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Der Glenner wurde zum Strahlen gebracht

Der WWF Graubünden hat am Glenner eine Säuberungsaktion durchgeführt, welche einige Umweltsünden zeigte. Unter anderem zeigten sich verrostete Eisenstangen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Südostschweiz
Sonntag, 14. April 2019, 13:00 Uhr Säuberungsaktion des WWF

Der Glenner (rätoromanisch: Glogn) ist gemäss WWF eine von zwölf Gewässerperlen im Kanton Graubünden. Er ist bei weitem der grösste Nebenfluss des Vorderrheins und mündet in Ilanz in den Vorderrhein. Damit der Fluss eine Perle bleibt, setzt sich sie Umweltschutzorganisation dafür ein. Aktuell führt das WWF Beschwerde gegen eine weitere Wasserkraftnutzung am Oberlauf des Glenners. Die Auengebiete zwischen Uors und Ilanz würden beeinträchtigt und zahlreichen Tieren und Pflanzen würde die Lebensgrundlage genommen werden. «Wir kämpfen dafür, dass der Glenner so bleibt wie er ist.» Dies sagte Anita Wyss am Samstag bei der Säuberungsaktion am Glenner. Sie ist die Projektleiterin «Gewässerperlen WWF Graubünden» und leitete zusammen mit dem Präsidenten Beat Deplazes die Aktion.

«Der Glenner ist eine der längste Wasserperle Graubünden. Als Talfluss ist er in seiner Natürlichkeit und Ursprünglichkeit sehr wichtig.» Bei einem Besuch im letzten Herbst stellte Anita Wyss fest, dass diese wichtige Wasserperle etwas litt. Da und dort schauten verrostete Eisenstangen zwischen den Steinen am und im Fluss hervor, sogar einen alten Eisenwagen fand sie bei ihrem Besuch.

Neun Freiwillige suchten Abfall

Wegen der Schneefälle vor einer Woche, musste die Säuberungsaktion um eine Woche verschoben werden. «Es wäre zu gefährlich gewesen», sagte WWF-Graubünden Präsident Beat Deplazes. Bei angenehmen äusseren Bedingungen, suchten am Samstag neuen Freiwillige auf den rund sechs Kilometern zwischen Uors und dem Rieinertobel nach Abfall aller Art. Neben den rostigen Eisenstangen und den Eisenwagen, fanden Helfer auch viel Plastikteile. Das gefiel der WWF-Mitarbeiterin weniger. «Das Eisen ist ökologisch weniger problematisch als das Plastik», meinte sie und bat einen Aufruf platzieren zu dürfen: «Wenn ein Spaziergänger an einem Fluss Plastikteile findet, so soll er diese bitte einsammeln – der Natur zuliebe.»

Ein Fischer ist am Glenner zuhause

Die Freiwillige waren Freunde des WWF, aber auch Einheimische und Fischer. Seppli Derungs aus Camus war einer der Freiwilligen: «Ich verbringe im Sommer viel Zeit beim Fischen am Glenner. Als mich Beat bat, bei der Aktion dabeizusein, musste ich nicht lange überlegen.» Aus dem Glenner fischt Derungs Forellen und braucht nach seinen Worten etwas Glück dazu. «Es ist schade, dass der Unterlauf des Glenners jeden Tag für die Fischerei frei ist, als es noch Sperrtage gab, wars besser.» Der passionierte Fischer weicht nun gelegentlich auf den Vorderrhein aus und fischt auch zwischen Ilanz und Trun. 

Der Glenner entspringt in der hintersten Ecke des Val Lumnezia. Bei Uors fliesst er mit dem Valserrhein zusammen. Danach folgen mehrere Auengebiete, die sich perlenschnurartig aneinanderreihen. Die schönsten sind Prada Gronda und Inslas. Bei der Entnahme des Wassers am Oberlauf würden diese Auengebiete gemäss WWF schwer beeinträchtigt. Die Umweltschutzorganisation nennt das fehlende Wasser gleich gross wie das Wasservolumen des Pfäffikersees.»

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