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Davoser Heliports geben zu reden

Im Kanton Graubünden ist die Rega in Untervaz und Samedan stationiert. Bald könnte in Davos ein weiterer Standort dazukommen. Für Gesprächstoff sorgen Überlegungen, zusätzlich zu einer Rega-Basis auch noch Helikopterplätze für kommerzielle Unternehmen entstehen zu lassen.

Südostschweiz
Mittwoch, 26. Juni 2019, 04:30 Uhr Taxiflüge von Kloten?
Eine eigene Rega-Basis für Davos? Die Pläne beinhalten einiges mehr.
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Seit geraumer Zeit will die Gemeinde Davos eine eigene Rega-Basis. In den vergangenen Jahren war über einen möglichen Standort bei der Pischa-Bahn diskutiert worden. Diesem Vorhaben bliess aber ein kräftiger politischer Gegenwind entgegen und es scheiterte letztlich. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Geschichte. Geplant ist, eine Einsatzbasis in Davos-Frauenkirch neben der Ara zu errichten.

Angst vor Taxiflügen

Unklar ist indes noch, ob es bei der zusätzlichen Rega-Basis bleibt oder noch weitere Plätze für kommerzielle Helikopter-Unternehmen entstehen sollen oder nicht. Beat Däscher von der Interessengemeinschaft «Davos ohne Heliport» ärgert sich über das mögliche Vorhaben: «Eine kommerzielle Nutzung öffnet Taxiflügen von Kloten, Samedan oder vom Bodensee herkommend Tür und Tor, und dagegen wehren wir uns.» Weiter befürchtet Däscher, dass Rundflüge in Davos zum Trend werden würden und die Bevölkerung darunter leide.

Auch mit Blick auf die Klimadebatte wären für ihn kommerzielle Helikopterplätze nicht nachvollziehbar. «Gegen die Rega haben wir nichts, aber dass Davos als Luft-Kurort und fortschrittliche Energiestadt solche Unternehmen zu sich holen will, ist unverständlich», führt Däscher gegenüber Radio Südostschweiz weiter aus.

Rückhalt für eigene Rega-Basis

Der ehemalige Davoser Landrat und GLP-Politiker Walter von Ballmoos steht dem Gesamtprojekt auch mit kommerziellen Helikopterplätzen positiv gegenüber, unterstreicht aber in erster Linie die Wichtigkeit der Rega-Basis.

Von der Rettung oftmals direkt betroffen sind auch die Davoser Bergbahnen. Sie stehen folglich einer eigenen Rega-Basis in Davos positiv gegenüber. «Aus Sicht der Rettung zählt oftmals jede Sekunde, und mit einer zusätzlichen Basis direkt in Davos sind wir schneller vor Ort», sagt Matthias Gerber, der Rettungschef der SAC-Sektion Davos gegenüber Radio Südostschweiz. 

Gemeinde will informieren

Auf der Webseite der Interessengemeinschaft stören sich die Heliport-Gegner auch an den «spärlichen Informationen» seitens der Gemeinde zu dieser Thematik. An diesem Umstand will die Gemeinde demnächst etwas ändern. Am kommenden Montag informiert die Gemeinde zusammen mit Vertretern der Rega und des Bundesamts für Zivilluftfahrt und will offenlegen, was Sache ist. (bae)

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