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Saat für das Glarner Dinkelbrot ist im Feld

Nächstes Jahr soll im Glarnerland so viel Dinkel wachsen, dass daraus eigenes Bio-Brot hergestellt werden kann. Dafür haben Bauern nun ihre Felder bestellt.

Südostschweiz
Donnerstag, 31. Oktober 2019, 04:30 Uhr Das Ziel ist gesteckt
Noch fehlen den Glarner Landwirten Erfahrungswerte für den Anbau von Ur-Dinkel.
HANS SPECK

von Hans Speck

Vier Biobauern wagten sich in den vergangenen Tagen an den Anbau von Wintergetreide. Dabei haben sie einen Teil ihrer Naturwiesen gepflügt und darauf Ur-Dinkel angesät. Dies mit dem Ziel, im kommenden Jahr ein lokal produziertes Bio-Brot zu lancieren.

Das Glarnerland ist traditionell nicht als Ackerbauregion bekannt und somit fehlen den Landwirten noch Erfahrungswerte. Aber Dinkel ist eine sehr alte Getreideart, welche als robust und genügsam gilt. Somit sei das Risiko für die noch dinkelunerfahrenen Landwirte, trotz biologischem Anbau, vertretbar.

Als einziges Getreide stammt der europäische Dinkel aus West-Europa und ist – verglichen mit dem Brotweizen – leichter verdaulich. Vor gut 130 Jahren war Dinkel in der Schweiz noch das häufigste Wintergetreide. Der Anteil an der gesamtschweizerischen Anbaufläche lag damals bei 33 Prozent. Heute sind es nur noch etwa vier oder fünf Prozent.

Mehl aus Getreidemühle in Näfels

Auch um die Vielfalt der Glarner Lebensmittelproduktion zu fördern, entschieden sich die vier Glarner Biobauern für den Anbau des Ur-Dinkels. Dies auf insgesamt über vier Hektaren Ackerfläche rund um die Maismühle in Näfels. Geht es nach den Bauern, sollen dort schon ab nächstem Sommer etwa 1,5 Tonnen Dinkelmehl produziert werden.

Neben kurzen Transportwegen spreche noch mehr für die seit 1830 existierende Getreidemühle. Ursprünglich diente sie als Mais- und Futtermühle und war die erste in der gesamten Ostschweiz. Damals wie heute werden die Maschinen mittels eigener Wasserkraft angetrieben und es wird aktuell ausschliesslich Bio- oder Demeter-Getreide verarbeitet.

Ausserdem hat die Mühle kürzlich in eine neue Dinkelrolle investiert. Dies ist nötig, da beim Dinkel – anders als beim Weizen – das Korn vor dem Mahlen noch entpelzt werden muss.

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