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Der coolste Schulweg im Kanton

Velo, Bus, SUV, zu Fuss... Alles ganz normale Möglichkeiten, seinen Schulweg hinter sich zu bringen. Aber jetzt mal ehrlich, nicht sehr cool, oder? Dann passt jetzt mal auf: Diese Kids haben garantiert den buchstäblich coolsten Schulweg des Kantons (oder sogar der Schweiz).

Südostschweiz
Donnerstag, 09. Januar 2020, 04:30 Uhr Gefrorener Silsersee

Dass die Seen im Oberengadin im Winter gefrieren, ist der Normalfall. Dieses Jahr präsentiert sich der Silsersee aber in besonderer Pracht, er ist nämlich schwarz gefroren. Das heisst, dass keinerlei Schnee auf der Eisschicht liegt, man also durch das Eis hindurch das Wasser und am Rand bis auf den Boden des Sees hinunter sieht. Wenn die Eisschicht dann noch dick genug ist, um darauf Schlittschuh zu laufen, sieht das noch beeindruckender aus.

Und stellt Euch vor, diese Fahrt über den gefrorenen Silsersee ist Euer täglicher Schulweg. Denn genau das ist der Fall für Davide (3. Klasse) und Dario (1. Klasse). Die beiden Brüder leben in Isola am Silsersee und gehen in Maloja zur Schule. Dieser Tage legen sie diesen Weg zu einem schönen Teil zusammen mit ihrer Mutter Bettina Pedroni Cadurisch und dem jüngsten Bruder Mattia (sieben Monate alt) auf Schlittschuhen quer über den schwarz gefrorenen Silsersee zurück.

NADJA GUETG

RSO-Reporterin Nadja Guetg hat die vier auf dem rund 30-minütigen Schulweg begleitet. Es habe sich am Wochenende abgezeichnet, dass es mit dem Schulweg klappen könnte, erzählt Mutter Bettina. «Zuerst haben wir nur am Rand das Eis angeschaut, aber als dann auch Leute von Maloja her nach Isola gelaufen sind, haben wir gewusst, dass es klappt.» Inzwischen sei das Eis bis zu 20 Zentimeter dick und trage sie problemlos. «Es ist sehr schön, dass die Kinder das einmal erleben können», freut sich Pedroni Cadurisch. Es sei selten, dass der See so lange schwarz gefroren sei. «Sonst ist das höchstens einen Tag lang der Fall und dann kommt der Schnee wieder. Und jetzt bleibt es ja noch eine Zeit lang so schön. Es ist ein Traum.»

NADJA GUETG

Sie selbst ist ebenfalls schon in Isola aufgewachsen und hatte als Kind auch nur einmal die Gelegenheit, den Schulweg nach Maloja auf dem Eis zurück zu legen. Die Kinder hätten zuerst etwas ungläubig reagiert, als sie ihnen den Weg über das Eis vorgeschlagen habe, erzählt sie. Aber dann fanden sie die Idee cool und «jetzt machen wir es, so lange es halt geht. Sie geniessen es.» Alleine würde die Mutter ihre beiden Jungs aber nie aufs Eis hinaus lassen. Das sei dann doch zu gefährlich und das Eis weise da und dort auch noch Löcher auf. «Sie müssen nur einmal ein bisschen zu weit nach rechts oder links geraten und schon passiert etwas. Ich lasse sie nicht aus den Augen.» Und sie würden den Weg übers Eis ja genauso geniessen, hängt sie an.

NADJA GUETG

Angst, dass das Eis brechen könnte, hat Bettina Pedroni Cadurisch nicht. Das Eis trage dann, wenn es konstant zehn Zentimeter dick sei. Und jetzt sei es ja bis zu 20 Zentimeter dick. «Dass das Eis manchmal unter den Kufen kracht und arbeitet, ist kein Problem», sagt sie. Und die Fahrten über das klare Eis in dieser Landschaft seien einfach so schön. Das Schönste, das sei «am Abend der Sonnenuntergang auf dem See.»

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