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Trotz Ausnahmezustand: Graubünden gibt sich kämpferisch

Die erste Woche mit geschlossenen Sportanlagen, Restaurants und vielem mehr ist fast geschafft. Wir haben bei der Stadt Chur, der Migros und beim Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit nachgefragt, wie sie denn so war die erste Woche mit dem Lockdown.

Andrina
Brodbeck
Montag, 23. März 2020, 10:27 Uhr Fazit nach einer Woche Lockdown
Es wird mehr eingekauft, deshalb sind die Regale in den Lebensmittelläden teilweise leer.
DAVOSER ZEITUNG

Überall herrscht Ausnahmezustand, die Schulen sind geschlossen und viele erledigen ihre Arbeit von zuhause aus. Doch nicht alle können von daheim aus arbeiten, wie beispielsweise Zahnärzte oder Coiffeuren. Damit die Arbeitgeber den Lohn ihrer Mitarbeiter trotzdem auszahlen können, gibt es die Übergangslösung Kurzarbeit. Das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, das unter anderem die Gesuche der Kurzarbeit bearbeitet, läuft derzeit am Anschlag, wie Amtsvorsteher Paul Schwendener sagt.

Betriebe laufen auf Hochtouren

«3400 Betriebe haben bis zum jetzigen Stand Kurzarbeit vorangemeldet», sagt Schwendener. Ob es mehr Entlassungen gegeben hat, da einige Betriebe die Arbeit nicht normal weiterführen können, kann Schwendener noch nicht sagen. Aber dadurch, dass die Wintersaison frühzeitig abgeschlossen wurde, würden sehr viel Anmeldungen von Arbeitslosen aus dem Tourismusbereich eintreffen. Genaueres könne man aber erst in ein paar Wochen sagen.

Zurzeit läuft das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit auf Hochtouren. «15 bis 20 Personen arbeiten an den eintreffenden Gesuchen. Und wir werden in der kommenden Zeit noch mehr Personal einsetzen müssen», sagt Schwendener. Da aufgrund der Weisungen des Bundesrates sämtliche Kurse sowie Weiterbildungs- und Beschäftigungsmassnahmen für Arbeitslose geschlossen werden mussten, können die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Programme zur Bearbeitung der Gesuche um Kurzarbeitsentschädigung eingesetzt werden. Ob zusätzliches Personal benötigt wird, hängt gemäss Schwendener davon ab, wie viel Gesuche noch eingehen werden.

Jede Filiale wird mehrmals täglich beliefert

Hochbetrieb haben auch die Filialen der Migros in ganz Graubünden. «Es werden deutlich mehr Einkäufe getätigt als normalerweise», sagt Andreas Bühler, Sprecher der Migros Ostschweiz. Die Nachfrage nach Hygieneprodukten und lang haltbaren Lebensmitteln sei sehr hoch. Dass die Regale zeitweise leer sind, habe nichts damit zu tun, dass es Verzögerungen mit den Lieferungen gebe, sondern, weil aufgrund der grösseren Verkaufsmenge, das Personal mit den Nachschüben nicht ganz nachkomme.

«Jede Filiale wird mehrmals täglich beliefert», sagt Bühler und fügt hinzu: «Die Mitarbeiter der Migros-Restaurants und der Migros-Fachmärkte, die keine Arbeit mehr hätten, unterstützen jetzt ihre Kolleginnen und Kollegen in den Supermärkten und in der Logistik.» Mit Kontrollen wird gezählt, wie viele Personen in die Migros dürfen. «Die Anzahl Personen, die in den Laden hineindürfen, hängt von der Filialgrösse ab. So gewähren wir den Personen Abstand», sagt Bühler.

«Grösstenteils hat es gut funktioniert»

Das Fazit der ersten Woche Lockdown des Stadtpräsidenten von Chur, Urs Marti, lautet: «Grössenteils hat alles gut funktioniert.» Grundsätzlich gab es keine Restaurants oder Läden, die trotz Verbot offen gehabt haben. «Am Anfang gab es einige Missverständnisse mit manchen Betrieben, diese konnten aber gleich geklärt werden», sagt Marti. Der Bevölkerung sei der Ernst der Situation teilweise nicht bewusst, denn vor allem junge Leute würden sich weiterhin in Gruppen treffen. «Da muss man nochmals informieren, aber ich verstehe auch, dass Manchen zuhause die Decke auf den Kopf fällt», sagt Marti.

Aber nicht nur die jungen Leute würden sich treffen, sondern auch die Älteren würden abmachen, um zusammen einkaufen zu gehen. «Wir gehen davon aus, dass sich das Verhalten der Bevölkerung nächste Woche verbessert», sagt Marti und fügt hinzu: «Allerdings denken wir, dass sich die Situation im Gesundheitswesen verschlechtert.» Trotz allem sei die Stadt und der Kanton laut Marti gut vorbereitet und «extrem aktiv».

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Ich applaudiere auch für die Müllmänner, die Wasserversorger, die Kraftwerksmittarbeitenden sowie allen im öffentlichen Dienst; der Feuerwehr, der Polizei die sich von den Uneinsichtigen auch noch anpöbeln lassen müssen, dem Pöstler, dem Busfahrer, dem Lokführer u.v.a.m. Vergessen wir all die Verkäufer/innen in den Lebensmittelgeschäften nicht, auch die leisten ganz Grosses und setzen sich täglich für uns ein...

Der Applaus ist eine schöne Anerkennung für die Pflegekräfte und Ärzte die in dieser aussergewöhnlichen Situation.
Wenn wir uns wirklich mit Ihnen solidarisieren wollen, dann sollten wir auch unseren Teil dazu beitragen und zu Hause bleiben. Wir sollten unsere Kontakte auf das absolute Minimum beschränken, damit der Virus nicht weiter verbreitet wird und dadurch Menschen gefährdet, die dann die Spitäler überlaufen lassen. Den Egoismus einiger Unbelehrbaren bezahlen dann unsere Helden. Was wären wir ohne unsere Ärzte, die Krankenschwestern und alle, welche im Moment mehr als Überdurchschnittliches leisten, alles für uns geben und so manchem das Leben retten resp. bereits gerettet haben.
Ich glaube, ab jetzt wird Euer wertvoller Beruf noch mehr geschätzt und auch richtig wahrgenommen.

Ich finde, wir sollten auch allen Politikern, Ämtern und Behörden danken, die nun immer wieder Entscheidungen tagtäglich treffen müssen, ohne immer sicher zu sein, ob das auch die richtigen sind. Eine neue Situation, für die es kein Handbuch gibt.

Herzlichen Dank auch an das Personal von den Tierheimen, dessen Personal 365 Tage im Jahr für die Tiere (trotz Corona Virus) da sind und diese auch aufnehmen, wenn der/die Besitzer/In dies nicht mehr können, da sie krank sind.

Giacumin Bass 7537 Müstair