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Warum wird Kuba zum beliebten Reiseziel für Schweizer Touristen?

Wer in so einem schönen Land wie der Schweiz lebt, der muss eigentlich nicht weit fahren, um gut Urlaub zu machen. Malerische Berglandschaften für eine Wandertour gibt es ebenso wie historische Städte für einen Kulturtrip zur Genüge. Trotzdem zieht es auch die Schweizer immer öfter in die Ferne.

Südostschweiz
Freitag, 13. Dezember 2019, 11:05 Uhr

Vielleicht wünschen sie sich ja einfach etwas wärmeres Wetter? Das kann aber nicht der einzige Grund sein, für Kuba Rundreisen um die halbe Welt zu fliegen. Trotzdem entschliessen sich zahlreiche Schweizer Touristen in den letzten Jahren genau dazu. Was macht für sie den Reiz dieses karibischen Inselstaates aus? Auf den ersten Blick gibt es schliesslich nichts, was das Land seinen Nachbarn voraus hat. Trotzdem erfreut es sich bei Reisenden grösserer Beliebtheit als etwa die Bahamas. Dieser Artikel stellt einige der Gründe hierfür vor.

Günstige Flüge nach Havanna

Der erste Grund ist eigentlich ein ganz banaler: Aus der Schweiz gibt es regelmässige Flüge nach Kuba – und die Ticketpreise sind günstig. Von Basel, Genf oder Zürich aus sind Hin- und Rückflug oftmals für deutlich unter 1000 CHF zu haben. In der Regel ist zwar ein Umstieg in Düsseldorf notwendig, trotzdem hält sich die Reisedauer in Grenzen. Die bequeme Erreichbarkeit zum günstigen Preis ist also der erste Faktor, der einen Kuba-Urlaub attraktiv macht. Das ist ein grosser Vorteil gegenüber kleineren Karibik-Inseln, die nur mit mehreren Umstiegen zu erreichen sind. Auch das Visum für Touristen, die sogenannte Touristenkarte, kann ohne grosse Umstände beantragt werden. So steht einem Kuba Urlaub also nicht viel im Weg.

Eine Reise in vergangene Zeiten

Eine echte Besonderheit Kubas ist ein Nebeneffekt der wirtschaftlichen Isolation, die der Insel jahrzehntelang durch das US-Embargo auferlegt wurde. Die Strassen Havannas sind voll von Oldtimern, wie sie andernorts auf der Welt kaum noch zu finden sind. Da die US-Sanktionen die Importe von Neuwagen effektiv verhindert haben, mussten die Kubaner erfinderisch werden. Autos, die  anderswo längst in der Schrottpresse gelandet wären, haben sie liebevoll gepflegt und immer wieder repariert, so dass sie auch heute noch ihren Dienst verrichten. Und nicht nur Autoliebhaber können hier in Nostalgie schwelgen. Auch die Architektur des 19. Jahrhunderts und des frühen 20. Jahrhunderts ist vielerorts noch unverändert erhalten. Denn auch grossangelegte Neubauvorhaben, wie sie während des Kalten Krieges in anderen sozialistischen Ländern an der Tagesordnung waren, konnte sich Kuba bislang nicht leisten. Eine Reise nach Kuba ist also immer auch eine Reise in eine vergangene Welt. Und niemand weiss, wie lange sie noch erhalten bleiben wird.

Der Mythos der Revolution

Auch der Mythos der kubanischen Revolution fasziniert nach wie vor viele Menschen in der Schweiz. 30 Jahre nach Ende  des kalten Kriegs ist Kuba eines der letzten Länder, das noch an einem kommunistischen Regierungssystem festhält. In Kuba ist deshalb vieles anders. Für die Bewohner ist das nicht immer einfach, für Touristen hingegen ein spannender Einblick in ein anderes politisches System. Wer einmal den öffentlichen Nahverkehr genutzt hat oder die überschaubare Speisekarte eines Restaurants für einheimische Kubaner studiert hat, weiss die Annehmlichkeiten der Schweiz danach umso mehr zu schätzen.

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