninnen übernehmen. Dann jedoch mit einem ausgestatteten Fährboot, inklusive bedienerfreundlichem fixen Steuerruder und Schwenkhebel, der die Fahrtrichtung definiert.

Die Linthfähre werde für neun Passagiere ausgelegt und rund sieben Meter lang und zwei Meter breit sein, informierte Präsident Petri. Der Bau der Fähre soll in einer Schweizer Schiffswerft erfolgen. Dass das einen rechten Batzen Geld kostet und auch die Realisierung der Anlage für die sogenannte Gierseilfähre nicht gratis ist, ist klar. Die beiden Vereine freuen sich deshalb, wenn neben den bisherigen Geldgebern weitere Sponsoren dazustossen.

Mit der Fähre rücken nun also die Kantone Schwyz und St. Gallen für die Begeher des Oberseerundweges näher zusammen. Sie müssen – an Betriebstagen – keinen Umweg mehr über die Grynau machen.

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