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Wie die Euphorie vom 14. Juni nachklingt

In Graubünden gingen am Frauenstreiktag über 1000 Frauen auf die Strassen. Ausserdem stieg der Frauenanteil im Nationalrat dieses Jahr auf über 40 Prozent – grosse Schritte in Richtung Gleichstellung. Das Frauen*streik-Kollektiv zieht Fazit zu einem ereignisreichen Jahr.

Anna
Nüesch
Mittwoch, 04. Dezember 2019, 04:30 Uhr Jahr des Frauenstreiks
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Genau vor einem halben Jahr war der nationale Frauenstreiktag.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Ziemlich genau ein halbes Jahr ist er her: Der nationale Streiktag am 14. Juni blieb auch in Graubünden nicht unbemerkt. In Chur gingen gleichzeitig über 1000 Bündner Frauen und solidarische Männer auf die Strasse. Grossrätin Julia Müller, aktives Mitglied im Frauen*streik-Kollektiv, bezeichnet den Frauenstreik dieses Jahr als Highlight in Bezug auf Gleichstellung.

Von Euphorie …

Immer noch trifft sich das Frauen*streik-Kollektiv regelmässig, um über aktuelle Gleichstellungsthemen zu diskutieren. Ein monatlicher Stammtisch bietet die Möglichkeit dazu. Auch ein halbes Jahr nach dem 14. Juni sind die Themen des Frauenstreiks noch topaktuell. «Es tauchen immer noch viele Frauen an den Sitzungen und am Stammtisch auf. Der 14. Juni wirkt immer noch nach» erzählt Julia Müller.

Nach dem 14. Juni war die Euphorie sicherlich am grössten, bestätigt Müller. «Die nationalen Parlamentswahlen am 20. Oktober waren eine weitere grosse Motivationsspritze.» Müller glaubt, dass das Thema Gleichstellung auch in den nächsten Jahren von grosser Bedeutung sein wird, «vor allem, seit das Parlament deutlich weiblicher und jünger geworden ist.»

… und Zukunft

Für das Kollektiv stelle sich nun die Frage, wie man die Energie vom Frauenstreiktag und vom ganzen Jahr, nutzen könne. «Wenn wir das weitertragen, werden wir bestimmt einige Sachen anreissen können», so Müller.

An Themen mangle es nämlich nicht. «Wir wollen weiterhin den Kontakt zwischen der Bündner Politik und dem Kollektiv behalten.» Eines habe sich seit den letzten Frauenbewegungen speziell geändert: «Die letzten Bewegungen bezüglich Stimmrecht, Gewalt in der Ehe oder Mutterschutz sind sehr auf die Frau bezogen gewesen. Jetzt soll es einen Schritt geben, dass auch mehr Männer den Zugang zur Gleichstellungsbewegung finden.»

Die Diskussion könne sich auch weiterentwickeln. Beispielsweise LGBTQ+-Rechte und die Gender-Thematik würden ebenfalls zur Gleichberechtigung gehören, erklärt Julia Müller.

Der nächste Stammtisch des Frauen*streik-Kollektivs widmet sich ausserdem dem Thema Klimawandel. «Wir wollen eine Brücke bauen zwischen sozialen und politischen Diskussionen wie Klima- und Frauenstreik sie sind.» Themen, welche auch auf längere Sicht nicht an Aktualität verlieren.

Der Stammtisch des Frauen*streik-Kollektivs wird weiterhin bestehen bleiben. Das nächste Treffen findet am 5. Dezember in der Churer Werkstatt statt. Willkommen sind alle Interessierten. Frauen, sowie Männer.

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