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Wenig Gewinn in der Pilzlotterie

Unter dem Mangel an Regen leiden auch die Pilze. Ein herausragendes Pilzjahr wird es wohl nicht mehr geben. Nicht alle Kantonsteile sind von der Trockenheit aber gleich betroffen.

Petra
Luck
Samstag, 11. August 2018, 04:30 Uhr Trockenheit
Rar: So viele Pilze wie in anderen Jahren werden heuer nicht erwartet.
FERDI NIEDERBERGER

Sehr unterschiedlich tönt es bei den Bündner Pilzexperten zum heutigen Ende der August-Pilzschonzeit. Von «Es hat wenig bis gar nichts» aus der Surselva über die simple Aussage «Zu trocken» aus dem Raum Landquart/Davos bis zu «Es kann noch ganz gut werden» aus dem Engadin.

Lia Heini-Piacentini von der Pilzberatung Surselva erzählt von einem ausgetrockneten Boden in ihrer Region. «Ich vermute, es wird ein sehr schlechtes Jahr geben», so die Pilzexpertin. Da und dort könnten einige Pilze wachsen, es werde aber niemals die grosse Vielfalt wie in anderen Jahren geben. «Das ist aber einfach die Natur, da kann man nichts machen»», sagt sie. Heini-Piacentini hofft nun einfach auf Regen, damit in der Surselva vielleicht doch noch ein paar Pilze wachsen können.

Bisher ebenfalls «windstill» war es laut Pilzkontrolleur Men Bisaz im Engadin. Auch dort seien wegen der anhaltenden Trockenheit nur wenige Pilze gewachsen. «Aber», so der Experte, «seit Anfang Woche sieht es wieder besser aus.» Es könne sogar noch ein ganz gutes Pilzjahr werden. Auch bezüglich Vielfalt der Pilzarten gibt sich Bisaz zuversichtlich. Die Temperatur des Waldbodens sei momentan sehr gut, es fehle einfach noch die Feuchtigkeit. Im Engadin hat es Anfang Woche etwas geregnet, was Bisaz sehr zuversichtlich stimmt. «Wenn wir jetzt nicht nochmals ein bis zwei Wochen ohne Regen erleben, kann es ein guter Pilzherbst werden.»

«Im Engadin ist die Pilzsaison immer etwas später», erzählt der Fachmann. In anderen Jahren seien im Juli bisweilen im Unterengadin die Eierschwämmli gut gewachsen, ansonsten sei das Engadin erst im August, im September und manchmal auch noch im Oktober gut für Pilze. «Die Natur veranstaltet diesbezüglich aber jedes Jahr eine Lotterie», so Bisaz.

Mehr Arbeit im Engadin

Kein Glück im diesjährigen Pilzgewinnspiel ist auch der Region Landquart/Davos beschieden. «Ich sehe für dieses Jahr schwarz», meint Maria Roffler-Montanaro. Ihrer Meinung nach müsste es sehr viele Tage lang regnen, damit noch einige Pilze wachsen. Der Regen, der Anfang Woche gefallen sei, sei höchstens «ein Tropfen im Meer», so die Pilzexpertin.

Wenig Pilze bedeutet auch wenig Arbeit für die drei Pilzkontrolleure. Und so wie es aussieht, wird die Arbeitsbelastung in diesen Tagen wohl nur im Engadin leicht zunehmen.

Zwei Kilo pro Person und Tag

Pilze sammeln ist in Graubünden jeweils vom ersten bis und mit dem zehnten Tag des Monats verboten. Ab heute Samstag ist das Sammeln also wieder erlaubt. Pro Person und Tag dürfen nicht mehr als zwei Kilo Pilze gesammelt werden. Verboten ist auch das mutwillige Zerstören von Pilzen, das Verwenden von Geräten aller Art sowie das Sammeln in Gruppen von mehr als drei Personen – ausgenommen von diesem Verbot sind Familien.

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