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Blitz und Donner - ein Zusammenspiel

In der Nacht auf Dienstag hat es im Veltlin und in Südbünden gewittert. Das Wetterleuchten war bis in die Regionen Lenzerheide und Flims zu sehen. Weshalb das Gewitter aus der Entfernung heftiger erscheint und wieso der Donner nicht überall zu hören ist, erklärt Stephan Bader von Meteo Schweiz.

Andrina
Brodbeck
Mittwoch, 20. Mai 2020, 04:30 Uhr Der Experte erklärt
Gewitter lösen bei vielen Tieren und Menschen Angst aus.
PIXABAY

Es blitzt, es vergehen einige Sekunden und ein lautes Grollen ertönt. Dieses Phänomen, bekannt als Gewitter, entsteht dann, wenn ein starkes elektrisches Spannungsfeld in der Wolke wie auch zwischen der Wolke und der Erdoberfläche entsteht. Und genau das ist in der Nacht auf Dienstag im Veltlin und in Südbünden über einige Stunden passiert. Dass Gewitter über Südbünden zogen, war sogar in Mittelbünden zu sehen. Auf den Webcams der Bergbahnen Arosa/Lenzerheide und Flims/Laax waren die Gewitterwolken im Süden frühmorgens sichtbar.

SCREENSHOT LENZERHEIDE.ROUNDSHOT.COM/PIZSCALOTTAS/

Hohe Blitzaktivität 

Weshalb die Blitzaktivität von Mittelbünden aus sehr intensiv erschien, erklärt Stephan Bader, Abteilung Klima vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteo Schweiz, so: «Beim sogenannten Wetterleuchten, also bei Gewittern in weiter Entfernung, ist die Blitzaktivität häufig recht intensiv, weil man aus der Entfernung oft die gesamte Gewitterflanke sieht.» Trotz der hohen Intensivität war jedoch kein Donner hörbar. Ist es möglich, dass es blitzt ohne zu donnern? «Nein», sagt Bader, denn «zum Blitz gehört auch Donner». Wenn es blitzt, findet eine elektrische Entladung statt, wie Bader erklärt. Diese elektrische Entladung erzeugt in der Umgebung eine sehr hohe Temperatur. Durch die enorme Wärme dehnt sich die Luft in der Umgebung aus und mit der Ausdehnung der Luft entsteht eine Druckwelle. «Wenn die Druckwelle ans Ohr tritt, nehmen wir dies als Donner war», so Bader. Dass das Gewitter von Mittelbünden deshalb nur sichtbar und kein Donner hörbar war, habe mit der Entfernung zu tun.

Blitzhäufigkeit

METEOSCHWEIZ

Wie die Abbildung zeigt, ist in Graubünden die Häufigkeit der Blitzeinschläge pro Jahr an den meisten Orten weniger als einmal. Es gibt aber auch Orte im Süden von Graubünden, wo der Blitz bis zu dreimal pro Jahr einschlägt. Schweizweit ist das Tessin am häufigsten von Blitzeinschlägen betroffen.

Anzahl Gewittertage pro Jahr

METEOSCHWEIZ

Aus dieser Ansicht von Meteo Schweiz geht hervor, dass es im nationalen Vergleich in Graubünden und im Wallis am wenigsten Gewittertage pro Jahr gibt. 

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