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Bächlihof-Mitarbeiter ärgern sich über Diebe und Vandalen

Auf dem Bächlihof in Jona herrscht nicht immer eitel Sonnenschein: In einem Blogeintrag rechnet Kommunikationschefin Nadine Gloor mit respektlosen Besuchern und Dieben ab.

25.10.18 - 04:35 Uhr
Aus dem Leben

Eigentlich hat der Bächlihof in Jona mit dem Entscheid, die Halloween-Party nicht mehr zu veranstalten, Zombies und Vampire vom Hof verbannt. Doch wer den Blogeintrag von Marketing- und Kommunikationschefin Nadine Gloor liest, könnte meinen, dass die Monster nun einfach das ganze Jahr durch auf den Bächlihof kommen – ohne Kostüm. Unter dem Titel «Langfinger auf dem Hof» beklagt Gloor, dass die Regeln oft nicht eingehalten würden.

Das fange an bei der Ehrlichkeit: Öfter würden Besucher bei Äpfeln und Kürbissen einfach zulangen, ohne zu bezahlen. «Die Ausrede ist oft, dass es ja so viele habe und man ja nur ein paar wenige genommen habe», schildert Gloor.

Andreas Good, Verantwortlicher für die Hofläden und die Gastronomie, erklärt: «Auch wenn jeder nur einen oder zwei Äpfel klaut, läppert sich das für uns ziemlich.» Good, der unfreiwillig «Hofpolizist» spielen müsse, habe sogar schon Mütter dabei beobachtet, wie sie ganze Kinderwagen mit Kürbissen füllten und danach einfach wegliefen.

«Ganze Sippe isst gratis»

Auch im Hofrestaurant scheinen es einige mit der Bezahlung nicht so genau zu nehmen: «Wir beobachten immer wieder, dass sich Gäste Literflaschen mit Most oder Tee füllen, ohne diesen zu bezahlen», schreibt Gloor. Und beim Pauschalangebot für den Buurezmorge mussten die Verantwortlichen mittlerweile auf ein neues System umstellen. «Die Kleberli, die wir vorher hatten, wurden teilweise einfach einmal gekauft und dann an die ganze Sippe weitergegeben, sodass alle anderen gratis essen konnten.»

«Häufig sehe ich Leute, die ganze Tüten mit Äpfeln klauen wollen.»
Erika Tschümperlin, Mitarbeiterin Erlebnishof Seegräben

Zu Diebstählen komme es auch bei den Mostäpfeln immer wieder: «Ich habe kein Problem damit, wenn Kinder, die beim Mosten helfen, sich dafür einen oder zwei Äpfel schnappen», stellt Erika Tschümperlin, die Verantwortliche fürs Mosten und den «Öpfelgarte» auf dem Erlebnishof in Seegräben, klar. «Doch häufig sehe ich Leute, die ganze Tüten mit meinen Äpfeln befüllen und sie gratis nach Hause nehmen wollen.»

Kein Respekt vor den Produkten

Zerstörung ist ein weiteres Stichwort, zu dem Gloor verschiedene Begebenheiten schildert. «Vorletzte Woche habe ich ein Kind beobachtet, wie es auf einem Riesenkürbis sass und mit einem Stecken Löcher hineingebohrt hat», sagt Hannes Schmutz, Leiter Hofgestaltung. «Die Mutter stand daneben und hat das Kind fotografiert.»

Offenbar legen nicht nur Kinder respektloses Verhalten an den Tag, wie eine Schilderung von Miri Widmer aus dem Hofrestaurant erahnen lässt: «Letztes Jahr habe ich zwei Kinder beobachtet, die mit einem Kürbis Fussball spielten», erzählt sie. Sie habe sie darauf hingewiesen, dass der Kürbis so kaputt gehe und dass sie nicht damit spielen sollten. «Daraufhin kam die Mutter zu mir, warf mir 20 Franken vor die Füsse und sagte ihren Kindern, sie dürften weiterspielen.»

Am Ende des Blogeintrags stellt Gloor klar, dass sie niemanden an den Pranger stellen wolle. «Doch das sind nur einige der Geschichten, die unsere Mitarbeiter auf Lager haben.» Diese erwarteten lediglich einen gewissen Respekt von den Kunden. «Wir finanzieren uns durch den Verkauf von unseren Produkten und Dienstleistungen, dafür verlangen wir zum Beispiel für die Kürbisausstellung keinen Eintritt, erlauben aber auch das Picknicken nicht.» Schlussendlich sei dem Unternehmen jeder einzelne Apfel auf dem Hof wichtig – auch aus Nachhaltigkeitsgründen.

Geschockte Reaktionen

Von gewissen Begebenheiten berichten die Mitarbeiter auch mit einem Schmunzeln: «Ich habe an einem Kürbissonntag einen Herrn zweimal darauf hingewiesen, dass er seinen Hund an die Leine nehmen soll», schildert Andreas Good. Keine zwei Stunden später sei der Mann doch tatsächlich zu ihm gekommen und habe ihn gefragt, ob er seinen Hund gesehen habe.

Hoffnung für die Zukunft geben die Reaktionen auf den Facebook-Seiten von Juckerfarm und Bächlihof. Die fallen eindeutig aus – die Besucher sind schockiert vom Erzählten und fordern mehr Anstand und Respekt dem Hof und den Mitarbeitern gegenüber. Für diese sind sie voll des Lobes:

Unverständnis und Lob in den Facebook-Kommentaren
Die Erfahrungsberichte der Bächlihof-Mitarbeiter zeugen von mangelndem Respekt und Unehrlichkeit der Besucher. In den sozialen Medien stösst das auf Unverständnis: «Das isch doch zum Chotzä so öppis», schreibt eine Kommentatorin. Dabei könnten wir doch froh sein, dass es solche Orte noch gibt, wo man den Kindern zeigen kann, wie Gemüse und Obst wachsen. Auch andere finden das Verhalten «traurig» oder «tragisch» und sind klar der Meinung, dass so etwas gar nicht geht. Gleichzeitig werden die Mitarbeiter des Bächlihofs wie auch der anderen Erlebnisbauernhöfe durchs Band gelobt: Das tolle Angebot, die Freundlichkeit des Personals und die vielfältigen Angebote auf den Höfen kommen bei den Kommentatoren gut an. Und auch dafür, dass die Mitarbeiter sich mit dem Blogbeitrag zur Wehr setzen, gibts lobende Worte. Für diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten, werden teils drastische Strafen gefordert. Bleibt zu hoffen, dass es auch anders geht.

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Diesen Halloween müsste man verbieten da ja nur Schaden angerichtet wird an diesem Abend.Zudem ist das gar kein Schweizer Brauchtum.Nicht alles was aus England oder Amerika kommt ist gut.Trump lässt grüssen!

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