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Ein sonniger Tag jagt den nächsten

Das schöne Wetter des Sommers zieht sich auch in den Herbst hinein. Im Kanton Graubünden waren die Temperaturen im vergangenen Monat im Schnitt erneut zu warm, weshalb es noch immer sehr trocken ist.

Südostschweiz
Dienstag, 09. Oktober 2018, 04:30 Uhr Feuerverbot bleibt bestehen
Die Sonne bleibt uns auch zum Herbstanfang erhalten und bringt warme Temperaturen.
OLIVIA ITEM

von Seraina Zinsli

Der Sommer 2018 hat uns mit schönem Wetter verwöhnt und auch der September hat uns nicht enttäuscht. Ganze 30 bis 50 Stunden mehr Sonnenstrahlen als üblich konnten wir im vergangenen Monat geniessen. Man ahnt es schon: Der September war aussergewöhnlich.

Temperaturen «nur» rekordverdächtig

Besonders wenn man die Temperaturen betrachtet war der September speziell. Laut Fabian Umbricht von Meteotest war es im Kanton Graubünden zwei bis sogar fast drei Grad zu warm! Spitzenreiter dabei war die Hauptstadt. In Chur wich die Durchschnittstemperatur ganze 2.8 Grad von der Norm ab. So war es im Schnitt 17.4 Grad warm.

«Ein Rekord ist dies aber nicht», sagt Umbricht. Zum Teil seien die Temperaturen aber in der Höhe rekordverdächtig. Besonders bei den ganz hohen Stationen sei der ein oder andere Höchstwert gemessen worden, so Umbricht weiter.

Ausbleiben von Regen ist problematisch

Wenn ein sonniger Tag den nächsten jagt ist die Kehrseite davon, dass der Regen ausbleibt. Das sei ein Problem, sagt Andrea Kaltenbrunner vom Amt für Wald und Naturgefahren. «Dass es im Moment sehr trocken ist, sieht man, wenn man entlang der Wege oder auch in die Gärten schaut.» Dies bestätigen auch die Meteorologen.

Die Trockenheit sei im September durchaus ausgeprägt. Umbricht betont: «In den Südtälern ist das besonders extrem. Dort gab es gerade mal einen Viertel der gewöhnlichen Niederschlagsmenge.» In Nord- und Mittelbünden sei die Trockenheit nicht mehr ganz so ausgeprägt, aber mit 50 bis 60 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge an vielen Orten immer noch deutlich trockener als normal.

Sommertrockenheit zieht sich bis in den Herbst

Dadurch, dass die Trockenheit noch immer aktuell ist, bleibt auch die Waldbrandgefahr bestehen. «Es ist in diesem Jahr tatsächlich ein wenig extrem. Aussergewöhnlich ist, dass der Oktober noch immer von der Trockenheit des Sommers tangiert wird», sagt Andrea Kaltenbrunner. Hätte es zwischendurch einmal geregnet, gäbe es diese Situation nicht. Normalerweise gäbe es im Sommer in jedem Monat Regen. Dann sei auch die Gefahr im Oktober oder auch November nicht mehr da. Solange das Wetter aber noch so schön und trocken bleibe, könne man nicht entwarnen.

Dazu kommt, dass die kurzen Regenschauer, die es in der letzten Zeit gab, in den Wäldern nicht ausreichen. Gemäss Kaltenbrunner gelange ein Niederschlag von fünf bis zehn Millimeter nicht durch die Baumkronen. Deshalb sei es in den Wäldern am Boden noch trockener als ausserhalb der Wälder.

Feuerverbot bleibt in Kraft

Das bedeutet, dass das Feuerverbot in Wald und Waldesnähe in Kraft bleibt. Laut Kaltenbrunner müsse es zwei bis drei Tage immer wieder oder anhaltend regnen, damit die Böden ausreichend mit Wasser versorgt werden.

Danach sieht die Prognose aber derzeit nicht aus. «Es bleibt eher trocken und warm», so Umbricht von Meteotest. Es sei zwar so, dass die Wetterlage im Süden im Moment ein wenig Feuchtigkeit bringe. Allerdings nicht genug, dass sich die Situation entschärft. In Nord- und Mittelbünden werde es dagegen föhnig. Dadurch bleibe es weiterhin trocken und deutlich zu warm, so Umbricht. Die Höchstwerte im Rheintal seien auch diese Woche mit bis zu 25 Grad zu erwarten.

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