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«Trattoria» gerät in die Gerüchteküche

Totgesagte leben länger: Die traditionsreiche «Trattoria» in Weesen ist nach wie vor geöffnet. Das soll entgegen der Gerüchte unter anderem in den Sozialen Medien so bleiben, wie die Verantwortlichen betonen – wenigstens für die nächsten Jahre.

Urs
Schnider
Mittwoch, 29. Januar 2020, 04:30 Uhr Traditionslokal
Ein Demento gegen die Gerüchte: Die Betreiber der «Trattoria» bekämpfen mit diesem Bild mit Schriftzug die Falschmeldung.

Die Gerüchteküche in Weesen und Umgebung brodelt schon lange. Bereits Anfang letztes Jahr sei er das erste Mal angesprochen worden, wann denn nun der Abbruch der «Trattoria» erfolge, sagt Geschäftsführer Reto Ziegler. «Die Gerüchte flauten dann zwar wieder etwas ab», sagt Ziegler, der die Geschicke der «Trattoria» seit 2009 als Geschäftsführer lenkt. Nun sind sie aber wieder aufgetaucht. Ziegler sah sich vor einige Tagen veranlasst, auf Facebook ein Dementi zu platzieren.

Nicht zuletzt deshalb, weil auch eine Visualisierung eines angeblichen Projekts in Social-Media-Kanälen aufgetaucht war. «Ich weiss nicht, wer die Nachricht oder die Visualisierung verbreitete. Fakt ist, es ist definitiv ein Gerücht», wie Ziegler klar macht. Bei der «Trattoria» werde die nächsten vier, fünf Jahre alles so bleiben, wie es sei.

Vorabklärungen – kein Projekt

Das betont auch Markus Heinrich, er vertritt die Interessen der Immobilienfirma, welche die Liegenschaft per Anfang 2019 übernommen hat. «Diese Übernahme könnte mit ein Grund sein, weshalb die Gerüchte überhaupt aufkamen», sagen Heinrich und Ziegler übereinstimmend.

Um welche Immobilienfirma es sich handelt, will Heinrich nicht preisgeben. Er sagt nur, dass die Firma diverse Liegenschaften in der Deutschschweiz besitze. Im Kanton St. Gallen sei derzeit lediglich die «Trattoria» Weesen im Portfolio enthalten. Die Liegenschaft sei damals von der Gamag Management AG, welche die «Trattoria» heute noch betreibt, übernommen worden. Weder zum Preis noch zu allfälligen Projekten will sich Heinrich konkret äussern. Im Anschluss an die Übernahme seien die Gerüchte aufgekommen.

Heinrich räumt zwar ein, dass Vorabklärungen zusammen mit der Gemeinde sowie der Denkmalpflege gemacht worden seien. «Wir wollten wissen, in welche Richtung es in etwa gehen könnte und was vom Bauvolumen her möglich wäre», so Heinrich. Der Weesner Ortskern habe eine besondere Bedeutung, weshalb das sorgfältig abgeklärt werden müsse. Zudem sei derzeit unklar, wie der Ortskern in Zukunft aussehen soll. In der Gemeinde laufen im Nachgang zum abgelehnten Projekt «Cafe am See» Abklärungen dazu.

Was ist zu berücksichtigen

Die Aussagen der Vertreter der «Trattoria» werden vonseiten der Behörden bestätigt: «Die Gemeinde Weesen hat bis heute weder ein Abbruchgesuch noch ein Baubewilligungsgesuch erhalten», sagt der Weesner Gemeindepräsident Marcel Benz auf Anfrage. Eine erste Kontaktaufnahme sei in der Vergangenheit erfolgt, um aufzuzeigen, welche Zonen- und Bauvorschriften gelten würden und was bezüglich Ortsbildschutz dort zu berücksichtigen sei, ergänzt Benz.

Das betroffene Gebiet sei ja bekanntlich Isos-Gebiet – gehöre also zur Kernzone, so der Gemeindepräsident weiter. Isos steht für «Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz».

Aktuell «kein Renditeprojekt»

Markus Heinrich betont: Die Übernahme sei nicht erfolgt, um Wohnungen oder andere Renditeprojekte umzusetzen. «Auch wenn wir in ein paar Jahren ein Projekt starten sollten», so Heinrich, «wird sicher wieder ein Restaurant Teil davon sein», versichert er.

Was also gemäss der Betreiber «Trattoria» und dem Inhabervertreter der Liegenschaft klar ist: «Die ‘Trattoria’ Weesen wird noch einige Jahre weiterbetrieben, wie sie die Leute kennen.»

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