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Mammut-Zahn Nummer 5 in Eschenbach gefunden

Ein Mitarbeiter eines Kieswerks in der Luzerner Gemeinde Eschenbach hat einen Mammutzahn gefunden, dessen Träger vor rund 80'000 Jahren gelebt hat. Es ist bereits der fünfte Mammutzahn, der auf dem Gelände zum Vorschein kam.

Agentur
sda
Donnerstag, 28. November 2019, 11:27 Uhr Eschenbach LU
Noch ist der Fund nicht freigelegt: Finder Stefan Bitterli mit dem Mammutzahn in der Kiesgrube in Eschenbach LU.
Noch ist der Fund nicht freigelegt: Finder Stefan Bitterli mit dem Mammutzahn in der Kiesgrube in Eschenbach LU.
Luzerner Kantonsarchäologie

Das Exemplar, auf das der Arbeiter bereits am vergangenen Dienstag gestossen war, sei der bis anhin grösste und am besten erhaltene Stosszahn aus dieser Kiesgrube, teilte die Luzerner Kantonsarchäologie am Donnerstag mit. Der Zahn gehöre mit 80'000 Jahren Alter zu den ältesten Mammutfunden der Schweiz.

Der Stosszahn wurde von einem Maschinisten der Kiesgrube entdeckt. Er sei ein «bemerkenswert dickes Exemplar», teilte die Kantonsarchäologie mit. Die ursprüngliche Länge dürfte deutlich über drei Meter betragen haben.

Der Zahn, der beim Kiesabbau beschädigt worden war, wird nun vorsichtig geborgen. Diese Arbeiten dürften noch bis nächsten Dienstag dauern. Dann wird er in einem Speziallabor konserviert. Ohne diese Massnahme würde er rasch zerfallen, teilte die Kantonsarchäologie mit.

Zeitgenosse der Neandertaler

Das Alter des Stosszahns ist bekannt, weil die Kiesschicht bereits bei einer früheren Untersuchung datiert worden war. Vor 80«000 Jahren war Eiszeit, aber es herrschte eine eher milde Phase. Der Reussgletscher hatte sich in die Alpen zurückgezogen. In der Schweiz lebten damals die Neandertaler. Der moderne Mensch wanderte erst 40»000 Jahre später in das Gebiet ein.

Im Luzerner Seetal kamen bislang in Ballwil, Eschenbach und Hochdorf Funde von Mammutüberresten zutage. Gemäss Angaben der Forscher waren die Tiere wohl im Vorfeld des vorrückenden Reussgletschers verendet, vom Schmelzwasserfluss des Gletschers mitgerissen und im kiesigen Flussbett abgelagert worden. Die Überreste wurden später alle bei Abbauarbeiten im unteren Bereich der Kiesschicht geborgen.

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