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Dankeschön für saubere Felder

Die Bündner scheinen in diesen Zeiten die Natur mehr denn je zu geniessen. Dass dabei der Abfall vermehrt liegengelassen wird, ist ein Problem für die Natur, die Tiere und die Bauern.

Donnerstag, 04. Juni 2020, 14:34 Uhr Mehr Abfall
In Graubünden hat der Bündner Bauernverband vermehrt Anrufe wegen Abfall erhalten.
SCHWEIZER BAUERNVERBAND

Als Littering wird das Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen bezeichnet. Rücksichtslos lassen Menschen leere Getränkedosen, Essens- und Zigarettenverpackungen in der Natur liegen oder werfen sie beim Autofahren aus dem Auto. Die Abfälle in der Natur stören nicht nur optisch, sondern sind für die Natur und besonders für die Tiere schädlich. Eine beliebte Beschäftigung vieler Bündner war es während den Coronazeiten die Natur zu geniessen, da nicht viel anderes möglich war. Dass während diesen Zeiten mehr Abfall in den Bündner Feldern aufzufinden war, bestätigt der Bündner Bauernverband, der diesen Frühling vermehrt Anrufe von Bauern wegen Abfällen erhalten hat.

Abfall führt zum Tod vieler Tiere

Die Futterernte findet heute mechanisch statt. Wenn Abfall also auf Wiesen oder Feldern liegt, schneidet die Maschine, welche das Gras mäht, den Abfall in kleine Teile. Kleine Teile von beispielsweise Alu-Dosen mischen sich so als spitze Teile in das Futter der Tiere. Die Tiere erleiden innere Verletzungen und es kommt zu Entzündungen und Schmerzen. In der Folge fressen sie nichts mehr und sterben im Extremfall.

Mit dieser Veranschaulichung, was Abfall für die Tiere bedeuten kann, macht der Schweizer Bauernverband auf seiner Webseite auf das Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfall aufmerksam. Um die Personen aber gleich beim Spaziergang in der Natur darauf aufmerksam zu machen, können Feldrandtafeln bei den kantonalen Bauernverbänden bestellt werden. «Es ist tatsächlich so, dass zurzeit vermehrt Feldrandtafeln bestellt werden», teilt Gianna Reist, Lernende des Bündner Bauernverbands, auf Anfrage mit.

Ein altbekanntes Problem

Nicht nur kann der Abfall zum Tod der Tiere führen, er beschädigt oftmals auch die Maschinen der Bauern. Ausserdem koste es die Bauern viel Zeit, den Abfall zusammenzulesen, bevor gemäht werden kann. Aus diesen Gründen fragten die Bauern beim Bündner Bauernverband zudem oftmals nach Tafeln, welche darauf hinweisen, dass die Personen nicht über die Wiesen und Felder spazieren sollten. Diese Tafeln biete der Schweizer Bauernverband bisher jedoch noch nicht an.

Einzig der Coronakrise geschuldet, ist die Problematik indes nicht. «Der Abfall in den Wiesen und Feldern war bereits vor Coronazeiten ein grosses Thema», so Reist.

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