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Einkaufswahn trotz Corona

Am vergangenen Wochenende wurde das Fashion Outlet in Landquart von Shoppingwilligen überrannt. Ganz anders sieht es in der Churer Altstadt aus.

Simone
Janz
Mittwoch, 20. Mai 2020, 18:15 Uhr Outlet in Landquart

Szenen wie jene im Fashion Outlet in Landquart vom vergangenen Sonntag haben in den sozialen Medien für rote Köpfe gesorgt. Viele Menschen, lange Schlangen, ein übervoller Parkplatz, wo Autos sogar eingewiesen werden mussten. Dabei war doch alles so, wie es an einem normalen Sonntag im Mai sein sollte. Ungewöhnlich war lediglich der Umsatz. Er lag an diesem Wochenende leicht über dem Durchschnitt, wie Anna Czerwinska, die Marketingverantwortliche des Outlets auf Anfrage mitteilte.

 

 

Im Landquart Fashion Outlet kam es am Wochenende zum Auto- & Menschenauflauf. Meinungen dazu? (Symbolbild)

Gepostet von Südostschweiz am Montag, 18. Mai 2020

Natürlich war das vergangene Wochenende alles andere als normal. Die Schweiz befindet sich noch immer in der aussergewöhnlichen Lage, es gelten noch immer die Abstandsregeln. Dem generellen Shopping-Bedürfnis scheint die Krise aber nicht viel anzuhaben – im Gegenteil. Das Fashion Outlet rechnete mit einem solchen Szenario. Man habe sich mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept auf einen starken Besucherandrang vorbereitet, sagt Czerwinska. «Rückblickend haben wir eine bisher nicht erlebte Situation gemeistert.»

Gemeistert, ja. Aber gut gemeistert? Vor einzelnen Läden bildeten sich auf dem schmalen Weg des «Outlet-Dorfes» lange Schlangen. Abstand suchte man da vergeblich. Das sorgte für Kritik in den sozialen Medien, auch weil die Sache mit dem Mund- und Nasenschutz je nach Laden uneinheitlich gehandhabt worden sei.

Altstadt spürt Verunsicherung

Ein paar Kilometer weiter südlich blickt die Churer Altstadt auf eine verhaltene Wiedereröffnungswoche zurück. Die Geschäfte der Altstadt seien nicht überrannt worden, sagt Roman Benker vom Verein Altstadtchur. «Nach einigen Wochen mit leeren Gassen und Läden fühlt sich ein grosses Personenaufkommen gleich als grosse Menge an. Durch das Tropfensystem in den Geschäften wurde kaum ein Geschäft überrumpelt.»

Die Kunden seien vorsichtig, teils sogar übervorsichtig, sagt Benker. Eine generelle Maskenpflicht wie in Landquart gibt es aber auch in den Churer Läden nicht – nur bei Coiffeuren, Tattoostudios oder bei Physiotherapeuten, die entsprechende Auflagen des Bundes einhalten müssen.

Von überdurchschnittlichen Umsätzen spricht man in der Altstadt nicht, auch wenn man die Treue vieler Stammkunden schon spüre, wie Benker sagt. Lange Schlangen sieht man in der Altstadt keine, dafür halt aber auch keine überdurchschnittlich florierenden Geschäfte.

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In welchen sozialen Medien hat dies für „rote Köpfe“ gesorgt? Ich habe mehrheitlich positives gelesen. Was hat der Vergleich mit den Lädeli in der Churer Alstadt auf sich, während Manor in Chur komplett überfordert war am Samstag?

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