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«Am meisten Patienten zwischen Weihnacht und Neujahr»

Seit 2015 führt der Arzt Dr. Durisch Ragettli in Flims die Arztpraxis Stenna. Neu befindet diese sich im STENNA Flims. Als Notfallärzte sind Durisch Ragettli und Mirjam Carigiet im Winter ein gefragtes Team – und im Sommer auch. Für diesen Job braucht er kühles Blut, viel Einfühlungsvermögen und Flexibilität. Ein Gespräch über seinen Alltag.

Südostschweiz
Donnerstag, 27. Dezember 2018, 04:30 Uhr Sponsored Content
Praxis Stenna

Die Arztpraxis Stenna befindet sich im 2. Stock von STENNA Flims. Sie wird von Dr. med. Durisch Ragettli und Dr. med Mirjam Carigiet geführt. Zum Team gehören auch, Simona Capatt, Nicole Michael, Claudia Cavelti und die beiden Lernenden Demi Knecht und Lisa Zürn. Die Praxis bietet eine umfassende hausärztliche Behandlung und Betreuung. Zudem können die beiden Ärzte Patientinnen und Patienten vertieft internistisch behandeln und beraten.

Welche Verletzungen/Krankheitsbilder sehen Sie im Winter häufig in Ihrer Praxis?

Am häufigsten sind Knieverletzungen gefolgt von Schulter- und Handgelenksverletzungen. Auf Grund der Vielzahl der Gäste sehen wir aber auch viele Patienten mit einer Erkrankung  wie zum Beispiel Erkältungen, Grippe und Halsschmerzen.

Wieviele Patientinnen und Patienten mit Verletzungen von Ski- und Snowboard-Unfällen haben Sie im Durchschnitt pro Tag?

Das ist sehr schwer abzuschätzen. Viel Faktoren spielen dabei eine Rolle: Wetter, Pistenverhältnisse, Sicht, Wochenenden, Ferienzeit sind alles Faktoren die die Zahl der Verletzten beeinflussen. Bei den guten Pistenverhältnissen im letzten Winter waren es deutlich weniger als im Winter zu vor, als die Pisten- und Schneeverhältnisse deutlich schlechter waren. An Spitzentagen behandeln wir über 50 Patienten (Unfälle und Krankheit)

Gibt es Tage oder Tageszeiten mit speziell vielen Unfällen?

An frequenzstarken Tagen sehen wir natürlich auch mehr Unfälle. Am meisten Patienten behandeln wir zischen Weihnachten und Neujahr. An Wochenenden mit top Verhältnissen und schönen Winterwetter ist die Zahl der Unfälle logischer Weise auch deutlich höher. Die Verletzten der Skipisten kommen ab der Mittagszeit. Am Vormittag sehen wir nur wenige Unfälle.

Merken Sie an der Patientenzahl auch, wenn Ferienzeit ist?

Das merken wir sehr stark. Insbesondere wenn Kantone mit vielen Feriengästen (z.B. Zürich) in der Region Ferien verbringen. Auch die Konsultationen wegen Krankheit nehmen in dieser Zeit deutlich zu. Nachdem die letzten Kantone ihre Sportferien vorbei haben wir es ruhiger bis in Deutschland die Osterferien beginnen.

Wie organisieren Sie Ihren Alltag in der Praxis im Winter, wenn Sie nie genau wissen, wieviele Unfälle noch dazukommen?

An Tagen, an denen wir eine Vielzahl von Notfällen erwarten, haben wir nur wenige Patienten regulär eingeschrieben um dem Patientenaufkommen gerecht zu werden. Zudem darf ich auf ein erfahrenes und professionelles Team von medizinischen Praxisassistentinnen zählen, die auch unter Stress und in hektischen Situationen die Sprechstundenorganisation im Griff haben.

Müssen Sie als Notfallarzt im Winter häufig ausrücken? Oder kommen die Notfälle zu Ihnen in die Praxis im STENNA Flims?

In der Regel kommen die Notfälle in die Praxis im STENNA Flims, denn wir können die Patienten nur in der Praxis optimal versorgen. Ein Einsatz ausserhalb der Praxis ist die Ausnahme, da wir dort nur sehr beschränkte Möglichkeiten für eine medizinische Versorgung haben.

Wie arbeiten Sie mit dem Pistenrettungsdienst zusammen?

Die Zusammenarbeit mit dem Pistenrettungsdienst klappt sehr gut. Wir werden durch die Einsatzzentrale der Pistenrettung frühzeitig über den Patienten und seine Verletzung informiert. So können wir uns optimal auf den Patienten vorbereiten. Die Patienten werden von der Pistenrettung bzw dessen Transportdienst direkt zu uns in die Praxis gebracht. Bei leichten Verletzungen können wir den Patienten schneller und effizienter als im Spital behandeln.

Arbeiten Sie auch mit der Rega zusammen?

Mit der Rega arbeiten wir nur in Ausnahmefällen zusammen. Wir brauchen die Rega für Verlegungen nach St. Gallen oder Zürich was nur sehr selten vorkommt. In solchen Situationen arbeiten wir eng mit der Sanität und der Polizei zusammen. Verlegungen nach Chur sind per Ambulanz unwesentlich langsamer. Zudem gibt es im Notfalldienst Situationen in unwegsamem Gelände, welche den Einsatz der Rega erfordern.

Wie unterscheiden sich Ihr Winter- und Ihr Sommeralltag?

Im Winter sind es vor allem die Verletzung der Ski- und Snowboardfahrer und im Sommer vor allem Biker und Wanderer bei denen vor allem Schulter- und Sprungelenksverletzungen vorkommen. Der Sommer ist sicherlich etwas ruhiger als der Winter obwohl der Sommertourismus in den letzten Jahren deutlich stärker geworden ist.

In welche Spitäler verlegen Sie falls nötig Patienten nach einer Erstbehandlung in Ihrer Praxis?

Flims gehört zur Spitalregion Chur und wir verlegen die Patienten meistens ans Kantonsspital Graubünden in Chur. Gelegentlich finden auch eine Verlegung nach Ilanz statt.

Gibt es auch Unfälle und Situationen, die Ihnen persönlich nahe gehen?

Es gehört zur Professionalität, dass man Beruf und Privates möglichst gut trennen kann und Situationen aus der Praxis nicht „nach Hause“ nimmt. Trotzdem gibt es natürlich Situationen die einem mehr berühren. Für mich persönlich sind dies Situationen oder Ereignisse wo Kinder involviert sind.

Vorschau zur Eröffnungsfeier (zvg)