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Integrative Medizin – zum Wohle des Menschen

Die Schulmedizin ist eine Erfolgsgeschichte. Trotzdem interessieren sich viele Menschen auch für komplementäre und alternative Heilmethoden. Aus einem Zusammengehen der beiden Systeme ergeben sich vielversprechende Kombinationen und Synergien. Die integrative Medizin gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Südostschweiz
Montag, 18. Mai 2020, 00:00 Uhr Sponsored Content
«Arnika» hilft als Salbe oder als homöopathisches Medikament bei Verletzungen.

Schon in Vorzeiten haben sich viele Völker und Kulturen auf der ganzen Welt medizinisches Wissen und Kompetenzen angeeignet. Heilkundige im alten Orient, in der Ägyptischen Welt, im antiken Griechenland oder bei den Römern haben die Grundlagen für medizinische Behandlungen von Menschen geschaffen. Das Ziel der Behandlungen damals war, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen und dadurch dem Individuum zu Gesundheit zu verhelfen. Den Menschen nahm man damals als körperlich-geistige Einheit wahr.

Seit der Zeit der Aufklärung – also ab dem frühen 18. Jahrhundert – wurden an den neu gegründeten Universitäten Anatomie und Physiologie (Funktionsweise) des menschlichen Körpers immer eingehender studiert und viele Zusammenhänge erkannt. In dieser Epoche kam es dann zur Aufteilung des menschlichen Wesens in Körper (Physis) und Geist (Psyche), was auch als dualistisches Modell bezeichnet wird. Dieses liegt der universitären Medizin zugrunde. Dadurch veränderte sich auch das Verständnis für die Krankheiten.

Das 20. Jahrhundert brachte enorme Fortschritte in der Medizin. Insbesondere zu erwähnen sind die technischen Entwicklungen wie Röntgen, Ultraschall, Computertomografie und Magnetresonanztomographie, welche eine präzise Lokalisierung und Identifizierung des Krankheitsgeschehens ermöglichen. Und nicht zu vergessen sind die Entdeckung und die Herstellung neuer Medikamente sowie das Verständnis für ihre Wirkung im menschlichen Organismus. So konnten beispielsweise dank der Entdeckung der Antibiotika in den letzten 70 Jahren viele Menschen mit schweren Infektionen gerettet werden. Mit der ersten Herztransplantation 1967, weiteren Organtransplantationen und der Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die Medizin weitere Meilensteine gesetzt.

Trotz dieser grossen Erfolge gibt es jedoch viele Menschen, die an der universitären Medizin – häufig als Schulmedizin bezeichnet – zweifeln und sich vermehrt alternativen oder komplementären Heilmethoden zuwenden. Als Gründe genannt werden zum Beispiel die technik-lastige und unpersönliche Medizin, die Zunahme der Abgabe von Antibiotika und die dadurch entstehenden Antibiotikaresistenzen, die ungenügende Linderung bestehender Leiden oder der «hohe Preis» durch die Nebenwirkungen gewisser chemischer Medikamente. Der Wunsch nach verschiedenen therapeutischen Ansätzen zeigte sich auch bei der Abstimmung über die Initiative «Ja zur Komplementärmedizin» im Jahre 2009: 67 Prozent der Bevölkerung stimmte für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin in unserem Gesundheitswesen.

Die Komplementärmedizin gilt als Oberbegriff für diverse Disziplinen und Behandlungsmethoden. Ihnen allen gemeinsam ist der ganzheitliche und individuelle Therapieansatz. Sie arbeiten mit verschiedenen regulativen Methoden darauf hin, das innere Gleichgewicht zu verbessern und als Folge davon, Beschwerden zu lindern, das Immunsystem zu stärken und generell das Vertrauen in den eigenen Organismus zu verbessern. Dies wird auch als Stärkung der Selbstheilkräfte bezeichnet, was gerade in Zeiten gesundheitlicher Krisen wie während der aktuellen Corona-Virus-Epidemie sinnvoll sein kann.

Die ärztlich ausgeübte Komplementärmedizin umfasst vier Fachrichtungen, für die mehrjährige Zusatzausbildungen absolviert werden müssen. Dies sind Akupunktur /TCM (traditionelle chinesische Medizin), Klassische Homöopathie, anthroposophische Medizin und die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde).

Preiselbeere kann als Phyto- oder Gemmotherapeuticum bei Blasenbeschwerden oder als Prophylaxe eingesetzt werden.

Komplementärmedizinisch praktizierende Ärzte sind sich zweigleisiges Denken gewohnt. Einerseits stellen sie mithilfe ihrer naturwissenschaftlichen Ausbildung eine aktuelle Diagnose und andererseits beurteilen sie, ob mittels einer komplementärmedizinischen Therapie eine Heilungsmöglichkeit besteht. Auf Grund von Wissen und Erfahrung entscheiden sie zusammen mit dem Patienten, welcher Weg ihm am ehesten Linderung oder Heilung bringen kann.

Diverse Institutionen des Gesundheitswesens sind sich mehr und mehr der Bedeutung von komplementären Heil- und Behandlungsmethoden bewusst und plädieren für einen interdisziplinären und integrativen Austausch zwischen den einzelnen Fachgebieten. Die integrative Medizin schafft mit dem Zusammengehen der zwei Medizin-Systeme, die im menschlichen Organismus an verschiedenen Ebenen ansetzen, Synergien und holt dadurch für den Patienten das Optimum heraus. So findet sich auf der Homepage des Institutes für komplementäre und integrative Medizin des Universitätspitals Zürich folgende Aussage: «Integrative Medizin steht für eine sinnvolle Kombination von Verfahren aus konventioneller und komplementärer Medizin.»

Auch das Spital Schiers stellt sich im Laufe dieses Jahres der Herausforderung, die integrative Medizin einzuführen respektive zu erweitern. Ein öffentlicher Vortrag dazu ist im ersten Quartal 2021 geplant.