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Die kleine Rote erfreut ein kleines Herz

Die kleine Rote erfreut ein kleines Herz

Fabio Caviezels grosses Hobby ist das Beobachten der Rangierarbeiten am Churer Bahnhof. Das «Südostschweiz»-Christkind ermöglichte es dem Achtjährigen, das Rangieren einmal hautnah zu erleben.

Südostschweiz
vor 2 Jahren in
Aus dem Leben

Er kann sein Glück kaum fassen. Schon so oft hat der achtjährige Fabio Caviezel den Rangierarbeiten bei der Arosabahn zugesehen und sich gewünscht, einmal mithelfen zu dürfen. Nun steht er mit einem orangen Helm und einer orangen Weste auf den Gleisen der Arosabahn, eifrig bemüht, den Anweisungen des Rangierarbeiters neben ihm zu folgen. Jean-Claude Compagnoni zeigt Fabio, wie die Kupplung, der Vakuum- und der Hochdruckschlauch sowie die Heiz- und Vielfachsteuerkabel vorbereitet werden müssen, damit das Rangieren reibungslos verläuft. Für Compagnoni ist Fabio kein Fremder. «Wir haben uns auch schon gesehen», sagt der Rangierarbeiter. «Du bist ja oft hier.»

Der weisse Langstock, den der stark seh- und hörbehinderte Fabio braucht, um sich im Alltag zurechtzufinden, befindet sich ein paar Meter entfernt bei seiner Mutter Ladina Caviezel. Bei den Rangierarbeiten wäre der Stock doch eher hinderlich. Fabio kann aber auf die Unterstützung von Compagnoni zählen. Dieser führt ihn über die Gleise und sagt ihm genau, wann er eine Stufe passieren muss. Fabio strahlt und lacht. Er darf in wenigen Minuten ganz nah dabei sein, wenn die Lok der Arosabahn an den Wagen vor ihm angeschlossen wird.

Vom Schuhekauf auf das Gleis

Rückblende: Als Fabio sich an diesem Dezember-Nachmittag auf den Weg in die Stadt macht, hat er keine Ahnung, was ihn am Churer Bahnhof erwartet. Eigentlich will er mit seiner Mutter Schuhe kaufen gehen. Doch dann überrascht ihn das «Südostschweiz»-Christkind-Team und teilt ihm mit, dass er heute den Rangierarbeitern helfen dürfe. Und schon kommen drei Männer in orangen Overalls auf Fabio zu. Felix Caviezel, Leiter Betrieb des Churer Bahnhofs, überreicht dem Achtjährigen eine Weste und einen Helm. «Wir lassen das Schuhe kaufen nun sausen», sagt seine Mutter daraufhin lachend. Sie war es, die den Wunsch ihres Sohnes dem «Südostschweiz»-Christkind geschickt hatte.

Rangieren unter Jubelrufen

Nach den Vorbereitungen am Waggon heisst es auf die Arosabahn warten. Fabio wippt aufgeregt und bricht immer wieder in schallendes Gelächter aus, sichtlich erfreut über die Überraschung. «Wann kommt der Zug?», fragt ein Teammitglied des «Südostschweiz»-Christkinds. Fabio weiss es natürlich. «Um zehn vor zwei», kommt es wie aus der Pistole geschossen. «Und wann fährt die Arosabahn wieder ab?», fragt Felix Caviezel. «Um acht nach», antwortet Fabio. «Also je nachdem», fügt er fachmännisch an. Man wisse eben nie, was auf der Strecke alles passieren könne.

«Die Einfahrt ist offen!», ruft Jean-Claude Compagnoni. Die Arosabahn fährt auf dem Gleis 1 ein. Die Puffer der beiden Wagen prallen aufeinander, dann kommt die Arosabahn zum Stehen. Unter Anweisung von Compagnoni darf Fabio die verschiedenen Kabel und Schläuche der Züge verbinden und die Kupplung anhängen.
Daraufhin steigen alle Rangierarbeiter in den Wagen. Der Zug fährt einige Meter rückwärts und wechselt dort das Gleis. Auf der kurzen Fahrt jauchzt Fabio vor Freude. Und dann ist es geschafft: Die Arosabahn steht jetzt auf Gleis 2. Als Fabio aus dem Zug aussteigt, sagt er nur ein Wort: «Nomol!»

Bald mit dem Helm zur Schule

Aber die Rangierarbeiten sind nun vorbei. Die Weste und den Helm darf Fabio als Erinnerung behalten. «Den nehme ich morgen in die Schule mit», verkündet er und deutet auf den orangen Helm. Bis dahin hat Fabio aber noch anderes vor. «Ich gehe jetzt Zug fahren», erklärt er. Allerdings nicht mit der Arosabahn, sondern mit der kleinen Tschu-Tschu-Bahn auf dem Christkindlimarkt. Falls dort auch Rangierarbeiten anstehen, weiss Fabio nun, was zu tun ist.

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