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Ein warmes Nest für die Pioniere der Neuzeit

Für junge Unternehmen in der Südostschweiz tut sich eine interessante Werbemöglichkeit auf. Somedia gründet das «PionierNest», mit dem die Nutzung des umfangreichsten Medienangebots der Region winkt.

Hans Peter
Putzi
Dienstag, 16. Juni 2020, 04:30 Uhr Förderungsprogramm der Somedia
Somedia-CEO Thomas Kundert: «Sind wir überzeugt vom Geschäftsmodell, sind wir bereit, Leistungen zu sprechen, bevor weitere Investoren solche garantieren.»
OLIVIA AEBLI-ITEM

Somedia lanciert mit dem «PionierNest» ein Förderprogramm für Start-ups mit innovativem Geschäftsmodell. Im Zentrum steht gemäss Somedia-CEO Thomas Kundert die Unterstützung junger Betriebe mit kostenlosem Mediavolumen. Konkret wird den als förderungswürdig eingestuften Start-ups «die Möglichkeit geboten, ihre Produkte oder Dienstleistungen bei 340 000 Menschen in der Südostschweiz bekannt zu machen», so Kundert.

Der Weg, mit dem die grosse Zahl potenzieller Kunden erreicht wird, ist vielfältig. Möglich sind Werbung in Zeitungen und Zeitschriften, im Radio und TV oder auf den diversen Onlineportalen. «Die Radio- und TV-Studios dürfen für die Produktionen von Podcasts oder Videos für Youtube und soziale Kanäle ebenfalls benützt werden», unterstreicht Kundert. Auch von Beratungs- und Coachingleistungen durch Marketing- und Kommunikationsexperten von Somedia profitieren die Start-ups. Zudem können Zugänge zu Partnerfirmen von Somedia vermittelt werden. Und sogar Arbeitsplätze direkt an der Werbequelle im Medienhaus werden angeboten.

In der Region für die Region

«Viele Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer weisen ein interessantes Geschäftsmodell vor», sagt Kundert. Aber nach der Entwicklungsphase fehle oft das Geld für die Bekanntmachung des Produkts oder der Dienstleistung. So hat Somedia schon in der Vergangenheit von Start-ups Anfragen nach Kommunikationsleistungen erhalten. «Sofern wir vom Businessmodell überzeugt sind, können wir ab sofort mit dem ‹PionierNest› helfen.»

Das «PionierNest» richtet sich an «zukunftsfähige» Businessmodelle, die ihr Geschäft im B2C-Bereich aufbauen wollen – also direkt an den Endverbraucher verkaufen. Somedia bevorzugt Geschäftsbereiche, die in der Region wichtig sind; beispielsweise Konsumgüter, Tourismus und Freizeit, Transport, Gesundheit, Bildung und Immobilien. Maximal spricht Somedia Leistungen im Gegenwert von 750 000 Franken pro Start-up. «Diese Art von Förderung ist erstmalig in der Südostschweiz», so Kundert.

Somedia möchte in einem sehr frühen Stadium mit den Pionieren der Neuzeit ins Gespräch kommen. Das Unternehmen kann einige wenige Jahre existieren oder erst im Aufbau sein. «Wir sind auch offen für Unternehmen, die sich erst in Gründung befinden», sagt Kundert. Eine Idee für ein Geschäftsmodell mit Perspektive ist die Basis für die Bewerbung. Zudem erwartet Somedia eine Vorstellung, wie die Idee umgesetzt und vermarktet werden kann. «Auch Gedanken zur Finanzierung der Unternehmung gehören dazu», ergänzt Kundert. Als Gegenleistung für die Leistungen erhält die neue Somedia-Unternehmung «PionierNest» eine Beteiligung am Umsatz oder Eigenkapital des Start-ups.

«Können von ihnen auch lernen»

Somedia begründet die Lancierung des «PionierNests» einerseits mit Blick in die eigene Zukunft. Kundert dazu: «In unseren traditionellen Märkten wie Zeitungen, Radio und TV sehen wir keine Wachstumschancen.» Die Werbeeinnahmen sinken, die Abonnements der Zeitung ebenfalls – obwohl im Zuge der Coronakrise die Abozahlen der Tageszeitungen wieder gestiegen sind. Um das Weiterbestehen von Somedia zu sichern, sei die Investition in neue Geschäftsfelder zwingend.

Kundert erwähnt weiter die Möglichkeit, von den Start-ups «viel lernen zu können». «Wir möchten die Jungunternehmerinnen und -unternehmer und ihre Vorgehensweisen besser kennenlernen, um dann gemeinsam ihr wie unser eigenes Geschäft in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.» Kundert denkt hier vorab an die rasante Entwicklung im gesamten Bereich E-Business. «Dort sind wir bereits mit den News-, Job- und Lehrstellen-Portalen gut unterwegs, können aber trotzdem noch lernen.»

Dass Somedia mit den Investments in Start-ups Geld verlieren kann, bestreitet Kundert nicht: «Wer in solche Betriebe investiert, geht ein Risiko ein, nicht jedes Start-up überlebt.» Er hofft nun, dass sich einige kreative Köpfe bewerben und sich nicht durch die Coronakrise entmutigen lassen. «Wir erachten das «PionierNest» auch als Beitrag von Somedia zur Bewältigung der Krise.» Somedia ist Herausgeberin dieser Zeitung.

Weitere Infos und Bewerbung: pioniernest.ch

 

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