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Nun zeigt der Kanton auch Quarantäne-Zahlen

Jeweils dienstags veröffentlicht der Kanton Glarus neu eine Übersicht zur Entwicklung der Coronavirus-Situation. Dazu gehören nun auch Zahlen zu den Menschen in Quarantäne. Sie haben mit Covid-19-Kranken Kontakt gehabt oder sind aus Risikogebieten zurückgekommen.

Claudia
Kock Marti
Mittwoch, 29. Juli 2020, 04:30 Uhr 61 Personen in Quarantäne
61 Menschen sind derzeit im Kanton Glarus in Quarantäne.
ARCHIV

Am 6. Juli begab sich die erste Person nach einer Auslandsreise in Quarantäne, wie die unten abgebildete Grafik zeigt. Denn auf Anweisung des Bundesamtes für Gesundheit und des kantonsärztlichen Dienstes müssen sich Menschen, die aus Gebieten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in die Schweiz einreisen, innerhalb von zwei Tagen beim Kanton melden und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Am 24. Juli beispielsweise waren dies 71 Personen (plus elf Kontaktpersonen) und letzten Montag noch 55 (plus sechs Kontaktpersonen), wie die Grafik aufzeigt. Bis zum Ende der Sommerferien werde die Anzahl wieder ansteigen, erwartet Roland Wermelinger, Mediensprecher des Kantons.

Aktuell werden vom Bundesamt für Gesundheit über 40 Länder oder Gebiete auf der Liste mit erhöhtem Infektionsrisiko geführt. Die Einreisenden, die sich im Kanton Glarus in Quarantäne befinden oder befunden haben, sind laut Nachfrage vor allem aus dem Westbalkan; also Kosovo, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien. Vereinzelte kommen auch aus den USA, Kolumbien und Schweden.

Kanton schaltet neue Übersicht auf

Auf seiner Webseite (www.gl.ch/coronavirus) veröffentlichte der Kanton bisher jeweils die aktuellen Fallzahlen. Laut gestrigem Update gibt es 138 bestätigte Coronafälle, worin die Anzahl Genesener inbegriffen ist. Eine Person befindet sich zurzeit in Spitalpflege. Seit dem Ausbruch des Virus sind 13 Menschen im Kanton Glarus an Covvid-19 gestorben.

Wie die Regierung nun gestern mitteilte, veröffentlicht der Kanton Glarus neu jeweils dienstags zusätzlich auf der genannten Webseite eine besondere Übersicht. Sie gibt auch über die Anzahl Menschen in Quarantäne sowie die Anzahl aktiver Corona-Fälle Auskunft. Dieser sogenannte Sentinellabericht enthält für jeden Tag folgende Informationen:

Personen in Isolation, also die Anzahl aktiver Covid-19-Fälle;

Kontaktpersonen in Quarantäne, also Personen, die mit einer am Coronavirus erkrankten Person in engem Kontakt standen;

Einreisende in Quarantäne. Das sind Personen, die sich in einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko aufgehalten haben und nach ihrer Einreise in Quarantäne müssen;

Anzahl Telefonate in ausgewählten Arztpraxen betreffend Coronavirus;

Anzahl negative und positive Covid-19-Tests. In den letzten zwei Wochen fielen von 216 Tests sieben positiv aus, wie den jüngsten Zahlen zu entnehmen ist. Laut Wermelinger fallen durchschnittlich rund 98 Prozent der Tests negativ und zwei Prozent positiv aus, wobei diese Quote grundsätzlich aber nicht viel aussagt. Denn mit 138 Fällen auf 40 000 Einwohner wurde erst ein geringer Anteil der Kantonsbevölkerung positiv getestet. Wie hoch die Dunkelziffer sei, könne nicht abgeschätzt werden.

Quarantäne wird kontrolliert

«Die Quarantäne ist nicht freiwillig, sondern zwingend», betont Wermelinger. Die Einhaltung der Isolation und Quarantäne werde auch stichprobenartig durch die Kantonspolizei kontrolliert. Die Kontrollen seien wichtig. Wobei die die Polizei bei Nichteinhaltung der Quarantäne auch Bussen aussprechen könne.

Wichtig ist aber auch, dass die Rückreisenden gut über ihre Pflichten informiert sind. Ab Montag wird der Kanton deswegen eine Infokampagne in Spanisch, Portugiesisch, Albanisch, Bosnisch-serbisch, Mazedonisch und Russisch starten. Die Whatsapp/SMS-Kampagne, die laut Wermelinger bereits während des Lockdowns erfolgreich durchgeführt wurde, setzt auf kurze Informationen, die über bestehende Netzwerke aus der Schulsozialarbeit, Migration und Integration an bekannte Personen gesendet und von diesen möglichst weitergeleitet werden sollen. Aufmerksam gemacht werden Glarner Einreisende darin, wie und wo sie sich nach der Rückkehr aus einem Risikoland beim Contact Tracing Team des Kantons Glarus melden sollen.

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