×

«Ich bin, wie ich bin – offenbar mag man das»

Die Bündnerinnen und Bündner haben entschieden: Andres Ambühl ist «Bündner des Jahres» 2019. Der Captain des HC Davos wird für seinen unermüdlichen Einsatz auf dem Eis gewürdigt.

Kristina
Schmid
Donnerstag, 19. Dezember 2019, 18:59 Uhr «Bündner des Jahres» 2019
HCD-Captain Andres Ambühl freut sich über die Auszeichnung zum «Bündner des Jahres» 2019 – und vor allem über den Steinbock.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Er hat in Davos längst Legendenstatus erreicht. Seit Jahren spielt er in der höchsten Schweizer Eishockeyliga. Und in diesem Jahr hat er sein 1000. Spiel absolviert. Etwas, das bis dato erst ein Dutzend Hockeyaner geschafft haben. Die Wenigsten haben zudem so viel erreicht wie Andres Ambühl. Er gewann sechs Meistertitel mit dem HC Davos und den ZSC Lions. Er spielte bei 15 Weltmeisterschaften und vier Olympia-Turnieren, wobei er mit der Nati an der WM 2013 in Schweden sensationell die Silbermedaille gewann. Diese unglaubliche Karriere wissen Bündnerinnen und Bündner zu würdigen: Sie haben den Davoser zum «Bündner des Jahres» 2019 gewählt. 

Über 9600 Stimmen sind beim Voting auf «suedostschweiz.ch» eingegangen. Gut 40 Prozent davon gingen an Ambühl, der sich gegen den Churer Feuerwehrkommandanten Hansjörg Erni, die Präsidentin der Frauenzentrale Graubünden, Cathrin Räber-Schleiss, Ex-GKB-CEO Alois Vinzens und Bestseller-Kochbuchautorin Nadia Damaso durchgesetzt hat.

Andres Ambühl, herzliche Gratulation! Die Bündnerinnen und Bündner haben Sie zum «Bündner des Jahres» 2019 gewählt. Sind Sie überrascht?
Ehrlich gesagt: Ja. Ich freue mich aber riesig. Es ist eine grosse Ehre und ich schätze es sehr, dass so viele Leute für mich gestimmt haben. An dieser Stelle möchte ich mich dafür bedanken. Und es freut mich natürlich auch, dass man mich mag. Das ist mir lieber, als dass man mich hasst.

Wie erklären Sie sich Ihre Beliebtheit? Immerhin haben gut 40 Prozent aller Leute für Sie gestimmt. 
Das ist überwältigend, aber ich weiss es nicht. Ich bin ich. Ich bin, wie ich bin. Und offenbar mögen das die Leute.

Sie konnten sich gegen vier andere Bündner durchsetzen. Wem hätten Sie Ihre Stimme gegeben?
Das ist sehr schwierig für mich. Alle Nominierten machen grosse Sachen, gewisse von ihnen sogar sehr wichtige Sachen. Etwa die Churer Feuerwehrleute, die sogar Leben retten. Und ich, ich spiele ja nur Hockey. Ich mache, was mir Spass macht. Deshalb bin ich schon etwas überrascht, dass ich gewonnen habe.

Kommen wir zum sportlichen Teil. Sie haben mit der Schweizer Nationalmannschaft erst vergangene Woche Russland mit 8:2 geschlagen. Haben Sie für die Heim-Hockey-WM 2020 das Aufgebot von Trainer Patrick Fischer bereits erhalten? 
Nein, nein (lacht). Aber ich habe das schon ständig im Hinterkopf. Deshalb gebe ich auch alles, um bei der WM dabei zu sein. Gerade auch deshalb, weil es eine Heim-WM ist. Da dabei zu sein, wäre schon ein weiteres Highlight in meiner Karriere.

Sind Sie zuversichtlich, aufgeboten zu werden?
Darüber will ich gar nicht erst nachdenken. Ich muss einfach Gas geben und gute Leistungen abliefern – und dann müssen die Verantwortlichen entscheiden.

Nicht nur bei der Nati läufts gut. Bei der Qualifikation für die Play-offs steht der HC Davos zurzeit auf Rang 2. Kann den HCD noch etwas bremsen?
Momentan läuft es tatsächlich gut. Es kommt jetzt aber eine intensive Zeit mit vielen Spielen auf uns zu. Nun geht es darum, das Level zu halten, um den Einzug in die Play-offs definitiv zu schaffen. 

Abgesehen vom Einzug in die Play-offs: Was wollen Sie als Captain mit dem HC Davos noch erreichen?
Ich will ganz klar noch mindestens einmal den Meistertitel holen. 

Sie sind auch schon 36 Jahre alt. Nicht viele können so lange spielen. Wie lange wollen Sie noch weitermachen?
So lange, wie ich Spass habe, gesund bleibe und mithalten kann. Am liebsten aber bis 40.

Und dann? Man munkelt, Sie würden auch nach der Spielerkarriere für den Klub arbeiten – einfach in einer anderen Funktion. 
In der Tat mache ich mir inzwischen mehr Gedanken über die Zeit danach. Und Tatsache ist, dass ich über Hockey mehr verstehe als über alles andere. Deshalb will ich auch in Zukunft in diesem Bereich tätig bleiben. Wir müssen aber noch schauen, in welcher Funktion das sein wird.

Bevor es so weit ist, stehen Sie aber noch eine längere Zeit auf dem Eis. Als nächstes beim Spengler Cup. Für Sie ist es dann das zwölfte Mal.
Verglichen mit dem ersten Mal, bin ich heute nicht mehr so aufgeregt. Aber die Vorfreude ist noch genauso gross. Neben den Play-offs ist der Spengler Cup sicherlich das Highlight des Jahres. Gerade, wenn man an die Stimmung und Atmosphäre im Stadion denkt. Es ist schon cool, wenn das Stadion voll ist, die Tickets ausverkauft sind. Ausserdem freue ich mich, gegen internationale Teams zu spielen und mich mit ihnen zu messen. 

Zuletzt hat der HC Davos den Spengler-Cup-Pokal  im Jahr 2011 geholt. Es wäre also wieder an der Zeit.
Es wäre gut, nicht wieder im Halbfinal rauszufliegen (lacht). Nein, wir sollten nicht so weit nach vorne schauen. Wichtig ist, dass wir jetzt eine gute Vorrunde hinlegen und dann Spiel für Spiel nehmen. Aber wir sind schon hungrig danach, den Spengler Cup endlich wieder zu gewinnen.

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Finde Andres Ambühl einen super Sportler.Wenn ich mich recht erinnere ,war er auch bei den silber Gewinner an der WM.Zudem hat er viele Fans auch bei uns im Glarnerland.Dieser Mann hat über Jahre Spitzenleistungen vollbracht.