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Solidarität ist weiterhin gefragt

In Graubünden haben unzählige Vereine und Organisationen während dem Corona-Lockdown mit Lieferdiensten und anderen Unterstützungen ihre Hilfe für Personen der Risikogruppe angeboten. Auch nach der zweiten Lockerungsphase ist die Nachfrage mehrheitlich noch da.

Freitag, 15. Mai 2020, 13:05 Uhr Lieferdienste ziehen Fazit
Mit Lieferdiensten wurden gefährdete Personen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt.
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Die Bündner Bevölkerung hat sich in der Corona-Krise solidarisch bewiesen. Unzählige Vereine, Organisationen und auch Privatpersonen haben den Menschen, die der Risikogruppe angehören, ihre Hilfe angeboten. Sie haben Einkäufe erledigt, Medikamente geliefert oder Kinder betreut. All diese Tätigkeiten und noch weitere werden immer noch von vielen angeboten, sodass die besonders gefährdeten Personen der Gefahr einer Ansteckung möglichst nicht ausgesetzt sind.

Vergangenes Wochenende hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Empfehlungen für die Risikogruppen angepasst. Erwachsenen über 65 Jahre und Personen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck dürfen ihr Zuhause wieder verlassen, solange sie die Hygienemassnahmen einhalten. Durch diese Lockerungsmassnahmen gehen viele Personen wieder selber einkaufen, wie Claudia Darnuzer vom OK-Team des Frauenvereins Jenaz sagt. Deshalb sei der Bedarf an Hilfe abgeflacht und die Betroffenen seien froh, wieder selber einkaufen zu können. Nebst den Einkäufen hat der Frauenverein Jenaz auch Kinderbetreuung angeboten. Zu den Dienstleistungen zieht Darnuzer ein positives Fazit: «Die Betroffenen waren sehr froh über unsere Dienstleistungen und auch das Umfeld hat es sehr geschätzt, dass der Frauenverein seine Unterstützung angeboten hat.»

Bedarf ist immer noch da

Auch der gemeinnützige Verein Chur Plus bietet seit einiger Zeit einen kostenlosen Lieferdienst an und erledigt Einkäufe für Menschen, die zur Risikogruppe gehören oder in Quarantäne sind. «Der Bedarf ist immer noch da», sagt Claudio Jäger, Präsident von Chur Plus. Es gebe Tage, an denen sehr viele Bestellungen rein kämen und solche, an denen weniger bestellt werde. «Insgesamt haben wir bisher über 800 Bestellungen ausgeliefert und zwölf Mitarbeiter im Einsatz», so Jäger. Die Lieferdienste seien bis mindestens Ende Juli vorgesehen. «Wenn es uns aber weiterhin braucht, dann auch länger», sagt Jäger und fügt hinzu: «Seit Beginn der Lieferdienste haben wir immer sehr gutes Feedback erhalten. Die Betroffenen sind sehr froh darüber», sagt Jäger. Wegen dieser guten Rückmeldungen und der hohen Nachfrage, werde der Lieferdienst eventuell sogar noch ausgebaut und liefere dann beispielsweise auch Produkte aus Blumenläden, so Jäger.

«Es ist sehr persönlich»

Die Buchhandlung Karlihof in Chur hat ebenfalls ihre Hilfe angeboten und bietet sie auch weiterhin an. Nebst einem kostenlosen Lieferdienst hat Inhaberin Carmen Cavegn auch angeboten, mit einsamen Personen übers Telefon zu sprechen, bevor Pro Senectute eine Telefonhotline eingeführt hat. «Die Nachfrage nach dem Lieferdienst ist immer noch da und ich werde es auch so lange weiterführen», sagt Cavegn und fügt hinzu: «Ich beliefere viele lungenkranke Personen, die immer noch nicht raus sollten», so Cavegn. Es gebe aber schon einige Personen, die versuchen wollen, wieder selber einzukaufen. Für Cavegn war und ist ihr Dienstleistungsangebot eine sehr schöne Erfahrung, wie sie sagt. «Wenn man neun Wochen lang für die gleichen Personen einkauft, ist das sehr persönlich und es bilden sich schon fast Freundschaften, denn die Personen sind wirklich dankbar», so Cavegn.

Auch der Frauenverein Rhäzuns hat nur gute Rückmeldungen erhalten. «Dass die Personen dankbar sind, spürt man», sagt Angelika Bernard, Mitglied des Leitungteams des Frauenvereins Rhäzuns. Die Nachfrage nach den Dienstleitungen sei seit der zweiten Lockerungsphase zurückgegangen, aber immer noch da. So tätige der Frauenverein weiterhin Einkäufe für alte und gefährdete Personen.

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