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Schiesslärm-Initiative: Pflicht erfüllt

Die nötigen 800 Unterschriften sind beisammen, die Initiative «Schutz vor Schiesslärm» wird eingereicht. Noch offen ist, wann.

Hans Peter
Putzi
Mittwoch, 12. Februar 2020, 04:30 Uhr Wann wird die Felsberger Initiative eingereicht?
Die Felsberger Bevölkerung stört sich sehr am Schiesslärm der Armee auf dem Rossboden.
ARCHIV MARCO HARTMANN

Seit letztem Herbst sammelt das Komitee «Schutz vor Schiesslärm» Unterschriften gegen übermässigen Schiesslärm in Chur. Das Initiativkomitee will eine Volksabstimmung, bei deren Annahme der «weitmöglichste Schutz» der Wohnbevölkerung vor Schiesslärm gewährt würde. Konkret fordern die Initianten um Marcel Carigiet ein Schiessverbot für die Artillerie und die Reduktion des Schiessbetriebs auf ein «zumutbares Mass» – ein Kompromiss zwischen den Interessen der Bevölkerung und jenen des Militärs. Diese Tage teilte Carigiet auf Anfrage mit, dass die benötigten 800 Unterschriften beisammen sind. «Wir haben einige mehr gesammelt und ich gehe davon aus, dass genügend gültige dabei sind», so Carigiet.

Ungültige Initiative?

Unklar ist derzeit, wann die Unterschriftenbögen eingereicht werden. Carigiet: «Es sind noch Leute am Sammeln, darum warten wir noch zu.» Die Initianten haben Zeit bis Ende August. Unklar ist auch, ob die Churer Bevölkerung je über das Begehren befinden kann. Der Churer Stadtpräsident Urs Marti teilte bereits im Januar mit, dass die Initiative wohl Bundesrecht betreffe. Ein Recht, worüber die Stadt Chur nicht abstimmen könnte. Aufgrund dieser Tatsache ist denkbar, dass die Churer Behörden den Volksvorstoss für ungültig erklären werden. Dessen ist sich Carigiet bewusst. «Einreichen werden wir die Unterschriften auf jeden Fall», sagt er. Er hofft, dass die Bündner und Churer Regierung nach der Einreichung zumindest die Sorgen der Bevölkerung mit Nachdruck nach Bern melden.

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Schiesslärm auch gestern wieder bis weit in die Nacht. Was sich der Normalbürger nicht im Traum erlauben darf, ist bei der Armee standard.
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