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Keine «männerdominierten» und «frauentypischen» Berufe mehr

Am 14. November 2019 sollen am Zukunftstag Mädchen und Jungen zu einer offenen, geschlechterunabhängigen Berufs- und Lebensplanung ermutigt werden. Denn nach wie vor schränken sich Jugendliche aufgrund von traditionellen Rollenvorstellungen in ihrer Berufswahl stark ein, findet der Kanton Graubünden

Südostschweiz
Freitag, 27. September 2019, 11:30 Uhr Geschlechterunabhängiger Zukunftstag
Zukunftstag.Mädchen bauen.
Mädchen bauen und Jungen schneiden Haare. Die Jugendlichen sollen ihren Weg ohne Vorurteile wählen können.
SASI SUBRAMANIAM

Am Nationalen Zukunftstag am 14. November 2019 entdecken Mädchen und Jungen Berufe und Tätigkeiten, in denen ihr Geschlecht untervertreten ist. Sie werden ermutigt, das ganze Spektrum beruflicher und persönlicher Zukunftsperspektiven in Betracht zu ziehen und Rollenbilder zu hinterfragen. Ziel des Zukunftstags ist es, Mädchen und Jungen möglichst früh für eine offene Berufswahl zu motivieren, schreibt der Kanton Graubünden in einer Mitteilung.

Vorbilder fehlen

In der Schweiz stehen jungen Menschen gegen 250 Lehrberufe zur Auswahl. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach geeigneten Fachkräften. Doch nach wie vor schränken sich Jugendliche in ihrer Berufswahl stark ein, weil sie sich von traditionellen Rollenvorstellungen leiten lassen statt von eigenen Interessen und Stärken. So wählte die Hälfte der jungen Frauen im Jahr 2016 eine Lehrstelle in einem von fünf Berufen im Sozial- und Gesundheitswesen, heisst es in der Mitteilung. Insbesondere für Mädchen fehlen weibliche Vorbilder – sowohl in männerdominierten Berufen als auch in Führungspositionen. Und auch für Jungen sind männliche Vorbilder in sogenannt frauentypischen Berufen rar.

Genau darin liegt der Ansporn für den Zukunftstag: Im Grundprogramm, in dem Jungen und Mädchen Bezugspersonen zur Arbeit begleiten, steht der Seitenwechsel im Zentrum. Bei den Spezialprojekten liegt der Fokus bewusst auf geschlechterspezifisch geprägten Berufen, in denen sich ein Fachkräftemangel abzeichnet.

1000-Franken-Video-Wettbewerb

In Graubünden organisiert die Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann einen Video-Wettbewerb. Dabei gibt es 1000 Franken für die Klassenkasse zu gewinnen, schreibt der Kanton in der Mitteilung. Schülerinnen und Schüler dokumentieren zu zweit ihren Seitenwechsel am Zukunftstag in einem kurzen Video. Ziel ist eine möglichst informative und unterhaltsame Darstellung des Seitenwechsels.

Die besten Videos werden an der Preisverleihung am 12. Dezember 2019 präsentiert und veröffentlicht. Auf der Website www.chancengleichheit.gr.ch sind alle wichtigen Informationen zum Wettbewerb aufgeführt und unter www.nationalerzukunftstag.ch alles zum Zukunftstag.

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