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Die Stadt Chur bewegt sich

Die Stadt Chur bewegt sich

Während des ganzen Monats Mai findet in Chur die Aktion «Gesund trotz(t) Corona» statt. Kostenlos kann die Bevölkerung an verschiedenen Fitnessangeboten teilnehmen.

Südostschweiz
vor 3 Tagen in
Aus dem Leben
Unter anderem finden die Sportangebote in der Churer Altstadt auf dem Arcas statt.
PRESSEBILD

Der Churer Stadtrat hat den Bewegungsmonat Mai nach dem Motto «Gesund trotz(t) Corona» ins Leben gerufen. Während des ganzen Monats verwandelt sich die Stadt in ein grosses Fitnesscenter. An verschiedenen Plätzen in Chur stehen der Bevölkerung kostenlos über 20 Fitnessangebote zur Verfügung.

 

Spass haben beim Bewegen 

«Wir haben auf verschiedenen Ebenen festgestellt, dass in der Bevölkerung eine gewisse Müdigkeit vorhanden ist und sich verschiedene Bevölkerungsgruppen zurückziehen», erklärte Patrik Degiacomi, Churer Stadtrat, im Interview mit Radio Südostschweiz.

Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen will Degiacomi mit der Aktion dem Coronakoller entgegenwirken und positive Stimmung verbreiten. Im April veranstaltet der Stadtrat bereits eine andere Aktion, bei der Blumen verschenkt worden sind. Nun steht im Mai die Bewegung im Vordergrund. «Wir wollen die Menschen animieren, sich zu bewegen, auch in der Gemeinschaft», so Degiacomi.

Outdoor an verschiedenen Plätzen

Die Fitnessangebote sind gratis. Mitmachen kann grundsätzlich jede und jeder. «Alle, die sich in Chur aufhalten, hier arbeiten oder leben, dürfen gerne mitmachen», so Degiagomi. Um dabei zu sein, müssten sich Interessierte online anmelden, dies sei in Bezug auf die Coronmassnahmen wichtig. «Wir halten uns an die geltenden Massnahmen, wollen der Bevölkerung aber auch zeigen, dass vieles möglich ist und man sich bewegen kann, ohne sich dabei Sorgen zu machen», erklärte Degiacomi.

Drei Mal am Tag, morgens um 9 Uhr, mittags um 12.15 Uhr und abends um 18 Uhr, finden die kostenlosen Fitnessangebote wie Bootcamp, Yoga, Zumba oder Tai Chi verteilt in Chur statt. Unter anderem auf dem Arcas, auf dem Pausenplatz des Rheinschulhauses oder auf dem Spielplatz Haldenstein. «Wir haben geschaut, dass wir die Angebote möglichst gut verteilen», so der Stadtrat. Falls das Wetter nicht mitspiele und die Sporteinheit abgesagt werden müsse, würden die Teilnehmenden per SMS oder E-Mail informiert werden.

Nach dem Motto "Gesund trotz(t) Corona" wirkt der Churer Stadtrat mit dem Bewegungsmonat Mai dem Corona-Koller entgegen....

Gepostet von Stadt Chur am Dienstag, 27. April 2021

Geleitet werden die geplanten Sporteinheiten von Fitnesszentren sowie privaten Fitnessinstruktorinnen und -instruktoren aus der Umgebung. «Das war für uns ein wichtiger Punkt. Denn auch die Fitnesscenter und Fitnesslehrerinnen und -Lehrer haben in der Krise gelitten. Daher wollten wir unbedingt mit ihnen zusammenarbeiten.» Für die Zentren und Instruktorinnen und Instruktoren sei es auch eine gute Gelegenheit, Werbung für ihre Sportarten zu machen.

Stadtrat schwitzt mit 

Auch Degiacomi selbst hat sich schon bei verschiedenen Angeboten angemeldet. Er sei seine Agenda durchgegangen und habe sich dann bei den Sportarten angemeldet, die in seine freien Zeitfenster gepasst hätten. «Ich habe mich also überraschen lassen, gesteuert von meiner Agenda», sagte er und fügte an: «Das Lässige ist, mal etwas auszuprobieren, das ich nicht kenne.»

Ob  auch die anderen Stadtratsmitglieder bei Yoga und Co. anzutreffen sind, weiss Degiacomi nicht mit Sicherheit. Er wäre aber nicht überrascht, wenn sie sich auch angemeldet hätten. «Bei Urs Marti habe ich ein Funkeln in den Augen gesehen, als ich das Programm vorgestellt habe.» Grundsätzlich sei es aber so, dass während der Monate April, Mai und Juni jeweils eine Aktion im Fokus stehe, für die ein Departement verantwortlich sei. So war bei der Blumenaktion im April Sandra Maissen vor Ort. «Jetzt bin ich es und ich gehe davon aus, dass Urs Marti dann bei der Aktion im Juni auch dabei sein wird», ergänzte Degiacomi.

Unter welchem Motto der Juni steht, verrät Degiacomi nicht. «Diese Katze kann ich noch nicht aus dem Sack lassen. Den Überraschungsmoment möchte ich Urs Marti gönnen.» Dass in Zukunft wieder einmal ein Bewegungsmonat in Chur stattfindet, schliesst Degiacomi übrigens nicht aus. «Bei der Planung entstand eine solche Dynamik, dass ich eher überrascht wäre, wenn es nichts mehr geben würde.» Der Stadtrat kann sich auch vorstellen, dass die Fitnesszentren und Instruktorinnen und Instruktoren aus eigener Initiative eine weitere Aktion starten. «Ähnlich wie es den langen Samstag in der Kultur gibt, gibt es neu dann vielleicht einen langen Monat der Bewegung», so Degiacomi.

Zusätzliche Aktion 

Nebst den Fitnessangeboten, die während dem Mai angeboten werden, macht die Stadt Chur auch beim «Coop Gemeinde Duell» von Schweiz Bewegt mit. Gesucht werden die bewegtesten Gemeinden der Schweiz. «Die Idee ist, dass sich die Bevölkerung bewusst bewegt und beispielsweise anstelle des Lifts die Treppe nutz. Mit jeder Bewegung werden sogenannte Bewegungsminuten gesammelt», erklärt Degiacomi. Wer mitmachen wolle, müsse sich die «Coop Gemeinde Duell-App» hinunterladen.

Grundsätzlich gilt: Alle sportlichen Aktivitäten können gezählt werden. Joggen, Yoga, Home-Fitness, Velofahren, Inlineskaten, Reiten, Spazieren und vieles mehr, wie es in der App-Beschreibung heisst. Mehr zu den Spielregeln ist auf www.coopgemeindeduell.ch/app-de zu finden.

«Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Churerrinnen und Churer die App downloaden und Bewegungsminuten sammeln, sodass die Stadt Chur den Titel als eine der bewegtesten Gemeinden der Schweiz gewinnt», so Degiacomi. (scj/paa)

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SO schreibt:
«Wir haben auf verschiedenen Ebenen festgestellt, dass in der Bevölkerung eine gewisse Müdigkeit vorhanden ist und sich verschiedene Bevölkerungsgruppen zurückziehen», erklärte Patrik Degiacomi, Churer Stadtrat.
Ich schreibe:
Ja, Herr Stadtrat, bloss kommt diese Müdigkeit aus meiner Sicht von der "Alternativlosen Gesellschaft", wo Essentials ignoriert oder gebodigt werden, und zwar betrifft dieses Phänomen natürlich zuerst die Schwächeren, die weniger Wehrhaften, wie Chronischkranke, die Arten, das Klima etc. etc. Hilferufe sind in den Wind gesprochen, so erlebe nicht nur ich es.
Hingegen Aktionen wie hier von der Stadt Chur (oder vor einigen Jahren vom Kanton, wo Senioren zum Halbpreis-ÖV reisen durften, wenn sie zu zweit sind, zwecks Spazieren) richten sich an Menschen, die eh fit bis sehr fit sind, (wenn ich nur schon die obigen zwei Fotos der "Sportler" auf dem Arcas betrachte).
Das finde ich falsch, weil, das hilft denjenigen, die es am nötigsten hätten, null. Es hilft physiologisch nur, wenn man sich entsprechend dem momentanen Körperstatus betätigt, und sanft, allmählich (vgl. Dr. med. Kenneth Cooper). Zudem gilt der Grundsatz: öfter und weniger, statt selten und viel.
Wie man diese Naturgesetze anwendet, beschreibe ich im Edental.
Herr Stadtrat, Sie meinen es wohl gut (auch mit den Fitnessstudiobetreibern), aber ich finde, das Ross ist falsch aufgezäumt, so wird das nichts – wie viele Leute und welche (die eh Fitten) machen bei obigem Programm mit, und wie lange???
Das Ganze wirkt auf mich eh sehr mühsam, bemühend; wie zur Bestätigung des Testimonials (statt von George Clooney über Kaffee): «Bei Urs Marti habe ich ein Funkeln in den Augen gesehen, als ich das Programm vorgestellt habe.» Meine Güte, wie bemühend finde ich das denn, abgesehen von der Tatsache, dass es sich beim Stapi quasi um einen Leistungssportler handelt, nicht nur punkto Pumpilauf (tja, wer kann schon 100 Kilometer laufen, der Ottonormalbürger kann die bloss fahren, pro Stunde, mindestens: https://www.suedostschweiz.ch/zeitung/urs-marti ).
Mein Appell an die Stadt: Bitte schaffen Sie gesundes Wohnen (wie von mir beschrieben und gemäss grossem Referenzenfundus), das ist nämlich die Voraussetzung für die weiteren Ebenen der Gesundheit und Gesunderhaltung outdoor.