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Im Prättigau ist ein Wolf unterwegs

Passanten haben diese Woche im Prättigau einen Wolf gesichtet. Die zuständigen Wildhüter haben diese Beobachtungen bestätigt. Radio Südostschweiz hat bei Adrian Arquint, Vorsteher des kantonalen Amts für Jagd und Fischerei, nachgefragt, wie es um den Wolf steht und was es generell bei Begegnungen mit Wölfen zu beachten gibt.

Südostschweiz
Mittwoch, 06. Mai 2020, 17:26 Uhr Amt für Jagd und Fischererei berichtet
Jungwölfe Wolf Calanda Calandarudel
Im Prättigau wurde am Montag ein Wolf gesichtet.
Amt für Jagd und Fischerei/Claudio Spadin / SYMBOLBILD/RCHIV

Einem Wildtier zu begegnen ist keine Alltagssituation. Kein Wunder also, dass die Begegnungen meist als Foto festgehalten und in den sozialen Medien geteilt werden. Diese Woche war genau dies der Fall; am Montag haben auf Facebook Aufnahmen eines Wolfes die Runde gemacht. Wie Adrian Arquint, Vorsteher Amt für Jagd und Fischerei Graubünden, gegenüber Radio Südostschweiz meint, ist es im Gemeindegebiet Schiers zu einer Wolfssichtung gekommen. Drittpersonen hätten den Wolf zuerst beobachtet. Anschliessend habe der Wildhüter das Tier am gleichen Tag auch gesichtet und so bestätigen können, dass es sich um einen Wolf handle.

Solche Beobachtungen seien keine Seltenheit. Arquint erklärt: «Schon in den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass es Wölfe gibt, die an solchen Orten bleiben und anschliessend wieder weiterziehen.»

Kein sechstes Rudel

Im Fall von Prättigau gehen die Verantwortlichen davon aus, dass es sich um ein Einzeltier handelt und nicht um ein neues Rudel. «Ein entscheidender Hinweis für ein neues Rudel ist beispielsweise eine Paarbildung. Damit sind Wölfe gemeint, die immer, auch in der Paarungszeit im Februar, zusammen unterwegs sind», erklärt Arquint und fügt hinzu: «Im Prättigau hat es solche Beobachtungen nicht gegeben.»

Momentan gibt es im Kanton Graubünden fünf Wolfsrudel. «Wir haben Kenntnis von dem Calanda-, Ringelspitz-, Beverin-, Val-Gronda-, und dem Morobbia-Rudel.» Letzteres sei schwieriger zu beobachten. Denn die Wölfe des Morobbia Rudels halten sich meist beim Grenzgebiet zum Tessin auf, wie Arquint erklärt. Nur ab und zu kämen die Tiere in der Nähe von Roveredo nach Graubünden.

Wolf gesichtet und nun?

Im Prättigau war der Wolf auf der Strasse unterwegs und wurde darum von Passanten gesichtet und gefilmt. Wie verhält man sich aber richtig, wenn es zu so einer Begegnung mit einem Wolf kommt? Arquint: «Wenn Personen einen Wolf sehen, sollen sie nicht auf das Tier zugehen oder es auf sie aufmerksam machen. Der Wolf soll sich nämlich nicht an Menschen gewöhnen, sondern Abstand halten.» Auch müssten solche Ereignisse immer am Wildhüter gemeldet werden, damit die Beobachtungen erfasst würden. (paa)

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