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Trotz Sonnenstrahlen und viel Freizeit: Bündner bauen weniger Unfälle

Sonnenstunden hat es im April bislang viele gegeben. Zum Wohle aller ist die Bevölkerung aufgrund des grassierenden Coronavirus jedoch wenn immer möglich zu Hause geblieben. Das wirkt sich stark auf die Strassen und folglich auch auf die Unfallstatistik aus.

Bettina
Cadotsch
Donnerstag, 23. April 2020, 04:30 Uhr Auto, Fahrrad und Co.
Steinbruchstrasse Strasse Chur Kreuzung Quaderstrasse Trottoir Velo Velofahrer
Vereinzelt unterwegs, aber sonst zu Hause: Auch das Fahrrad steht zurzeit bei vielen im Keller.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Das Frühlingswetter, die warmen Temperaturen und die viele freie Zeit – alles wäre perfekt für schöne Stunden im Park, auf dem Fahrrad oder beim See. Die Massnahmen des Bundesrates, wenn immer möglich zu Hause zu bleiben, damit das Coronavirus eingedämmt werden kann, greifen jedoch durch. Das öffentliche Leben in der Schweiz und im Kanton Graubünden wurde heruntergefahren.

Die Menschen gehen nur noch vereinzelt oder in kleinen Gruppen nach draussen. Zudem arbeiten viele im Homeoffice, weshalb die Strassen im Vergleich zur Zeit vor dem Coronavirus leer sind. Die Tatsache, dass die Menschen mehr zu Hause und weniger im öffentlichen Verkehr, auf den Strassen oder auf dem Fahrrad unterwegs sind, macht sich auch bei der Anzahl Verkehrsunfälle bemerkbar. Dies bestätigt Emil Gartmann, Abteilungsleiter Verkehrs- und Sicherheitspolizei bei der Stadtpolizei Chur auf Anfrage von «suedostschweiz.ch»: «Man kann grundsätzlich sagen, dass die Unfälle in den letzten vier Wochen deutlich weniger ausgefallen sind. Ob Motorfahrzeuge oder Fahrrad.» Die Bahnhof-und Poststrasse seien während den Kontrollen in den Fussgängerzonen meistens leer. Zudem seien auch keine Schülerinnen und Schüler mehr unterwegs. Konkrete Zahlen können allerdings nicht genannt werden.

Eine weitere Auswirkung macht sich auf den Parklplätzen bemerkbar. Diese seien in der Stadt Chur in den letzten vier Wochen schlecht besetzt gewesen, so Gartman. «Auch der Stau hat abgenommen. Im Radio hört man selten, dass es auf der Masanserstrasse Stau gibt.» Das alles seien Anzeichen dafür, dass der Verkehr abgenommen habe und damit auch die Anzahl Unfälle. «Das könnte eigentlich so bleiben», so Gartmann lachend.

Gartmanns Aussagen decken sich mit jenen der Kantonspolizei Graubünden. «Wir haben zurzeit bestimmt nicht mehr Unfälle als sonst», sagt Markus Walser, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden. Auch Fahrradunfälle habe es kaum mehr gegeben – auch wenn einige zurzeit ab und zu eine kurze Tour machen. «Das ist eher eine subjektive Wahrnehmung, dass viele Leute Fahrrad fahren. Die Menschen halten sich grundsätzlich an den Empfehlungen des Bundes und bleiben zu Hause», so Walser.

Weniger Unfälle oder zumindest nicht mehr als sonst – eine der Konsequenzen, die sich aus der aktuellen Situation als positiv herausstellt. (can)

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