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Palliative Care – Leben bis zum Ende

Palliative Care im Glarnerland spannt ein Netz, das Menschen mit einer unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheit auffängt. Ein Knotenpunkt ist das Kantonsspital Glarus. Im interprofessionellen Team suchen wir gemeinsam mit den Patienten einen gangbaren Weg bis zum Lebensende – mit möglichst viel Lebensqualität.

Südostschweiz
Mittwoch, 25. September 2019, 00:00 Uhr Sponsored Content
Unsere Spezialistin

Fränzi Tschudi studiert im Masterlehrgang Palliative Care in St. Gallen und ist seit 2014 am Kantonsspital Glarus tätig. Seit 2018 arbeitet sie in der neuen Funktion als Fachverantwortliche der Palliative Care Einheit. Als Ausgleich zur Arbeit ist Fränzi Tschudi viel in den Glarner Bergen unterwegs – zu Fuss oder mit dem Gleitschirm.

Palliative Care ist eine recht junge Fachdisziplin in einer älter werdenden Gesellschaft. Dabei ist Sterben kein neues Phänomen. Nur wie man damit umgeht, hat sich im Laufe der Zeit verändert. Es war die Engländerin Cicely Saunders, die die Tradition der Hospize in den 1960er Jahre wiederaufleben liess. Im St. Christopher’s Hospice in London wurden Todkranke nicht nur medizinisch versorgt, sondern auch emotional, spirituell und sozial unterstützt. Auch in der Schweiz fasste die Idee der Palliative Care Fuss, zunächst an der École du Bon Secours in Genf. Aus verschiedenen Freiwilligengruppen in der ganzen Schweiz wurde 1988 eine nationale Fachgesellschaft gegründet, die sich heute palliative.ch nennt. Das Kantonsspital Glarus verfolgt seit 2016 ein Umsetzungskonzept für Palliative Care, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Wir unterstützen Menschen ohne Heilungschancen, darunter auch chronisch Kranke, ihre Erkrankung zu akzeptieren und damit so gut es geht zu leben.

Palliative Care sucht bis zum Schluss nach möglichst viel Lebensqualität.

Da kann man nichts mehr machen!?

Die Diagnose «unheilbar krank» ist für Betroffene ein Schock. Das bedeutet aber nicht, dass man nichts mehr machen kann. Im Rahmen von Palliative Care betreuen und behandeln wir Menschen ohne Aussicht auf Heilung. Im Zentrum steht die Lebensqualität: Schmerzen und andere Symptome lindern, zum Beispiel durch Bestrahlung oder mit Medikamenten, sowie Autonomie fördern. So lange wie möglich selbstständig sein zu können, ist eines der Hauptanliegen der Patienten. Was Lebensqualität für jeden Einzelnen bedeutet, ist aber sehr individuell. Für die einen bedeutet es am gemeinsamen Leben mit Freunden und Familie teil zu haben, für andere ist es, ein feines Essen zu geniessen. So individuell wie die Definition von Lebensqualität ist auch die Behandlung.

Symptommanagement von allen Seiten

Um die Lebensqualität zu erhalten, arbeiten viele verschiedene Fachdisziplinen zusammen. Dem Körperlichen wird ebenso Beachtung geschenkt, wie spirituellen, psychischen und sozialen Aspekten. Einmal in der Woche kommen alle Fachpersonen zusammen, um für jeden Patient und jede Patientin die beste Behandlung zu besprechen: Therapeuten sind dabei (Physiotherapie, Musiktherapie, Ergotherapie, Logopädie), Berater (Ernährungsberatung und Sozialberatung), ein Seelsorger, sowie alle zwei Wochen eine Vertreterin der Krebsliga. Von medizinischer Seite sind Palliativarzt und Assistenzarzt anwesend – und natürlich wir von der Pflege.

Im KSGL stehen drei farbenfrohe Palliativ-Zimmer zur Verfügung.

Auf Rosen gebettet

Im KSGL fokussieren wir uns auf Patienten in einer akuten Phase ihrer Erkrankung, zum Beispiel, wenn belastenden Symptome stabilisiert werden müssen. Dafür haben wir drei Einzelzimmer für Palliative Care, die nach einem speziellen Farbkonzept eingerichtet sind: Lavendel, Rose, Mohn. Angehörige können dort auch übernachten. Auch ein Aufenthaltsraum steht ihnen zur Verfügung, um sich auch einmal zurückziehen zu können. Die Patienten können bis zu drei Wochen bei uns bleiben, bis sich der Zustand stabilisiert hat, Medikamente eingestellt sind und klar ist, wie und wo es weitergeht. Für die so genannte «Terminale Care», bei der die Sterbebegleitung im Vordergrund steht, sind Hospize die beste Anlaufstelle. Aber auch im KSGL findet zum Teil «Terminale Care» statt. Im Kanton Glarus gibt es derzeit noch kein Hospiz. Patientinnen und Patienten, die in familiärer Atmosphäre ohne lebensverlängernde akutmedizinische Behandlung ihre letzte Lebenszeit verbringen möchten, stehen Pflegeheime im Kanton und ausserkantonale Hospize zur Verfügung. Ist ein gutes soziales Netzwerk vorhanden, können sie auch zu Hause begleitet werden.

Schnittstellen schmerzfrei

Der Bedarf an Palliative Care steigt stetig. Unsere Gesellschaft wird immer älter und die Krankheitsverläufe werden immer komplexer. Deswegen wäre es wünschenswert, wenn alle Pflegeeinrichtungen und Spitexorganisationen im Kanton Glarus ein Palliative Care Konzept haben würden – und dieses dann auch umsetzen. Darum kümmert sich im Moment die Fachspezialistin Palliative Care, die bei der neuen Koordinationsstelle Gesundheit des Kantons tätig ist. Auch das Forum Palliative Care arbeitet daran, Palliativ Care im Kanton bekannt zu machen und ein professionelles Palliative Care Netzwerk im Kanton aufzubauen. Es geht darum, die Schnittstellen zwischen den einzelnen Leistungsanbietern zu optimieren. Darüber hinaus arbeitet das Forum an einen Betreuungsplan, der den interprofessionellen Austausch von Informationen vereinfacht. Bei Notfällen kann der Betreuungsplan ausserdem als Ergänzung zur Patientenverfügung herangezogen werden.

Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt.

Circle of Life

Das Lebensende verbringen viele Menschen im Pflegeheim oder im Spital. Heute werden wir zu Hause kaum noch mit dem Sterben konfrontiert. Dabei gehört der Tod zum Leben wie die Geburt; er ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich sollte es sein, sich damit frühzeitig auseinander zu setzen und das Undenkbare zu denken: Was wünsche ich mir für meine letzte Lebenszeit. Welche Dinge kann ich frühzeitig regeln (z.B. Patientenverfügung, Testament, Bestattung)? Der Sozialdienst vom KSGL und die Krebsliga stehen Ihnen bei diesen Fragen mit Rat und Tat zur Seite.