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Bündner Wölfe sind bis ins Weisstannental gewandert

Im Kanton St. Gallen ist erstmals ein Wolfsrudel ausserhalb des Taminatals nachgewiesen worden. Die Wölfe könnten aus Graubünden stammen.

Südostschweiz
Dienstag, 27. November 2018, 14:11 Uhr Wolfspuren im Schnee
Im St. Gallerischen Weisstannental sind im Schnee Spuren von Wölfen gefunden worden.
SYMBOLBILD PIXABAY

Im St. Galler Weisstannental sind im Schnee Spuren von mehreren Wölfen gefunden worden. Wie die Staatskanzlei St. Gallen mitteilt, ist es das erste Mal, dass im Kanton St. Gallen Wölfe ausserhalb des Taminatals beobachtet wurden.

«Wir gehen davon aus, dass es ein Teil des Calandarudels ist», sagt Dominik Thiel, der Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen. Das Rudel halte sich seit 2012 im Grenzbereich von Graubünden und St. Gallen auf. «Man konnte sie aber noch nie so weit westlich im Weisstannental feststellen», so Thiel weiter. Mittlerweile könnten die Tiere aber schon wieder zurück auf Bündner Boden sein.

Es sei nicht unüblich, dass die Wölfe eine solche Strecke zurücklegen würden. «Interessanterweise war das Rudel dieses Jahr aber noch nie im Kanton St. Gallen unterwegs und ist jetzt in kürzester Zeit direkt ins Weisstannental gewandert», sagt Thiel.

Fünf Tiere waren unterwegs

Wie es in einer Mitteilung heisst, bestätigte der zuständige Wildhüter, dass es sich bei den Tieren im Weisstannental um ein Wolfsrudel mit fünf Tieren handelt. Zur Identifizierung der Tiere habe man Kotproben für DNA-Analysen sichergestellt und eingeschickt. «So können wir die Spuren vielleicht einem bekannten Individuum zuordnen», erklärt Thiel.

Mehrere Rudel in Graubünden

In Graubünden sind vermutlich zurzeit mehrere Rudel unterwegs. Wie die Zeitung «Südostschweiz» berichtete, nimmt der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig an, dass sich neben dem Revier des Calandarudels ein zweites Rudel gebildet hat. «Wir müssen davon ausgehen, dass sich dieses Jahr um den Ringelspitz ein neues Rudel gebildet hat», so Reinhard. An der Grenze zum Kanton St. Gallen also. Noch fehlt aber eine DNA-Analyse, die diese Annahme bestätigt.

Sollte sich nach der Analyse der drei abgestürzten Jungwölfe oberhalb von Trin herausstellen, dass sie nicht zum Calandarudel gehörten, ist sicher, dass es ein neues Rudel gibt.

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