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Kartoni-Pläne bleiben kein Papiertiger

Etwa 26 000 Quadratmeter oder so gross wie 100 Tennisplätze sind das Kartoni-Areal und die Untere Allmeind zusammen. Langfristig sollen dort gegen 170 Millionen Franken investiert werden, um über 200 Wohnungen, Gewerberäume und einen Generationen-Treffpunkt zu bauen.

Marco
Häusler
Freitag, 19. Juli 2019, 04:30 Uhr 170-Millionen-Projekt
Das Areal und die Pläne: Auf der Grundlage des Masterplanes soll das rot umrandete, rund 26'000 Quadratmeter grosse Gebiet mit den zwei Quartieren Kartoni-Areal und Untere Allmend gemeinsam entwickelt werden.
PRESSEBILD SUTTER PROJECTS GMBH

Im Richtplan der Gemeinde Glarus werden drei Entwicklungsschwerpunkte definiert: Grosser Zaun Netstal, Obere Allmeind/Bahnhof Ennenda und Ennetbühls/Bahnhof Glarus. Priorität wird den letzten zwei eingeräumt, und einen Schritt voran geht es jetzt in Ennetbühls, wo für die beiden Teilgebiete Kartoni-Areal und Untere Allmeind ein Masterplan vorliegt. Vorgestellt wurde er zuerst den direkten Nachbarn des Kartoni-Areals an einem «Informations- und Austauschanlass», wie in der Medienmitteilung steht, die danach publiziert wurde. Die beiden Areale – Kartoni und Untere Allmeind – «stellen heute ein zusammenhängendes Gebiet mit nicht nur sehr hohem Entwicklungspotenzial, sondern auch von grosser Bedeutung für Glarus dar».

Eigentümerin des Kartoni-Areals ist die Weidmann Electrical Technology AG, die von der Sutter Projects GmbH aus Baar (ZG) vertreten wird, die Untere Allmeind gehört der Gemeinde Glarus. Die Erarbeitung des Masterplans gab der Gemeinderat in Auftrag, daran mitgewirkt hat eine Begleitgruppe aus Vertretungen der Behörden und Experten. Parallel dazu fanden Workshops mit Leuten aus der lokalen Hotellerie, Gastronomie, aus Tourismus, Detailhandel, medizinischer Versorgung, Politik, Raumplanung, Architektur und Kultur statt. Denn Ziel des Masterplans sei es, die «grundlegenden Absichten und Rahmenbedingungen für die Arealentwicklung aufzuzeigen», steht in der Mitteilung. Darauf basierend soll Ende 2021 ein Überbauungsplan fertiggestellt werden, um frühestens im Frühling 2022 mit einer ersten Bauetappe zu beginnen – allerdings nur auf dem Kartoni-Areal.

Untere Allmeind steht hinten an

Weil in der Gemeinde «aktuell eine rege Bautätigkeit herrscht und die Gemeinde private Bauvorhaben nicht konkurrenzieren will», wird dem Teilareal Untere Allmeind laut Mitteilung keine Priorität eingeräumt.

«Da würden zu viele Wohnflächen auf einmal produziert», führt der Inhaber und Geschäftsführer der Sutter Projects GmbH dazu aus. «Aber es machte natürlich Sinn, dass wir gemeinsam darüber nachgedacht haben, wie die zwei Areale aussehen, erschlossen und entwickelt werden könnten», sagt Robert Sutter weiter. «Ein klares Ziel ist es, dass ein interessantes und ganzheitliches Quartier entsteht.»

Auf dem rund 15 200 Quadratmeter grossen Weidmann-Areal, das in der Mischzone liegt, könnten laut Sutter 150 bis 200 Wohnungen entstehen. Auf der rund 10 600 Quadratmeter grossen Unteren Allmeind in der reinen, dreigeschossigen Wohnzone wäre «bei etwas tieferen Investitionen als auf dem Kartoni-Areal» der Bau weiterer 80 bis 100 Wohnungen möglich.

Linthsteg spielt zentrale Rolle

Auf dem Kartoni-Areal ist laut Mitteilung im nördlichen Teil «als mögliche Variante die Bewahrung der kulturell und geschichtlich wichtigen Bebauungsstruktur» vorgesehen. So werde geprüft, ob Arbeiterhaus, historische Hallen und Hänggiturm erhalten werden sollen. Die Werkhallen im südlichen Teil sollen dagegen «durch eine attraktive Struktur mit einem vielseitigen Angebot für Wohnen und Arbeiten ersetzt werden». Und Platz geschaffen werden soll auch «insbesondere» für kulturelle Nutzungen.

Für den den motorisierten Verkehr soll das Areal unter anderem vom Kronenplatz her erschlossen, die Parkierung laut Mitteilung «idealerweise im guten Verhältnis von über und unter dem Boden realisiert werden». Der Langsamverkehr soll vom Linthsteg entlang der Linthpromenade bis ins Zentrum Ennendas geführt werden. «Damit kann der Ortsteil Ennenda/Ennetbühls optimal und attraktiv an das Zentrum von Glarus und den Bahnhof angebunden werden», heisst es dazu.

Den Linthsteg – die geplante Fussgängerbrücke, die Ennetbühls über den Fluss einst mit der Ostseite des Bahnhofs Glarus verbinden soll – bezeichnet auch Sutter als «recht wichtig für die ganze Entwicklung». Diese stehe und falle zwar nicht mit dem Linthsteg. «Aber es gäbe definitiv eine ganz andere Planung, wenn er nicht gebaut würde.»

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