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Nicht nur die Bündner Hochkultur profitiert von Lottospielern

Um die zehn Millionen Franken fliessen jährlich aus dem nationalen Lotterie-Fonds nach Graubünden. Vom Geldregen profitieren vor allem Institutionen und Veranstalter im Bereich der Kultur.

Südostschweiz
Dienstag, 14. Januar 2020, 04:30 Uhr Lotteriefonds-Auswertung
Lotto Lottoschein
Lottoscheine von Euro Millions und Swiss Lotto
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«Arme unterstützen Kulturelite!» heisst es in den Leserkommentaren im Artikel einer Datenauswertung der SRF-Sendung «Rundschau». In diesem geht es um die Verteilung der Gelder aus dem Lotteriefonds. «Da die Swisslos-Käufer hauptsächlich aus ärmeren Schichten stammen, unterstützen diese via Swisslos-Beiträge der Kantone zumeist elitäre Kulturprojekte, die sie selbst höchst selten selbst besuchen» schreibt der Kommentar-Verfasser weiter.

Über 300 Millionen Franken können jährlich aus den Lotteriefonds verteilt werden. Davon fliessen rund zehn Millionen Franken jedes Jahr nach Graubünden. Dass viel Geld vor allem an Grossinstitutionen fliesst, hat seine Gründe. «Der Lotteriefonds ist im Kulturbereich in vielen Kreisen nicht so bekannt», sagt Roger Fasnacht, Direktor der Lotteriegesellschaft Swisslos, gegenüber SRF. Fasnacht würde es begrüssen, wenn die elitären Kulturstätten etwas für die Lottospieler anbieten würden: «Ich würde es gut finden, wenn diese Institutionen auch mal etwas für den Lottospieler anbieten würden. Nicht nur Barock, sondern vielleicht auch mal eine Inszenierung von Beatles oder Guns’n’Roses.»

In Graubünden werden unter anderen folgende Institutionen vom Lotteriefonds unterstützt:

Diverse Empfänger 2’000’000
Theater Chur 1’500’000
Sordino Ediziuns Musicalas GmbH, Disentis/Mustér 917’140
Nova Fundaziun Origen Riom 880’730
Gemeinden 871’588
Diverse 855’135
Arosa Kultur 825’000
Val Müstair 797’385
Kammerphilharmonie Graubünden, Chur 751’500

Kantone können frei entscheiden

Alle Deutschschweizer Kantone haben einen eigenen Fonds, der jedes Jahr wieder neu mit Mitteln aus den Swisslos-Gewinnen gefüllt wird. In der Verteilung der Gelder sind die Kantone weitgehend frei. Vorgeschrieben ist aber, dass die Mittel gemeinnützig eingesetzt werden müssen, also keine staatlichen Aufgaben finanziert werden dürfen. Den höchsten Beitrag aus dem Lotteriefonds sprach laut SRF-Auswertung der Kanton Zürich, welcher 21,1 Millionen Franken zugunsten der Baudirektion für die Sanierung der Wasserkraftwerke Aabach sprach. (ham)

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