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So seid Ihr für Igel eine Hilfe - und keine Gefahr

Wenn sich im Herbst das Laub sammelt, greift man zum Rechen oder zum Laubbläser und nimmt die von den Bäumen gefallenen Blätter zusammen. Stellt dies eine Gefahr für Igel dar? Wie hilft man den Tieren in der Zeit, in der sie sich fit für die kalte Jahreszeit machen am besten?

Südostschweiz
28.10.18 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben
Tiere
Ist das Entfernen von Laub für Igel problematisch?
KEYSTONE

Das  Laub, das am Boden liegt, nimmt jeder zusammen, da es im Garten oder rund ums Haus einfach stört. Das sei auch kein Problem, erklärt Ivo Paganini vom Tierheim Arche in Chur. «Für Igel wird die Laubentfernung erst dann problematisch, wenn die Igelverstecke ohne Rücksicht zerstört werden», sagt er. Dabei verstecken sich die Tiere gerne dort, wo der Wind die Blätter aufhäuft und verkriechen sich in Laubhügel und ziehen sich dorthin zurück, um ihre Ruhe zu haben.

In den Hügeln solle man schon darauf achten, ob sich ein Igel darin verstecke, so Paganini. «Am besten macht man das, indem man zwei bis drei Abende oder früh morgens den Haufen beobachtet und schaut, ob sich da etwas tut», erklärt er. Es sei ja klar, dass man so einen störenden Haufen daheim entfernen wolle. Man solle einfach mit Vorsicht an die Sache ran gehen.

Stress als grosse Gefahr

Glücklicherweise sind Unfälle mit Igeln und Laubbläsern nicht explizit bekannt. «Was wir hier in der Igelstation zu sehen bekommen, sind meist verletzte Tiere», so Paganini weiter. Diese Verletzungen passieren meistens durch Mäher, Sensen- oder Schnurmäher.

Paganini erklärt: «Die grössten Gefahren für Igel im Herbst sind, wenn der Igel sich ein neues Plätzchen sucht, sich irgendwo wohlfühlt, niederlässt und nachher gestört wird und sich ganz gestresst wieder eine neue Behausung suchen muss.» Das koste den Igel unnötige Energie. Diese habe er sich mühsam angefressen, um den Winter zu überleben.

Füttern ist ein «No-Go»

«Wir nehmen in der Igelstation pflegebedürftige und verletzte Igel auf», erklärt Paganini. Igel, die man tagsüber rumlaufen sehe, das sei grundsätzlich nicht normal. «Aber wenn das Tier fit scheint, rumspaziert und wenn man merkt, dass der Igel, wenn man sich nähert, sich gleich zusammenrollt,  dann sollte man schauen, ob er irgendwo eine gute Behausung hat», so Paganini weiter.

Er erklärt: «In der letzten Zeit haben wir aufgrund der Trockenheit immer gesagt, man sollte schauen, dass ein Wasserschälchen vorhanden ist, damit die Igel einfacher zu Wasser kommen». Aber Füttern solle man grundsätzlich nicht. Wenn die Tiere pflegebedürftig sind, wenn sie abgemagert sind, dann gehören sie in die Obhut von Igelinstitutionen. Diese pflegen die Tiere dann und je nachdem schaut sich auch ein Tierarzt die Tiere nochmals an. «Wir schauen dann, dass wir die Tiere am gleichen Ort wieder auswildern können, wo sie gefunden wurden.»

Wie helfe ich Igeln am besten?

Am besten hilft man den Igeln, indem man schaut, dass sie eine gute Behausung haben. Für das kann man sich auch im Internet auf Igelstation-Seiten schlau machen und recherchieren, wie man eine natürliche Behausung für Igel macht. «Mit Natursachen macht das Bauen von Igelbehausungen auch mehr Freude, als wenn man ein Häuschen kauft, das einfach nur schick aussieht. Was die Natur gibt, ist einfach interessanter, auch für Igel», findet Paganini.

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SO schreibt:
"Das Laub, das am Boden liegt, nimmt jeder zusammen, da es im Garten oder rund ums Haus einfach stört." "Es sei ja klar, dass man so einen störenden Haufen daheim entfernen wolle."
NEIN, mich "stört" das Laub NICHT, es ist erwünscht/Natur/Lebensgrundlageteil!
SO:
"«Für Igel wird die Laubentfernung erst dann problematisch, wenn die Igelverstecke ohne Rücksicht zerstört werden», sagt er. Dabei verstecken sich die Tiere gerne dort, wo der Wind die Blätter aufhäuft und verkriechen sich in Laubhügel und ziehen sich dorthin zurück, um ihre Ruhe zu haben.
«Die grössten Gefahren für Igel im Herbst sind, wenn der Igel sich ein neues Plätzchen sucht, sich irgendwo wohlfühlt, niederlässt und nachher gestört wird und sich ganz gestresst wieder eine neue Behausung suchen muss.» Das koste den Igel unnötige Energie."
In dieser Situation sind Chronischkranke/Wehrlose, die in ihrer Mietwohnung nonstop lärmgeplagt werden, aber sogar ein Umzug "Russisches Roulette" ist, wie ein Internet-User treffend schrieb, der am neuen Ort sogar noch mehr Lärm erlebte.
SO:
"Am besten hilft man den Igeln, indem man schaut, dass sie eine gute Behausung haben."
Deswegen fordere ich Fraktionierung/Melioration: WOHNEN Ruhebedürftige und Lärmfanatiker NICHT am selben Ort.
Siehe meinen Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2018-10-24/biker
"In der Natur gibt es keinen Durchschnitt, sondern sehr unterschiedliche Lebenssubstrate (Standorte), für jede Pflanze und jedes Tier das Richtige."
Wenn ich Werbung der "Burnoutklinik Susch" sehe oder wie heute (aus einer Arztpraxis) den Scuol Gesundheitszentrum Unterengadin CLINICACURATIVA-Prospekt "Integrative onkologische Rehabilitation" das Coverfoto unberührter Natur oder SO-Berichte über Behinderte "barrierefreies Bauen" (man Behinderung stets mit körperlicher Behinderung gleichsetzt), dann platze ich, ungesunderweise. Warum nur Vollfehler und Suboptimalismen am Laufmeter - damit die Krankenkosten und -leiden (!) noch mehr steigen?
MEINE Diagnose-Therapie:
1) Es gibt unzählige Leidende Stress/Lärm via Nerven/Psyche/Herzkreislauf etc. DA nützen keine faked "unberührte Landschaft"-Prospekte: Was diese Menschen essenziell benötigen ist STILLE beim Schlafen/Wohnen (indoor & outdoor). ZUFLUCHT/SCHUTZ wie SBB-Ruheabteile, Frauenhäuser. Früher gab es Sanatorien im Grünen, Haupttherapeutikum: RUHE!

https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2018-08-10/waffenplatz-chur
Letztlich muss jeder Mieter selbst wissen, ob er für den seine Gesundheit schädigenden Lärm auch noch die heutigen hohen Preise zahlen will, so wie in meinem "Wohn"quartier, wo das ganze Jahr (also inkl. Dezember/Januar) fast täglich Laubbläser lärmen/abgasen, wenn es nicht gerade Rasenmäher (Stabform oder Schiebevehikel oder Traktormäher) oder Kettensägen/Heckensägen sind. Gemäss meiner Einschätzung dürfte es auf dem Riesenareal kaum einen unberührten Quadratzentimeter geben (Igel und andere Tierli sowie die ziemlich aussterbenden Insekten werdens beweinen).
Das, was ich als neurotischen Irrsinn betrachte, dürfte erst dann zum Ladenhüter tendieren, wenn es endlich die überfällige WAHLmöglichkeit beim Wohnen gibt: dass ich in unserer angeblichen Demokratie WÄHLEN darf zwischen mich-zudröhnen-lassen-müssen – oder meine naturgesetzliche Ruhe haben zu dürfen.

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