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Renovation einer Kirchenwandmalerei soll dank Video finanziert werden

Die Baukommission in Breil/Brigels hat sich zur Finanzierung einer Wandmalerei Gedanken gemacht und sich zu einer nicht ganz alltäglichen Finanzierungsvariante entschlossen. Dafür hat sie extra ein Video gedreht.

Südostschweiz
Freitag, 13. September 2019, 04:30 Uhr Spezielle Sammelaktion

Die Baukommission der katholischen Pfarrei Breil/Brigels plant im Sommer 2020 eine Sanierung der Pfarrkirche in Brigels. Vorgesehen ist vor allem eine energetische und technische Sanierung sowie eine Auffrischung des Inneren. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 1,25 Millionen Franken.

Soweit so normal. Doch zusätzlich möchte die Baukommission auch das St.-Christophorus-Fresko am Kirchturm restaurieren. Die Kosten für dafür belaufen sich gemäss einer Mitteilung auf 55'000 Franken. Für die Finanzierung des Freskos hat sich die Kommission etwas Spezielles überlegt. Um Aufmerksamkeit zu erregen und damit das Projekt bekannt zu machen, haben die Mitglieder der Baukommission (Sep Cathomas, Marcellino Flury, Adrian Bergamin, Pauli Cavegn, Pfarrer Sajan Vattakkat Yohannan und Annadora Friberg) in Eigenregie einen Kurzfilm produziert.

Gezeigt wird eine laienhafte und wenig erfolgreiche Restaurierung der Freske. Das Fazit ist klar, hier muss ein professioneller Restaurator ans Werk – und um das zu finanzieren, braucht es die Unterstützung von den Zuschauern. «Wir hatten Erfolg mit einem ähnlichen Projekt für eine Teilfinanzierung der Sanierung der Pfarrkirche. Da haben wir die insgesamt 162 Fenster der Südwand der Pfarrkirche in Kürze verkauft und die Aktion war ein voller Erfolg. Die Aktion für das Fresko knüpft in ähnlichem Stil daran an, wir wollen jedoch einen grösseren, weiteren Kreis möglicher Spenderinnen und Spender ansprechen», erklärt Friberg von der Baukommission. Dass der Spender einen bestimmten Teil des Freskos auswählen könne, schaffe eine persönliche Verbindung. Ausserdem präsentiere man sich mit einer solchen Aktion als moderne Kirchgemeinde. 

Der angesprochene Film

Von der Internetseite der Pfarrei hat man Zugang zu einem Reservationsprogramm, das das ganze Fresko in 220 Teilen unterteilt zeigt. Je nach Vorliebe kann man sich beispielsweise das Gesicht, einen Oberarm oder das Stück eines Ornamentes auswählen und einen Beitrag von 250 Franken leisten, um so die Restauration dieses einen Teiles zu ermöglichen. Sind alle 220 Teile verkauft, ist die Restauration garantiert.

Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind gemäss Friberg «positiv und neugierig». Vor allem überrasche es die Leute, wenn die Mitglieder der Baukommission und der Pfarrer bereit seien, auf die Leiter zu steigen und eine Restaurierung zu inszenieren und zu filmen. «Bereits bei den Dreharbeiten hatten wir neugierige Zuschauer.» Der Kurzfilm hatte gemäss Friberg bereits in den ersten Tagen fast 400 Aufrufe, man sei deshalb sehr zufrieden, wie die Aktion angelaufen sei.  

Fresko kommt bei Umbau zum Vorschau

Das grosse St. Christophorus Fresko war nicht immer in der heutigen Form sichtbar. In den 1960er-Jahren entwarf der Architekt Georg Berther Pläne für ein neues Kirchenschiff, weil die alte Kirche der Pfarreigemeinschaft zu wenig Platz bot. Beim Bau des neuen, modernen Kirchenschiffs wurde der bestehende Turm in das neue Schiff inkorporiert. Erst mit dieser Veränderung kam das 2,9 Meter breite und 6,5 Meter hohe St. Christophorus Fresko am Kirchturm zum Vorschein. (kup)

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