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Noch liegen einige lose Steine oberhalb von Felsberg

Noch liegen einige lose Steine oberhalb von Felsberg

20'000 bis 30'000 Kubikmeter Gestein haben sich am Donnerstagmorgen oberhalb Felsberg gelöst. Die Behörden vermuten weitere kleinere Nachstürze.

Benjamin
Repolusk
vor 7 Monaten in
Aus dem Leben
Felssturz in Felsberg
Die Behörden vermuten weitere kleinere Nachstürze.
Philipp Baer / PHILIPP BAER

Noch am selben Tag des Felssturzes hatten die Behörden von Felsberg Aufklärungsflüge angeordnet. Zunächst mit Drohnen, dann am Nachmittag – als sich der Nebel verzogen hatte – mit dem Helikopter. Auch am Freitag flog ein Trupp von Spezialisten nochmals zu der Stelle, an der sich der Felssturz gelöst hatte, wie Matthias Kalberer vom Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) gegenüber TV Südostschweiz sagte. Die Fachleute hätten Anpassungen am Messsystem vorgenommen, etwa zusätzliche Reflektoren zur Überwachung montiert.

20'000 bis 30'000 Kubikmeter Gestein seien am Donnerstag heruntergekommen. Diese hätten sich «sauber gelöst», einige freigesetzte Steine würden aber immer noch oben liegen, so Kalberer weiter. «Einige grössere Blöcke werden sich in der nächsten Zeit wohl noch lösen.» Das AWN rechnet mit Nachstürzen von etwa 5000 bis 10'000 Kubikmetern. Die Sperrung des Gebiets unter dem Hang wird somit aufrechterhalten. Für die Wohngebiete hingegen hat es inzwischen Entwarnung gegeben, wie Kalberer sagte. Drei Häuser nahe der Gefahrenzone waren am Donnerstag evakuiert worden. Der grösste Teil der Felsbrocken blieb gemäss Kalberer am unteren Hang respektive hinter dem Schutzwald liegen. Der Felssplitter, der in eine Hausfassade gedonnert war, macht somit nur ein Hunderttausendstel der gesamten Masse aus.

Lange Geschichte

Die Felsstürze in der Gemeinde haben eine lange Geschichte und sind seit 200 Jahren gut dokumentiert. «Felsstürze gibts in Felsberg, seit es Felsberg gibt.» So donnerten im Sommer 2002 etwa 300'000 Kubikmeter Gesteinsmaterial zu Tal, also mehr als das Zehnfache des Felssturzes vom Donnerstag.

Die Felsstürze von 1843 waren für die Gründung des Neudorfes ausschlaggebend gewesen. Riesige Felsbrocken stürzten damals in einer Septembernacht Richtung Dorf, ohne jedoch nennenswerten Schaden anzurichten.

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