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Die Lehrer brauchts auch in der modernen Schule

Total 394 Studierende waren im vergangenen Jahr an der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) eingeschrieben. Erstmals seit 2015 nahmen Männer wieder die Ausbildung zur Kindergartenlehrperson in Angriff. Im Jahresbericht 2018 rückt die PHGR zudem die Digitalisierung in den Vordergrund.

Südostschweiz
Dienstag, 07. Mai 2019, 14:23 Uhr Jahresbericht 2018
Den digitalen Hilfsmitteln zum Trotz: Lernen findet nur statt, wenn der Lerninhalt gut inszeniert ist.
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Ein von Hand gezeichneter QR-Code ziert die Titelseite des Jahresberichts der PHGR zum vergangenen Jahr. Er soll sinnbildlich für das Spannungsfeld zwischen den analogen und digitalen Bereichen unserer Gesellschaft stehen, heisst es in der Einleitung.

Der Quick-Response-Code, kurz QR-Code, ist fester Bestandteil der digitalen Welt.

So erläutert denn auch Rektor Gian-Paolo Curcio, wie die Digitalisierung im Hochschulalltag Einzug hält und von dort in den Schulalltag der Kinder übertragen wird. Das Fach Medien und Informatik steht für angehende Lehrpersonen – sowohl für die Stufe Kindergarten wie auch Primarschule – im Rahmen ihrer Grundausbildung auf dem Lehrplan, wie Curcio erklärt. Ebenso gibt es Wahlmodule in diesem Themenbereich. Das Ziel sei, den Lehrpersonen den mühelosen Umgang und verantwortungsvollen Einsatz mit der Informatik und den Medien beizubringen. Ebenso sollen sie das Fach Medien und Informatik unterrichten können.

Und obwohl in den Primarschulen und Kindergärten immer mehr digitale Hilfsmittel eingesetzt werden, liegt der Fokus beim Unterrichten gemäss Curcio ebenso stark auf der Erarbeitung und Festigung von Werten und Haltungen. «Je höher die technologische Durchdringung der Gesellschaft, desto wichtiger werden Kompetenzen wie beispielsweise kritisches Denken, Kommunikation, Kreativität und Kollaboration.» Die Schüler sollen also nicht nur lernen, wie man digitale Geräte benutzt, sondern auch, wie man sie sinnvoll einsetzt und kritisch hinterfragt.

Auch wenn die Digitalisierung immer stärker Einzug halte in den Schulzimmern, so bringe «die digitale Bereitstellung der Lernmaterialien für sich kaum einen Mehrwert für den Lernprozess», so Curcio. Nach wie vor ist die Arbeit der Lehrperson das Wichtigste im Schulzimmer. Das zentrale Element für den Lernprozess ist und bleibt die «didaktisch intelligent inszenierte Aufgabe».

Zwei Männer für den Kindergarten

Zum ersten Mal seit 2015 haben im vergangenen Jahr wieder Männer mit dem Studium für die Kindergartenstufe begonnen. Unter den neun Personen, die das Studium in Angriff genommen haben, befinden sich zwei Männer. Sie absolvieren den Studiengang zusammen mit sieben Frauen. Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Zahl der Studierenden auf Kindergartenstufe aber eine Einbusse erlitten. In den vergangenen Jahren waren es 26 (2015), 27 (2016), 34 (2017) und 9 (2018) Personen, die ein Studium starteten.

Auf Primarschulstufe hielten sich diese Zahlen in den vergangenen Jahre auf ähnlichem Niveau: 119 (2015), 110 (2016), 95 (2018) und 119 (2018) Personen nahmen die Ausbildung zur Primarlehrperson in Angriff.

Drei neue Mitglieder im Hochschulrat

Viel Bewegung gab es im vergangenen Jahr im Hochschulrat. Ladina Maissen, Livio Zanolari und Walter Hohl beendeten nach zwölf Jahren ihre Tätigkeit im Hochschulrat. An ihre Stelle traten Cornelia Mathis, Piera Furger und Walter Bircher. Sie traten ihr Amt am 1. Juli an. Sie geben ihren Nachfolgern gute Wünsche mit auf den Weg und hoffen, so Maissen, «dass der Hochschulrat auch künftig mit gleicher Freude so weiterarbeiten kann». Walter Hohl hofft, der Rat vermöge das Ausbildungsniveau in jeder Beziehung mindestens zu halten und möge «geerdet bleiben und das universitäre Getue vermeiden». Und Zanolari spricht das Thema an, das im Fokus des Jahresberichts steht, die Digitalisierung: «Eine aktive Haltung vor dem digitalen Wandel ist ein Dauerauftrag.»

Finanziell im Plan

Die Jahresrechnung könne mit einem ausgeglichenen Ergebnis abgeschlossen werden, hält die PHGR im Jahresbericht fest. Die Erträge von 21,834 Millionen Franken entsprechen gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 3,5 Prozent (0,783 Millionen) und liegen knapp eine Million über dem Budget. Dem gegenüber stehen Aufwendungen in der Höhe von 21,6 Millionen Franken. Das entspreche ziemlich genau dem budgetierten Wert.

Obwohl der Personalaufwand im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,2 Millionen stieg, sei das Budget um knapp ein Prozent unterboten worden, ist weiter zu lesen. (sz)

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