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Brustkrebs – den Knoten lösen

Die gute Nachricht: Früh erkannt, kann Brustkrebs gut behandelt werden. Die Belastung ist hoch, aber die Heilungschancen sind es auch. Im Glarnerland ist das Kantonsspital Glarus das Zentrum für Vorsorge, Diagnose und Behandlung von Brustkrebs. Vor allem ältere Frauen sind betroffen. Mit 40 steigt das Risiko.

Südostschweiz
Dienstag, 27. August 2019, 00:00 Uhr Sponsored Content
Unsere Spezialisten

Dr. Reta Bossi Rhyner arbeitet seit 2006 als leitende Ärztin in der Frauenklinik des Kantonsspitals Glarus. Die gebürtige Glarnerin zog es nach dem Studium an verschiedene Kliniken in der Schweiz. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann und drei Kindern wieder in Glarus. Als Ausgleich zum Klinikalltag macht sie Sport und Musik und liebt es, auf vielen Reisen die freie Natur zu entdecken.

Ein Tumor entsteht dann, wenn Zellen in der Brust ungehindert wachsen. Doch dieses zusätzliche Gewebe ist nicht immer gefährlich. Gutartige Tumore haben kaum Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Handelt es sich um einen bösartigen Tumor, spricht man von Krebs, ist die Brust betroffen von Brustkrebs oder Mammakarzinom. Die Krebszellen wachsen in gesundes Gewebe ein und gelangen über die Lymphbahnen oder das Blut in andere Organe. Dort können sie Ableger bilden, sogenannte Metastasen.

Früh erkannt – Gefahr gebannt?

Je früher die Behandlung beginnt, umso besser sind die Heilungschancen. Deswegen empfehle ich ab ca. 40 Jahren regelmässig zur ärztlichen Kontrolle zu gehen. Sind nahe Verwandte bereits in jungen Jahren an Brustkrebs erkrankt, zum Beispiel eine Schwester im Alter von 35 Jahren, wären jährliche Kontrollen ab 35 Jahren angezeigt. Sie können auch selbst zu Hause Ihre Brust regelmässig auf Veränderungen abtasten. Pink Ribbon Schweiz hat die wichtigsten Schritte in einem Flyer zusammengefasst. Am besten eignet sich dafür die Zeit direkt nach der Monatsblutung, da das Brustgewebe dann weicher ist. Brustkrebs verursacht meistens keine Schmerzen. Wuchern Tumorzellen bilden sich Knötchen, die man ertasten kann. Sollten Sie Veränderungen in der Brust wahrnehmen, zögern Sie nicht lange diese der Ärztin vorzustellen. Mit bildgebenden Verfahren können wir Veränderungen im Gewebe gut erkennen. Die so genannte Mammografie zeigt Brustkrebs sogar bevor man Knötchen mit der Hand ertasten kann. Deswegen gibt es in St. Gallen, Graubünden oder der Westschweiz ein Screening-Programm, das Brust-Röntgen ab 50 empfiehlt. Im Kanton Glarus praktizieren wir das opportunistische Mammografie-Screening. Hier sind es die Frauenärzte und Hausärzte, die nach Bedarf eine Mammografie veranlassen.

Diagnose Brustkrebs – was tun?

In den letzten 10 Jahren wurden viele Eigenschaften der Krebszellen erforscht.

Entscheidend für die Behandlung ist die Art des Tumors. In den letzten 10 Jahren hat die Krebsforschung grosse Fortschritte gemacht und kann nun Eigenschaften von Krebszellen genauer bestimmen. Wir können Behandlungen so viel besser auf die individuellen Gegebenheiten abstimmen. Mittels einer Punktion entnehmen wir unter lokaler Betäubung und Ultraschall zunächst Gewebe (Biopsie). Die genaue Untersuchung des entnommenen Gewebes zeigt, ob es sich um einen gutartigen Tumor oder Krebs handelt. Bei gutartigen Tumoren vereinbaren wir mit der Patientin eine regelmässige Kontrolle oder entscheiden uns für eine Operation. Ergibt die Biopsie einen bösartigen Tumor, muss das Gewebe noch detaillierter untersucht werden. Je nach Eigenschaften des Krebsgewebes kann mit Operation, Bestrahlung, eventuell Chemotherapie, und/oder Medikamenten (antihormonelle Therapie) behandelt werden. Eine Operation ist meistens nötig, insbesondere wenn mehrere Knoten in der Brust sind oder der vorhandene Knoten besonderes gross ist. Operiert wird immer möglichst brusterhaltend.

Kurze Wege – schnelle Hilfe

Mit der Diagnose Krebs müssen Frauen nicht allein fertig werden.

Die Entscheidung über die nächsten Schritte treffen wir gemeinsam mit der Frau. Die besten Behandlungsmöglichkeiten besprechen wir Frauenärzte im interdisziplinären Team zusammen mit Onkologen, Radiotherapeuten, Chirurgen und Pathologen. Die Wege im Kantonsspital sind kurz: Eine schnelle Abklärung bringt Patientinnen zeitnah Gewissheit. Kommt eine Frau mit tastbaren Knoten in der Brust zu uns, veranlassen wir gleich Mammografie, Brustultraschall und Punktion. Mit den Resultaten der Gewebsanalyse ist dann innert drei bis fünf Tagen zu rechnen. Eine Therapie mit Operation, Bestrahlung und Chemotherapie erstreckt sich meistens über ein halbes Jahr. In dieser Zeit sind die betroffenen Frauen zu 100% arbeitsunfähig. Viele Frauen entscheiden sich dafür, trotzdem arbeiten zu gehen.

Mit der Diagnose Krebs konfrontiert zu werden, ist eine sehr schwierige Situation. Diese müssen Sie jedoch nicht allein bewältigen. Wir beraten Sie gerne, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, beispielsweise psychologische Beratung und alternative Therapien zur Ergänzung. Ebenso bietet die Krebsliga Schweiz auf ihrer Website Anlaufstellen für Psychoonkologische Beratung und Selbsthilfegruppen. Mit der Therapie stehen die Chancen gut, dass der Krebs nicht wiederkommt. Um sicher zu gehen, laden wir die Patientinnen in den ersten drei Jahren alle drei Monate zur Nachkontrolle ein. Im 4. und 5. Jahr nach Therapieende erfolgt die Kontrolle alle sechs Monate und danach einmal im Jahr.

Pink Ribbon – gemeinsam gegen Krebs

Mit Rosa Schleifen Solidarität mit Brustkrebspatientinnen zeigen, zum Beispiel beim Pink Ribbon Charity Walk am 1. September.

Oktober ist der internationale Mammakarzinom-Monat. Auch wir in der Frauenklinik nehmen das zum Anlass, um mit Veranstaltungen auf Brustkrebs aufmerksam zu machen. Alle Mitarbeitenden tragen zudem die Rosa Schleife (engl. Pink Ribbon). Das internationale Zeichen weist auf Brustkrebserkrankungen hin. Als Trägerinnen und Träger der Rosa Schleife soldarisieren wir uns mit Frauen, die von Brustkrebs betroffen sind. Beim 12. Pink Ribbon Charity Walk in Zürich sind es rund 5000 Frauen, Männer und Kinder, die Solidarität zeigen. Ein Teil der Startgebühren wird für die Forschung und Bekämpfung von Brustkrebs gespendet. Der Startschuss für den 4 km langen Lauf durch das Stadion Letzigrund und die umliegenden Quartiere fällt am 1. September 2019 um 14:00 Uhr. Ich kann diesen Anlass nur empfehlen und wäre auch gerne dabei, aber ich bin im Kantonsspital Glarus im Einsatz –gegen Brustkrebs.