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«Schatzsucher» nach archäologischem Fund zu Geldstrafe verurteilt

Er machte den Fund seines Lebens und wird nun dafür gebüsst: Ein Mann, der letztes Jahr in Prêles BE mit Hilfe eines Metalldetektors auf eine 3500 Jahre alte Bronzehand gestossen war, ist am Mittwoch vom Gericht zu einer Geldstrafe von 2500 Franken verurteilt worden.

Agentur
sda
Mittwoch, 25. September 2019, 20:22 Uhr Moutier BE
Die "Schatzsucher" stiessen mit ihrem Metalldetektor im Herbst 2017 auf diese 3500 Jahre alte Bronzehand. (Archivbild)
Die "Schatzsucher" stiessen mit ihrem Metalldetektor im Herbst 2017 auf diese 3500 Jahre alte Bronzehand. (Archivbild)
KEYSTONE/ARCHAEOLOGISCHER DIENST BERN/PHILIPPE JONER

Denn der Mann habe gegen das Denkmalpflegegesetz verstossen, urteilte das vom Regionalgericht Berner Jura-Seeland in Moutier BE. Der aussergewöhnlich Fund war zwei «Schatzsuchern» am 7. Oktober 2017 im Berner Jura auf dem Tessenberg oberhalb des Bielersees gelungen. Neben der Hand fanden die beiden auch einen Dolch und eine menschliche Rippe.

Zwar brachten sie die gefundenen Gegenstände unverzüglich zum Archäologischen Dienst des Kantons Bern. Doch dort wurde ihnen vorgeworfen, den Metalldetektor wiederholt ohne Bewilligung eingesetzt zu haben.

Der Einzelrichter folgte dem Urteil der Staatsanwaltschaft, die zuvor einen entsprechenden Strafbefehl erlassen hatte. Sie verurteilte einen der beiden Männer wegen fünffacher Verletzung des Denkmalpflegegesetzes - dazu gehörte auch der Fund der Bronzehand - zu einer Busse von 2500 Franken.

Bewilligung nötig

Der Angeklagte sei zwar kein Plünderer und habe auch nicht aus Gier gehandelt sondern sei von Enthusiasmus getrieben gewesen. Aber er könne nicht einfach suchen, wie und wo er wolle. Dazu komme, dass er bei seiner Tätigkeit durchaus auch auf archäologische Funde hoffe.

Das Denkmalschutzgesetz schreibe aber vor, dass «die Verwendung technischen Hilfsmittel zum Absuchen des Untergrundes nach archäologischen Objekten» einer Bewilligung der kantonalen Fachstelle bedürfe.

Nach Ansicht des archäologischen Dienstes besteht ausserdem die Gefahr, dass durch das Graben eine archäologische Stätte zerstört werden könne. Deshalb müssten die «Schatzsucher» im Fall eines Fundes den Ort unberührt lassen und sofort die verantwortlichen Behörden informieren.

Kein Verzicht auf Hobby

Der Angeklagte gab vor Gericht an, in seiner Freizeit den Bauern zu helfen, indem er mit dem Detektor die Felder von Metallgegenständen säubere. Ausserdem unterstütze er Menschen bei der Suche nach verlorenen Gegenständen.

Auf diese Tätigkeit werde er nicht verzichten. «Ich war ehrlich und ich bereue es nicht», sagte er nach dem Urteil vor dem Gerichtsgebäude. «Wenn ich die andere Hand finde, werde ich auch sie dem Archäologischen Dienst bringen».

Die bereits gefundene Bronzehand kann noch bis am 15. November im Neuen Museum Biel bewundert werden. Danach wird sie im deutschen Halle ausgestellt.

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