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Chur ist ein hartes Pflaster für Velofahrer

Velofahrer haben es nicht immer einfach im Strassenverkehr. Dies widerspiegelt sich auch in den Verkehrsunfallszahlen. Chur ist darin prominent vertreten. Die Gründe.

Anna
Nüesch
Freitag, 20. September 2019, 16:29 Uhr Immer mehr Unfälle
Steinbruchstrasse Strasse Chur Kreuzung Quaderstrasse Trottoir Velo Velofahrer
Die Unfallstatistik in Graubünden unterscheidet sich leicht von der gesamtschweizerischen Tendenz.
OLIVIA AEBLI-ITEM

33'616 Velounfälle verzeichnete das Bundesamt für Strassen (Astra) schweizweit in der Zeitspanne von 2011 bis 2018. Chur ist bei einer Auflistung der 20 Gemeinden mit den meisten Unfällen auf dem 13. Rang zu finden. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» in seiner letzten Sonntagsausgabe.

Mehr Velos, mehr Unfälle

Durch die steigende Beliebtheit von Velos und Bikes gingen die Unfälle mit Autos, Töffs und auch Fussgängern zurück. Demgegenüber nahmen die Velounfälle zu.

Dies bestätigt auch Edi Rölli. Er ist Geschäftsführer des Vereins Pro Velo, welcher sich für die Interessen der Velofahrer in Graubünden einsetzt. «Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Anzahl an Unfällen mit Velobeteiligung in der Schweiz die letzten Jahre stetig angestiegen ist. Das ist sehr besorgniserregend», sagt Rölli.

In Chur sieht die Situation immerhin positiver aus. Die Unfälle mit Velobeteiligung in der Stadt Chur hätten sich über die Jahre kontinuierlich reduziert. Zu verdanken sei dies vor allem der Arbeit in den Schulen durch die Verkehrsinstruktoren der Stadtpolizei und dem Kursangebot von Pro Velo für Kinder.

Ein Blick auf die Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Graubünden vom Jahr 2018 bestätigt, dass die Präventionsarbeit gar kantonal fruchtet. «Bei den Fahrradunfällen kann ein Rückgang von 70 auf 58 und bei den dabei verletzten Personen von 61 auf 48 verzeichnet werden»

Im Kreisel «tätschts»

Der «Tages-Anzeiger» schreibt ausserdem, dass bei immer mehr Unfällen die Ursache «Zustand der Infrastruktur» zu Verletzten führt. Die Infrastruktur beinhaltet beispielsweise Baustellen, Schnee auf der Fahrbahn oder hohe Randsteine.»  Letztere wurden auch in Chur vor kurzer Zeit thematisiert.

Für Rölli gibt es einen weiteren Unfallschwerpunkt besonders in Chur: Kreisel. «Die Unfallschwerpunkte mit Velobeteiligung in Kreiseln über die letzten Jahre zeigt uns, dass hier weiterhin mit Sensibilisierungs-Kampagnen und Verkehrskontrollen gearbeitet werden muss.»

Und genau so eine Sensibilisierungs-Kampagne lancierte Pro Velo zusammen mit der Stadt Chur und den Tiefbaudiensten. Mit der Kampagne «Velofahren im Kreisel» wird den Verkehrsteilnehmern wichtige Tipps zum Befahren eines Kreisels gegeben. Diese Kampagnen würden den Velofahrern helfen, sich im Kreiselverkehr richtig zu verhalten.

Weiter gehöre auch der geringe Abstand von Autos beim Überholen von Velofahrern zu den Unfallrisiken. Pro Velo fordert deshalb mit einer Petition einen gesetzlichen Mindestabstand von 1.5 Metern beim Überholen eines Velofahrers.

Seid Ihr regelmässig mit dem Velo im Strassenverkehr unterwegs?

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E-Bikes und ihre Tücken

In den letzten zehn Jahren kamen immer häufiger Velos mit elektrischer Unterstützung dazu. Und damit häufen sich auch die Unfälle. In der Verkehrsunfallstatistik 2018 der Kantonspolizei Graubünden heisst es: «Stark zugenommen haben die Unfälle mit E-Bikes von 11 auf 29. Die Anzahl der verletzen Personen hat sich von 8 auf 24 verdreifacht und bei zwei Personen waren die Unfallfolgen tödlich.»

Rölli hat mögliche Gründe für die erhöhte Unfallzahl mit E-Bikes. «Ein Grund ist die Nutzung durch ältere Personen, die längere Zeit nicht mehr Velo gefahren sind und nun diese neue Möglichkeit nutzen. Nur: Das Fahrgerät haben sie nicht voll im Griff.» Die Einsicht jener Personen, einen speziellen Kurs für die Bedienung der Fahrzeuge zu besuchen, sei klein.

Trotzdem betont Rölli, dass E-Bikes und auch Velos allgemein einen positiven Effekt im Strassenverkehr haben. «Denn eine höhere Anzahl an Velos auf den Strassen erhöht auch die Achtsamkeit der anderen Verkehrsteilnehmenden dem Velo gegenüber.» Zudem unterstütze die Nutzung die dringend nötige Reduktion der Autopendler im Alltag.

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Wird sicher nicht besser, wenn jetzt alle Strassenmündungen mit Velofallen ausgerüstet werden (Alexander-Gürtelstrasse, Seitenstrassen der Quaderstrasse, Tödi- in Oberalpstrasse. Da muss der Winkel beim Abbiegen perfekt stimmen.Sonst gibt's eine Gesichtsbremse oder einen Rückenschaden.

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