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Was darfs denn sein?

Fast jeder trinkt Alkohol. Zum Essen. Zum Feierabend. Zur Party. Jeder kennts. Jeder spricht darüber. Wenn aber zu viel getrunken wird und aus Spass Sucht wird, dann schweigen die meisten. Aus Scham. Aus Angst. Nun bricht das Gesundheitsamt dieses Schweigen.

Kristina
Schmid
Mittwoch, 13. Mai 2020, 04:30 Uhr Alkohol - und wenn zu viel zu viel ist

Es ist ein Thema, zu dem alle eine Meinung haben. Ein Thema, zu dem alle etwas sagen können: Alkohol. Neun von zehn Personen ab 15 Jahren trinken zumindest gelegentlich Alkohol. Just in dem Moment, da der Konsum zur Sucht wird, hüllen sich viele Menschen aber in Schweigen. Sie wollen auch gar nicht weiter darüber reden. Aus Scham. Oder aus Angst. Oder aus anderen Gründen. Und genau dort setzt das Gesundheitsamt Graubünden an: Mit einem Aktionstag am 14. Mai soll das Schweigen gebrochen und offen darüber geredet werden. «Ziel ist es, das Tabu der Alkoholabhängigkeit zu brechen. Betroffene und Angehörige sollen offen und frei über ihre Probleme reden können», heisst es in einer entsprechenden Mitteilung des Kantons Graubünden.

Und genau das tun sie. Die Betroffenen und die Angehörigen. «Der Abend endete für mich in einer Ausnüchterungszelle», sagt etwa Jonas. Er ist 30 Jahre alt. «Am Montag ist er zwar zur Arbeit erschienen. Er war ansprechbar. Aber sonst konnte man ihn für nichts gebrauchen», sagt etwa Thomas über einen alkoholkranken Mitarbeiter. «Als ich eingreifen wollte, ist die Situation so eskaliert, dass meine Mutter nur noch laut um sich geschrien hat», sagt etwa Lea über ihre alkoholkranke Mutter. Die Geschichten könnten kaum unterschiedlicher sein. Sie sind wahr. Authentisch. Und für alle zugänglich. Denn das Gesundheitsamt Graubünden hat für den Aktionstag extra eine Informationswebseite ins Leben gerufen, auf der auch Geschichten von Betroffenen zu hören sind.

Nur ein kleines Bier wäre ok

Jetzt, in Zeiten der Coronakrise, steigt das Risiko von Alkohol abhängig zu werden – zumindest bei suchtgefährdeten Menschen. Wie es in der Mitteilung heisst, gehen Suchtexperten von einer Zunahme der Fälle aus. Gerade deshalb müssten jetzt die schwierigen Aspekte des Alkoholkonsums offen angesprochen werden. Und deshalb teilen auf dieser Webseite nicht nur Betroffene ihre Erfahrungen mit der Öffentlichkeit, jeder kann auch selbst in einem Test herausfinden, ob er zu der Gruppe potenziell suchtgefährdeter Menschen zählt oder nicht. Und eines sei schon jetzt verraten: Oftmals unterschätzt man das Problem, überschätzt sich selbst.

Denn die Grundregeln, die empfohlen werden, sind:

  • Trinken Sie nicht mehr als ein alkoholisches Getränk pro Tag (3 dl Bier, 1 dl Wein, 4 cl Schnaps).
  • Machen Sie pro Woche mindestens zwei alkoholfreie Tage.
  • Wenn Sie bei seltenen Gelegenheiten ausnahmsweise etwas mehr trinken, konsumieren Sie nicht mehr als vier alkoholische Getränke.

QUELLE: YOUTUBE.COM/BISCH FIT

Alle, die Fragen haben, welche sie am liebsten von Experten beantworten lassen wollen, können dies am 14. Mai ebenfalls tun. Und zwar per E-Mail oder Telefon. Auch Radio Südostschweiz betrachtet das Thema an diesem Tag aus verschiedenen Blickwinkeln – und TV Südostschweiz widmet sich in der Sendung «SO Aktuell» dem Thema «Alkohol  ein Feind, der sich als Freund tarnt». Es wird am Mittwoch, 13. Mai, ab 18.35 Uhr stündlich ausgestrahlt.

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