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Wie Bündner Gemeinden über den «Tellerrand» Kontakte pflegen

Kontakte über die Kantonsgrenze hinaus zu pflegen, bringt den Bündner Gemeinden durchaus Vorteile. Mit sogenannten Partner- oder Patenschaften schauen sie über die Kantonsgrenzen hinaus.

Südostschweiz
Montag, 29. Juli 2019, 04:30 Uhr Gemeindepartnerschaften
Die Gemeinde Trimmis pflegt Kontakte mit Weyregg in Österreich und Widen im Kanton Aargau.
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Shangri-La in China und Bad Homburg und Deutschland; viele Gemeinsamkeiten haben diese Städte auf den ersten Blick wohl kaum. Beide haben jedoch eine Partnergemeinde in den Bündner Bergen. Shangri-La in China pflegt den Kontakt mit Arosa, Bad Homburg und Chur stehen ebenfalls in einer Partnergemeinschaft. Doch was sind die Vorteile einer solchen Partnerschaft?

Partner und Paten

Bei solchen Gemeinschaften muss man zwischen Partner- und Patengemeinden unterscheiden, wie Thomas Kollegger vom Amt für Gemeinden erklärt. Patenschaften seien in der Regel langfristige Beziehungen. Meistens würden finanzschwache Gemeinden zum Zuge kommen, von welchen das Amt auch Kenntnis hat. Häufig kämen sie unter der Vermittlung der Schweizer Patenschaft für Berghilfen zustande.

Bei Partnergemeinden würde der interkulturelle Austausch im Vordergrund stehen oder man könne an das wirtschaftliche und touristische Potential anknüpfen. Der Begriff werde aber nicht an allen Orten gleich verwendet.

Dem Amt für Gemeinden sind momentan diese Bündner Partnergemeinden bekannt:

  • Arosa:  Shangri-La (China)
  • Breil/Brigels: Gammelshausen (Deutschland)
  • Chur: Bad Homburg (Deutschland), Cabourg (Frankreich), Bad Mondorf (Luxemburg), Mayrhofen (Österreich), Terracina (Italien)
  • Davos: Aspen (USA), Chamonix (Frankreich), Sanada (Japan)
  • St. Moritz unterscheidet zwischen Schwesterstädten: Bariloche (Argentinien), Kutchan (Japan) und Vail (USA) und Partnerorten: Capri (Italien), Westerland (Deutschland) und Mauritius
  • Trimmis: Weyregg am Attersee (Österreich) und Widen (Kanton Aargau)

«Über die Nachbargemeinden hinweg»

Der Trimmiser Gemeindepräsident Roman Hug erklärt, wie die Gemeinde Trimmis von diesen Gemeinschaften profitiert. «Die Gemeinde Widen hat in den 70er-Jahren bewusst eine Bündner Gemeinde als Patengemeinde gesucht. Ihr Ziel war es, eine Berggemeinde finanziell zu unterstützen. Die ausgewählte Gemeinde war damals Says. Heute sind Trimmis und Says fusioniert und finanziell natürlich unabhängig von Widen.» Der Austausch werde aber immer noch jedes Jahr gepflegt. Letztes Jahr habe Hug die 1.-August-Rede in Widen halten dürfen.

«Mit Weyregg in Österreich ist der Austausch oft kultureller Natur. Vor allem in früheren Jahren war der Austausch zwischen den Vereinen gross.» Die Feuerwehren und die Musikvereine hätten sich beispielsweise regelmässig besucht.

Momentan sei der Austausch aber vor allem zwischen den Behördenmitgliedern. Meistens gäbe es einmal pro Jahr ein Treffen. Es sei nicht immer einfach, neben dem Tagesgeschäft an die Patengemeinden zu denken. Trotzdem sei es wichtig, über die Nachbargemeinden hinweg sich auszutauschen, sozusagen über den «Tellerrand» hinaus. (nua)

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