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Gute Besucherzahlen, aber nur wenige neue Filme

Badis, Tierparks und auch die Kinos konnten nach langer Zeit am 6. Juni wieder öffnen. In den Bündner Kinos sind die Besucher zwar zurück, doch die geringe Anzahl neuer Filme und die Schutzmassnahmen stellen für die Betreiber grosse Herausforderungen dar.

Mittwoch, 24. Juni 2020, 08:44 Uhr Kinos in Graubünden
Die Kundschaft des Kino Rätia in Thusis ist froh, dass das Kino wieder offen ist.
PIXABAY

Wer kennt das Ambiente im Kino schon nicht? Die Lichter werden langsam gedimmt, Gespräche verstummen und ausser dem Rascheln von Popcorntüten ist nichts mehr zu hören. Gespannt wartet man darauf, dass die Leinwand erleuchtet, und sinkt noch tiefer in den roten Kinosessel. Was die Besucher trotz der Streamingplattformen wie Netflix oder Sky Show in die Kinos lockt, ist eben dieses Ambiente. Doch genau wie alle anderen öffentlichen Angebote, wo sich viele Menschen versammeln, mussten auch die Kinos fast drei Monate lang ihre Türen schliessen. Der Lichtblick sowohl für die Betreiber als auch für die Besucher war mit der Wiederöffnung der 6. Juni.

Treue Kundschaft und keine Pausen

Wie vor Coronazeiten ist es jedoch noch nicht und Schutzmassnahmen führen eine Veränderung herbei. Dennoch ist die treue Kundschaft froh, dass das Kino wieder geöffnet hat, wie Thomas Keller, Geschäftsleitungsmitglied des Kinos Rätia in Thusis sagt. Eine grosse Veränderung im Kino Rätia sei es, dass nur ein Drittel der Sitzplätze besetzt werden könne und es keine Pause gebe. «Das Foyer ist zu klein, um die Abstandsregeln einzuhalten. Deswegen dürfen sich die Leute da nicht aufhalten und müssen direkt in den Saal», sagt Keller. Nachdem der Film fertig ist, würden die Besucher den Saal durch eine Seitentüre verlassen. «Es ist ein Durchlauf sozusagen», sagt Keller. Ausserdem könne der Barbetrieb nicht angeboten werden. Auch was die die Sitzordnung anbelangt, gibt es strenge Regeln: «Jede zweite Reihe wird nicht besetzt und neben jeder Gruppe ist der linke und rechte Sitz frei», erklärt Keller. Trotz der vielen Veränderungen sei auffällig, dass viele das Kino vermisst hätten.

Fehlende Filme ist grösste Herausforderung

Auch im the Hideway Cinema in Flims wird neben jeder Gruppe, jedem Paar oder jeder Einzelperson der linke und rechte Sitz frei gelassen. Ausserdem werden die Kontaktdaten der Besucher für die Rückverfolgung aufgenommen, wie Hannes Ingold, Direktor des Hotel the Hide, welches das Kino betreibt, sagt. Bei schlechtem Wetter seien die Besucherzahlen im Kino wie vor Coronazeiten. Doch die grosse Herausforderung ist laut Ingold nicht die Umsetzung der Schutzmassnahmen, sondern das limitierte Angebot der Filmindustrie. «Die Filmindustrie konnte in der Coronazeit keine Filme drehen und daher ist das Angebot an neuen Filmen sehr limitiert», sagt Ingold. So wurde beispielsweise das Erscheinungsdatum des neuen James-Bond-Filmes verschoben. «Wir versuchen dennoch ein Programm zusammenzustellen, das die Besucher interessiert», sagt Ingold.

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