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9400 Fahrten an einem schönen Weekend

Eine Erhebung zeigt, wie viel Verkehr es im Klöntal wirklich hat. Es ist viel, vor allem am Wochenende. Ausser bei den Velos und E-Bikes.

Fridolin
Rast
Sonntag, 21. Juli 2019, 04:30 Uhr 7-Sekunden-Takt in Rekordstunde

Kaum wird das Wetter schön und heiss, ist das Klöntal voll. Oder jedenfalls die Strasse ins Klöntal hinauf und dem See entlang. Schon am Sonntag, 30. Juni, und damit noch vor den grossen Sommerferien in den meisten Kantonen war die Situation so schlimm, dass die Kantonspolizei die Strasse für Motorfahrzeuge sperrte. Grund: Die Strassen waren verstopft, Rettungsfahrzeuge hätten steckenbleiben statt Hilfe bringen können. Und das Postauto, das nach Fahrplan fahren sollte, bleibt manchmal tatsächlich stecken.

9400 Fahrten pro Wochenende

Die Gemeinde Glarus hat letztes Jahr per Radar und Video den Verkehr im Klöntal und Muotathal zählen lassen. Der Bericht des Verkehrsplaners* zeigt die Situation im August 2018. Anfang des Monats sind wie üblich noch Schul- und Betriebsferien, mit der Erhebungsperiode geht am 31. auch der meteorologische Sommer zu Ende.

Bereits die Durchschnittswerte sind nicht ohne. Vom 4. bis zum 31. August werden im Rhodannenberg – berg- und talwärts – durchschnittlich jeden Tag 1800 Fahrzeuge gezählt. Darin sind 110 Töffs inbegriffen, aber nicht die zusätzlich 140 Velos und E-Bikes pro Tag.

Doch an einem schönen Wochenende wie an jenem vom 4. und 5. August sind es zusammengezählt mehr als doppelt so viele, rund 9400 Fahrzeugbewegungen. Die Klöntalerstrasse ist beim Rhodannenberg am Sonntag noch stärker belastet als am Samstag:

  • Am Samstag werden in beiden Richtungen gezählt: 4300 Motorfahrzeug-Fahrten berg- und talwärts, 290 davon fallen auf Motorräder. Dazu kommen 370 Velos oder E-Bikes.
  • Am Sonntag sind es noch mehr: 5100 von und nach Riedern, davon 280 Töffs, ausserdem 360 Velos oder E-Bikes.

Ist dagegen die Ferienzeit vorbei und das Wetter nass, so sucht kaum mehr einer die Stille, die nun auch im Klöntal wieder herrscht. 850 Fahrzeuge am Samstag, 25., und knapp 1500 am Sonntag, 26. August, werden noch gezählt.

Weiter auf der Klöntalerstrasse

Und so verteilt sich der Verkehr im Klöntal: Zum Restaurant «Rhodannenberg» oder dem See entlang werden samstags 3300 und sonntags 4000 Fahrten gezählt, über den Damm zum Camping und Badestrand Güntlenau je etwa 2000 Fahrten. Nur ein kleiner Teil der Fahrerinnen und Fahrer kommt aus dem Klöntal und will über den Damm oder umgekehrt.

7-Sekunden-Takt in Rekordstunde

Dann, wenn alle ins Klöntal fahren wollen, rollt die Samstagswelle vor allem zwischen 9 und 16 Uhr, in dieser Zeit fahren jede Stunde zwischen 170 und 280 Motorfahrzeuge ins Klöntal, in der Spitzenstunde zwischen 12.30 und 13.30 Uhr sind es sogar 330 Fahrzeuge, wie die Videoauswertung ergab.

Am Sonntag hält die Spitze bergwärts länger an, ab neun Uhr fahren während drei Stunden jeweils über 300 Motorfahrzeuge, während zwei weiteren immer noch über 250.

Und wenn es Abend wird, wollen alle in noch kürzerer Zeit wieder ins Tal. Die Spitzenzeit mit über 250 Fahrzeugen dauert am Samstag von 16 bis 20 Uhr, am Sonntag fahren von 15 bis 19 Uhr jede Stunde zwischen 300 und 470 Fahrzeugen ins Tal. In der Rekordstunde am Sonntagabend fahren zwischen 16.45 und 17.45 Uhr volle 510 Motorfahrzeuge talwärts, das ist alle sieben Sekunden eines – auf einer Strecke mit Engpässen zum Kreuzen.

Die Passfahrer

Dabei bleibt der Grossteil des Verkehrs im Klöntal, ist doch die Strecke vom Gasthaus «Richisau» bis zur Kantonsgrenze bei der Gampelbrücke am Samstag und Sonntag gesperrt. Eine Regelung, welche der Kanton Glarus nach dem Bau der Pragelstrasse in den 1970er-Jahren beschloss und die vom Bundesgericht geschützt wurde.

Die Pragelstrasse oberhalb von Muotathal SZ ist in beiden Richtungen im Schnitt mit 600 Fahrzeugen täglich belastet, je etwa 300 Fahrzeuge fahren also pro Richtung. Etwa ein Drittel von ihnen bleibt in der Passregion, denn bei der Kantonsgrenze werden im Schnitt nur noch 400 Bewegungen gezählt.

Auch hier, wo man am ehesten die Passfahrer mitzählt, kommt man aber neben den Minima von 70 bis 80 Fahrten an regnerischen Tagen auf Maxima von einmal über 700, zweimal über 800 Fahrzeugen. Dies – wegen des Wochenend-Fahrverbots – logischerweise an Wochentagen. Die 800er-Zahlen wurden dabei an besonderen Tagen erreicht: Maria Himmelfahrt ist im Kanton Schwyz Feiertag, an diesem Donnerstag, 15. August, und am nachfolgenden Freitag fuhren besonders viele über den Pragel.

Auf der Fahrverbot-Strecke summieren sich erlaubte Fahren und – möglicherweise – Nonchalance: An den ersten beiden Augustwochenenden wurden täglich 300 oder mehr Fahrzeuge gezählt, wovon jeweils rund 100 Zweiräder. Der Bericht nimmt an, dass von Letzteren etwa ein Drittel Motorräder sind und der Rest Velos oder E-Bikes.

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