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Unverhofft zum neuen Job

Plötzlich apostolischer Administrator. Peter Bürcher war eigentlich bereits im Ruhestand, als ihn Papst Franziskus höchstpersönlich dazu aufforderte, die Aufgabe des Mediators im Bistum Chur zu übernehmen.

Südostschweiz
Freitag, 07. Juni 2019, 12:00 Uhr Apostolischer Administrator im Bistum Chur
SCHWEIZ BISTUM CHUR PETER BUERCHER
Peter Bürcher hatte eigentlich andere Pläne als der neue apostolische Administrator des Churer Bistums zu werden.
GIAN EHRENZELLER

Obwohl es nur wenige Monate sein sollen, musste Peter Bürcher aus seinem wohlverdienten Ruhestand noch einmal wegtreten. Nun ist er für eine befristete Zeit apostolischer Administrator im Bistum Chur und soll das Bistum Chur einen. Mit Gian Andrea Accola von Radio Südostschweiz sprach er im Rahmen der Religions- und Ethiksendung «Spirit» darüber, wie es zu diesem Auftrag von Rom kam.

«Totale Überraschung»

Als Bürcher von der Nachfolgeregelung des Bistums Chur hörte, ahnte er keineswegs, was mit ihm passieren würde. Der pensionierte Bischof strebte nicht an, mit seinen 73 Jahren noch einmal ein solches Amt anzunehmen. Papst Franziskus hatte jedoch andere Pläne für ihn. Der Papst versicherte ihm aber, dass er das Amt als apostolischer Administrator nur für kurze Zeit ausfüllen sollte. So lange, bis die Nachfolge von Bischof Vitus Huonder geregelt ist.

Keineswegs ohne Zweifel

In der Grussbotschaft an das Bistum zum Amtsantritt vor zwei Wochen äusserte Bürcher jedoch seine Zweifel. Er wusste nicht, ob er der Richtige für diese Rolle war. Von diesen Bedenken unterrichtete er auch den Papst. Trotzdem: Da er im direkten Auftrag des Papstes handelt, möchte Bürcher seiner Aufgabe so gut wie nur möglich nachkommen.

Mit Erfahrungen und Zuversichtlich in die Zukunft

Bürcher war acht Jahre lang Bischof von Reykjavik, zuvor diente er in Lausanne. Er bringt viel Erfahrung mit, weshalb er seiner Meinung nach auch vom Papst zu dieser Aufgabe ernannt wurde. «Es kann gut sein, dass ich wegen meiner bischöflichen Erfahrung gewählt wurde. Ein anderer Grund ist sicherlich, dass ich von Aussen komme. Ich kenne das Bistum Chur nicht so wie diejenigen, die bereits hier waren. Ich sehe Dinge aus einem anderen Blickwinkel.»

In Reykjavik habe er gelernt, in kaltes, wie auch heisses Wasser zu springen, beschreibt er seine Zeit in Island. Nun werde er auch wieder in kaltes Wasser geworfen, wenn er von der Ruhezeit zurück ins Berufsleben kehrt.

Mit Hilfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Priestern sei er aber zuversichtlich, dass er das Bistum Chur in dieser nicht ganz einfachen Zeit unterstützen kann. (nua)

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