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Wieso feiern wir das, was wir feiern?

Wieso feiern wir das, was wir feiern?

Weihnachten steht vor der Tür. In einem Monat beginnt die Adventszeit. Und pünktlich vor dem Fest kommen auch wieder viele verschiedene Traditionen in Bündner Haushalte. Wir haben vier von ihnen genauer unter die Lupe genommen.

Anna
Panier
vor 3 Monaten in
Aus dem Leben
Rund um das Weihnachtsfest gibt es verschiedene Traditionen, die für viele Menschen von Bedeutung sind.
UNSPLASH

Dass die Tage rund um Weihnachten nicht grundlos als Festtage bezeichnet werden, das ist wohl allen Menschen rund um den Globus klar. Aber was oder wen feiern wir denn eigentlich? Ist es wirklich ein religiöses Fest? Und wieso stellen wir überhaupt  einen Christbaum auf und schmücken ihn auch noch?

Wieso hatte ausserdem ein Adventskranz früher 19 Kerzen und heute noch vier? Und was haben Waisenkindern mit dem Kranz zu tun? Und ist das Schenken an Weihnachten aus rein kommerziellen Zwecken entstanden oder steckt doch noch ein Funken Bedeutung dahinter? Wir haben uns mit diesen Fragen auseinandergesetzt und in den Weiten des Internets nach Antworten gesucht.

Achtung: Selbstverständlich sind wir uns bewusst, dass hinter den Bräuchen oft verschiedene Geschichten stecken und persönliche Bedeutungen damit verbunden werden – das ist auch gut so. Jede und jeder soll die Traditionen und Weihnachten so feiern, wie sie oder er es möchte.

Wir präsentieren Euch nun ein paar spannende Fakten rund um diese vier Weihnachtstraditionen:

BILD: UNSPLASH / BEARBEITUNG: SUEDOSTSCHWEIZ.CH

Weihnachten gilt heutzutage als das Fest der Liebe, an dem die Geburt von Jesus Christus gefeiert wird. Lange Zeit wurde das Fest aber im Christentum gar nicht gefeiert. Daher geht man davon aus, dass der Ursprung von Weihnachten auf das Fest der Sonnenwende zurückzuführen ist. Die Ägypter beispielsweise feierten am 21. Dezember ihre Sonnengötter. Die Römer wiederum am 25. Dezember. Das Sonnenwendfest wurde dann jedoch im Christentum verboten, da es als heidnischer Brauch galt – ohne Erfolg.

Die Menschen wollten auf den Brauch nicht verzichten. Die Kirche entschied sich dann, das Fest mit Jesus zu verbinden. Wodurch der Geburtstag von Jesus und nicht mehr die Sonnenwende gefeiert wurde. Bis heute ist aber unklar, an welchem Tag Jesus wirklich geboren wurde. Symbolisch wird aber am 25. Dezember die Geburt des Christkinds gefeiert. Der 26. Dezember gilt übrigens nur in manchen Ländern als zweiter Weihnachtsfeiertag.

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Der Adventskranz besteht aus vier Kerzen, die im Laufe der Adventszeit immer am Adventssonntag nacheinander angezündet werden. Die Ursprünge der Tradition gehen zurück ins 19. Jahrhundert. Damals leitete Johan Hinrich Wichern eine Stiftung für die Betreuung von Kindern. In der Adventszeit fragten die Kinder im Waisenhaus «Rauen Haus» in Hamburg immer wieder, wann denn Weihnachten ist.

Darum bastelte Wichern einen Adventskranz. Dieser hatte 19 Kerzen. Jeden Tag wurde eine Neue angezündet und die Kinder konnten so sehen, wie lange es noch dauert, bis Weihnachten ansteht. Einige Jahre später wurde der Kranz auch von evangelischen Kirchen und Privathäusern genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand man den Kranz in aller Welt und in verschiedensten Formen. Als Gemeinsamkeit entwickelte sich dann die Anzahl der Kerzen. Denn aus 19 Kerzen wurden vier, immer eine mehr für jeden Adventssonntag. Dies ist wahrscheinlich mehr praktischen Ursprungs, denn bei 19 Kerzen wäre der Kranz mehrere Meter gross geblieben. Im «Rauhen Haus», das noch immer existiert, gibt es aber tatsächlich noch einen solch riesigen Kranz.

BILD: UNSPLASH / BEARBEITUNG: SUEDOSTSCHWEIZ.CH

Meist wird an Weihnachten ein geschmückter Tannenbaum an öffentlichen Plätzen oder in den eigenen vier Wänden aufgestellt. Der Baum wird festlich mit Christbaumkugeln, Lichterketten, Kerzen, Lametta und vielem mehr geschmückt. Laut verschiedenen Quellen verbreitete sich der Brauch des geschmückten Weihnachtsbaums im 19. Jahrhundert in Europa. Jedoch ist die Bedeutung nicht auf ein historisches Ereignis zurückzuführen. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass verschiedene Kulturen mit dem Brauch in Verbindung stehen.

Unter anderem etwa die Römer, welche Lorbeerzweige zum Jahreswechsel an ihren Häusern befestigten. Auch bei unseren Nachbarn im französischen Strassburg gab es schon früh Erwähnungen von Weihnachtsbäumen. Ab dem 18. Jahrhundert wurde der Weihnachtsbaum immer bekannter. Durch Zufälle und Auswanderer verbreitete sich der Brauch von Deutschland aus über die ganze Welt. Nebst des geschmückten Baums wird auch die Farbe Grün oft in Verbindung mit Weihnachten und Neujahr gebracht. Grün wurde schon früher als Farbe der Fruchtbarkeit, Lebenskraft und Hoffnung sowie Neubeginn angesehen, was von der Bedeutung her zum Jahreswechsel passt.

BILD: UNSPLASH / BEARBEITUNG: SUEDOSTSCHWEIZ.CH

Viele Menschen beschenken an Weihnachten ihre Liebsten. Besonders Kinder freuen sich über die Bescherung. Oft wird aber noch in der letzten Minute ein passendes Geschenk gesucht oder auf den guten alten Gutschein gesetzt. Aber woher stammt der Brauch, an Weihnachten Geschenke zu verteilen? Die allgemeine Bedeutung des Schenkens geht weit zurück. Schon bei den Römern war es üblich, dass das Volk dem Staat im Winter Geschenke überreichte. Auch heidnische Völker nutzten Geschenke, um Wettergötter zur Wintersonnenwende zu beschwichtigen.

Das Schenken an Weihnachten ist aber auch eng mit dem Brauch des Heiligen Nikolaus verbunden, der den Kindern kleine Gaben brachte. Martin Luther setzte sich im 16. Jahrhundert dann jedoch für die Ansichten der Protestanten ein und ersetzte den Nikolaus durch den Heiligen Christ, welcher sich im Sprachgebrauch zum Christkind entwickelte. Heutzutage gelten die Geschenke oft auch als Zeichen der Liebe und als Dank an besondere Menschen.

Traditionen entstehen durch Menschen

Aber ob mit Weihnachtsbaum, Adventskranz oder Geschenken – Weihnachten wird doch vor allem durch die Zeit mit den Liebsten zu etwas Besonderem. Und so entstehen oft auch ganz eigene Traditionen, die dann über Generationen hinweg alljährlich zur Weihnachtszeit wiederbelebt werden.

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