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Ein Koffer fürs Leben

Ein Koffer fürs Leben

Nicht mehr lange und Jan Nigg schliesst seine Elektrikerlehre ab. Was er für seine berufliche Zukunft jedoch noch braucht ist Werkzeug. Jede Menge Werkzeug. Das Südostschweiz-Christkind hat ihn kurzerhand auf Einkaufstour geschickt.

Südostschweiz
vor 2 Jahren in
Aus dem Leben

von Daria Joos

Es ist ein ganz normaler Arbeitstag für den 29-jährigen Jann Nigg. Der Elektriker in Ausbildung hat an diesem Nachmittag den Auftrag, beim Baufachhändler Debrunner/Acifer in Landquart ein Kabel auszuwechseln. Nichts Besonderes, sein Arbeitgeber Clement Elektro hat hier des Öfteren Aufträge zu erledigen.

Ungewöhnlich hingegen ist ein Fernsehteam, das in der Lagerhalle unweit von Nigg entfernt einen Werbespot dreht. Er solle doch einfach normal weiterarbeiten, sagen die Fernsehleute. Nigg ist gerade mit dem Kabel beschäftigt, als eine Frauenstimme ertönt: «Herzlich willkommen zu unserer Weihnachtsaktion. Unser Protagonist weiss noch gar nicht, dass er im Werbespot die Hautrolle spielt. Und zwar ist das der Jann.» Schon ist die Kamera auf den angehenden Elektriker gerichtet. «Wir drehen gar keinen Werbespot», sagt die Moderatorin. «Es geht nämlich um dich. Du wünschst dir doch etwas, oder?»

Der Einkaufswagen steht bereit

In der Tat, Nigg hat einen grossen Wunsch: Er wünscht sich einen eigenen Werkzeugkoffer. Dies hat er vor gut einem Monat auch dem «Südostschweiz»-Christkind mitgeteilt. Das eigene Werkzeug wünscht sich Nigg  unter anderem, um auch zu Hause Arbeiten erledigen zu können. Nun steht das Christkind-Team vor ihm, um den Wunsch zu erfüllen.

«Wir gehen jetzt zusammen einkaufen», verkündet die Moderatorin. Vom Fernsehteam begleitet, geht Nigg von der Lagerhalle zum anliegenden Shop von Debrunner/Acifer. Dort steht schon ein Einkaufswagen bereit. Er dürfe alles einkaufen, was er wolle, wird ihm gesagt. Das lässt sich der Elektriker nicht zweimal sagen.

Nigg füllt den Wagen

Nigg streift durch die Regale und stellt sich seinen eigenen Werkzeugkoffer zusammen. Im Wagen landen eine Trennscheibe, ein Schlagakku-Schrauber, eine Feinfräse, ein Ratschen-Set, ein Laser, ein Kronenbohrer-Set, ein Akkubohrer, ein Bunsenbrenner, Tork-, Kreuz- und Schlitzschraubenzieher, Kombi- und Spitzzangen, Seitenschneider, ein Rollgabelschlüssel, eine Ahle, eine Schutzbrille, ein Bit-Set, eine Abisolierzange und eine Kabelschere.

Nach dem Einkauf ist Nigg zufrieden – und immer noch «etwas baff». Doch die Überraschung geht weiter: Plötzlich steht sein Chef hinter ihm. «Hoi Jann, hast du schön eingekauft?», fragt Josias Clement. «Jetzt aber wohl, ha?», sagt er mit einem Blick auf das neue Werkzeug. «Ich glaube, du brauchst aber noch etwas, um das alles zu versorgen.» Neben Clement steht eine grosse Kiste auf Rädern.

«Allein mit Schraubenzieher und Bohrmaschine kannst du ja nicht arbeiten», sagt Niggs Chef und öffnet die Kiste. «Ich habe noch das elektrische Werkzeug mitgebracht.» Der Inhalt der Kiste: eine Handtasche für das Werkzeug, ein Spannungsmessgerät, ein Schraubenschlüssel, ein Einzugsband und ein Beschriftungsgerät.

Sogar der Chef war eingeweiht

Nigg ist völlig verblüfft. Sein Chef ist auch eingeweiht? Dieser sagt schmunzelnd: «Ich habe natürlich gewusst, dass du heute hier bist.» Der Auftrag bei Debrunner/Acifer wurde von Clement Elektro extra arrangiert, um Nigg überraschen zu können.

Laut Josias Clement hat Nigg das eigene Werkzeug verdient. «Er macht seine Sache wirklich gut, er ist sehr aufgeschlossen. Auch bei der Lehrabschlussprüfung wird er sicher gut abschliessen.» Niggs Eltern haben ein Weingut, wo er auch nach Arbeitsschluss noch viel hilft. «Ein ‘Chrampfer’», wie Clement findet.

«Jetzt bist du gut ausgerüstet, gäll», meint der Chef. Nigg nickt und strahlt. «Das ist wie zweimal Weihnachten.» Clement erinnert ihn aber an den Auftrag bei Debrunner/Acifer. «Das Kabel habt ihr aber ausgewechselt?» – «Noch nicht ganz», sagt Nigg. Aber das Werkzeug dafür hat er jetzt.

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