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Kommentar

Gute Vorsätze fürs neue Jahr? Sollte man sich auf jeden Fall setzen

Oliver
Fischer
Dienstag, 31. Dezember 2019, 04:30 Uhr Neujahresvorsätze: PRO
PIXABAY

Nehmt Ihr Euch fürs neue Jahr gute Vorsätze? Mit dieser einen Frage öffnet man derzeit wohl in vielen Gesprächsrunden – beim Glühwein Trinken, am Weihnachtsessen oder auf der Silvesterparty – eine Büchse der Pandora. Während die Einen begeistert von all ihren Plänen, die sie ab Januar in Angriff nehmen wollen erzählen, erntet man von den Anderen besten falls ein mitleidiges Grinsen – oder einen hämischen Monolog, darüber, wie unnötig Vorsätze seien, die man sowieso nach einem Monat alle wieder gebrochen und nach einem halben Jahr vergessen hat.

Ich gebs ja zu, bis vor nicht allzu langer Zeit gehörte ich ziemlich klar zur zweiten Gruppe. Wieso sollte ich mir ausgerechnet zum neuen Jahr einen Vorsatz nehmen? Das ist doch bloss eine billige Ausrede für Faule und eigentlich Veränderungs-Unwillige, die es nicht fertig bringen ihren Allerwertesten hoch zu bringen und etwas in ihrem Leben zu verändern. Abnehmen? Warum nicht heute oder morgen oder am 13. August damit anfangen? Mehr Sport machen? Dafür ist doch der 25. April genauso geeignet wie der 1. Januar? Dachte ich und fing mit gar nichts an... Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und er ist bequem (mindestens, wenn nicht sogar faul). Wir haben es uns doch alle gemütlich eingerichtet in unserem Leben und Veränderung ist anstrengend.

Und genau darum ist es eben richtig und nötig, sich an einem konkreten Zeitpunkt zu orientieren, um mehr oder weniger grundlegende Veränderungen in seinem Leben und Alltag vor zu nehmen – und diese auch durch zu ziehen. Wir brauchen diesen klaren, fixierten Termin, um mit irgendwas anzufangen. Aber Achtung: Mit dem geklärten Starttermin ist es natürlich nicht getan. Wir (also ich auf jeden Fall) brauchen auch eine Deadline – und am besten gleich mehrere Zwischenziele. 

Wir Schweizer haben durchaus den Ruf von Pünktlichkeit, Gewissenhaftigkeit und planerischer Akkuratheit. Damit das mit dem Vorsatz umsetzen also klappt, definiert das Ziel, definiert Zwischenziele und -deadlines und schaut, dass das auch messbar ist. «Ich will mehr Sport machen» könnt Ihr vergessen. Aber «Ich will zweimal pro Woche Sport machen» ist konkret. «Ich will abnehmen» bringt nichts. «Ich will 5 Kilo abnehmen» – schon besser. «Ich will pro Monat 1 Kilo abnehmen, bis ich total 5 Kilo abgenommen habe» – jetzt könnte es schon was werden.

Jeder von uns hat doch irgendetwas in seinem Leben, das er an sich oder seinem Verhalten gern ändern würde. Also los: Jetzt ist der richtige Moment dafür, sich ein konkretes, wohl überlegtes Ziel zu setzen und ab morgen den Allerwertesten hoch zu bekommen und das Projekt «Alles-wird-besser-2020» in Angriff zu nehmen.

PS. Wie es zu meiner Läuterung in Sachen Vorsätze kam? Ich habe früher – in meiner (leider schon sehr weit zurückliegenden) Jugend – sehr viel gelesen. In den letzten (auch schon sehr vielen) Jahren aber fast nur noch News aber keine Bücher mehr gelesen. Das wollte ich ändern. Also, habe ich beschlossen, das mit den Vorsätzen jetzt mal durch zu ziehen. Das Ziel war: 2019 lese ich jeden Monat ein Buch. Und zwar genau so: Jeden Monate eines, nicht 12 bis Ende Jahr. Ja, ich habe den einen oder anderen Monat etwas verlängern müssen und sogar einmal ein Buch nicht beendet, dafür ein anderes genommen. Jetzt, am letzten Tag des Jahres kann ich zufrieden verkünden, ich habe soeben das 13. Buch des Jahres beendet!

Mission accomplished. (Und ein neuer Vorsatz ist auch formuliert)

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