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Der Samichlaus empfängt im Wald

Der Samichlaus empfängt im Wald

In Glarus Nord kann der Samichlaus nicht auf Hausbesuch kommen. Die Familien besuchen ihn dafür im Wald.

Fridolin
Rast
vor 2 Monaten in
Aus dem Leben
Für einmal umgekehrt: In Glarus Nord besuchen die Kinder den Samichlaus und den Schmutzli im Wald. Bild: Sasi Subramaniam

Das Coronavirus hat manchen Familien einen Strich durch die Rechnung gemacht und hat Kinder enttäuscht. Denn der Samichlaus kommt heuer nicht auf Hausbesuch. Die Gemeinde Glarus Nord war da wegen der Ansteckungsgefahr kategorisch dagegen, wie der Samichlaus den «Glarner Nachrichten» erzählt. Als sie das erfahren haben, haben der Samichlaus und der Schmutzli vom Baschliberg nachgedacht. Und dafür die Kinder und ihre Familien zu sich in den Wald eingeladen.

Beim Feuer im Wald

In Mollis hat der Samichlaus mit den Eltern und den Kindern einen Treffpunkt abgemacht. «Die Eltern haben mir Wunschdatum und -zeit angegeben», erzählt er. Dort treffen die Familien den Schmutzli und der begleitet sie zum Samichlaus. Am Weg leuchten Fackeln, der Samichlaus wartet an einem warm leuchtenden Feuer.

Die Kinder empfängt der Samichlaus mit warmem Herzen: «Ich lobe sie für das, was sie gut machen unter dem Jahr – und ich ermuntere sie zu einem Punkt, bei dem sie etwas verbessern können», sagt er. Dann fragt sie der Samichlaus, ob sie auch ein Sprüchlein aufsagen oder ein Lied singen mögen. Darauf bekommen die Kinder einen Sack, den seine Gehilfen vorher selber eingepackt haben. Und bald einmal begleitet der Schmutzli die nächste Familie zur Feuerstelle im Wald – damit auch möglichst alle Kinder den Samichlaus sehen können. Freie Termine hat er keine mehr, sagt der Schmutzli.

Ein wenig unsicherer

Den Kindern, den Eltern und ihm habe es gut gefallen am ersten Abend, erzählt der Samichlaus weiter: «Es hat super gepasst und alle waren bei der Sache.» Vielleicht, dass sich die Kinder etwas weniger wohl fühlten als zuhause in der gewohnten Umgebung. «Für den Schmutzli und mich waren die Lieder und Sprüche sehr stimmig», sagt der Chlaus: «Und die Familien sind mit einem zufriedenen Ausdruck wieder heim gegangen.»

Dem Samichlaus gefällt es sowieso im Wald. Dabei ist das auch noch gesund. Er habe warm in seinem roten Mantel, und nicht heiss und kalt beim Wechsel von Haus zu Haus, erzählt der Samichlaus. Und er erklärt: «Ich glaube, dass wir den Besuch beim Samichlaus auch nächstes Jahr anbieten könnten.» Etwa 60 Kinder seien mit ihren Eltern zu ihm in den Wald gekommen, während er letztes Jahr etwa 100 besucht hat. «Wir haben schon etwas mehr organisieren müssen», sagt der Samichlaus. «Aber wir haben dann auch etwas Superschönes erlebt zusammen.»

«Es sind schon weniger als letztes Jahr bei den Hausbesuchen», bedauert der Samichlaus. Nach dem letzten Besuch hat er mit dem Schmutzli noch einen Moment am Feuer gesessen.

In Niederurnen wartet er

Seit gestern Freitag und noch bis Dienstag kommt der Samichlaus auch nach Niederurnen, wo er Kinder und Eltern beim Pfadiheim empfängt. Und zwar schon lange, seit 1998.

Nur auf den Einzug vom Baschliberg nach Mollis mit etwa 400 bis 450 Kindergarten- und Schulkindern haben alle verzichten müssen. Denn der Samichlaus erklärt: «Zusammen mit ihren Eltern oder Grosseltern wären es fast 1500 Leute geworden.» So eine grosse Menschenmenge, das ist halt dieses Jahr nicht erlaubt – und auch das kommt vom Coronavirus.

Hier ist der Chlaus auch auf Hausbesuch

In Glarus Süd hat der Samichlaus einen Weg anderen Weg gefunden. Er sagt: «Der Schmutzli und ich, wir machen Hausbesuche, wenn wir den Abstand zu den Eltern und den Kindern einhalten können.» Noch besser gefällt es ihm, wenn die Familien die Beiden einladen und im Garten an einem Feuer empfangen. Den Wunsch, dass der Samichlaus kommt, haben nämlich auch dieses Jahr viele. Das freut ihn und den Schmutzli, und er kommt in Glarus Süd heute und am Sonntag auf Besuch. Aber nur zu denen, die sich bereits früher angemeldet haben, bedauert er: «Samichlaus und Schmutzli sind ausgebucht.»

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