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Nun fordert die Gewerkschaft eine Lohnanalyse

Das Engagement am Frauenstreik sei nur der Beginn. Nun stellt der Gewerkschaftsverband des Personals der öffentlichen Dienste (VPOD) grischun/glarus Forderungen an die Regierungen.

Südostschweiz
Samstag, 13. Juli 2019, 14:18 Uhr Einen Monat nach dem Frauenstreik
Einen Monat nach dem Frauenstreik am 14. Juni zieht der Verband des Personals der öffentlichen Dienste ein Fazit.
THEO GSTÖHL

Fast genau einen Monat ist es her: Rund 1000 Frauen und solidarische Männer gingen in Chur auf die Strasse, um für Gleichstellung von Mann und Frau zu kämpfen. An der Jahresversammlung der Gewerkschaft VPOD grischun/glarus wurde am Freitag hauptsächlich über dieses Thema diskutiert. 

Mädchen wählen aus 4, Buben aus 12

Tamara Gianera, Leiterin der Stabstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann des Kantons Graubünden, unterstrich die Wichtigkeit der Gleichstellung, wie es in einer Medienmitteilung am Samstag heisst. Gleichstellung beginne nicht erst bei den «grossen politischen Themen», sondern bereits viel früher. Genannt wurden in der Mitteilung auch einige Zahlen. 

  • In Graubünden kann zwischen 138 möglichen Berufsausbildungen gewählt werden.
  • 50 Prozent der Mädchen wählen jedoch eine Lehrstelle aus vier Berufen (KV, Pflege, Betreuung, Detailhandel).
  • Bei den Buben wählen 50 Prozent eine Lehrstelle aus 12 Berufen.

Der Blick auf andere Berufsfelder sei also wichtig. Zu beachten sei zudem, dass es eine beachtliche Abwanderung der Jungen aus dem Kanton gibt. Gegen diese Entwicklung und den Fachkräftemangel aktiv werden, habe auch mit Gleichstellungspolitik zu tun, beispielsweise mit der Aufwertung so genannt klassischer «Frauenberufe».

Forderung an die Regierung

Abschliessend zur Jahresversammlung halte die Gewerkschaft VPOD grischun/glarus fest, dass es mit einem Frauenstreik allein nicht getan sei. Das Engagement der Frauen müsse weitergehen. So fordert der VPOD grischun/glarus die Regierungen der Kantone Graubünden und Glarus auf, beim eigenen Personal eine Lohnanalyse vorzunehmen. Wo es angebracht sei, sollen die notwendigen Schritte zur beruflichen Gleichwertigkeit zu gehen. Dabei seien auch Aufstiegschancen zu prüfen. Nicht zuletzt sollten die Mittel zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf frei gegeben werden. (nua)

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