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Die positive Seite des Klimawandels

Mit dem Klimawandel gehen viele negative Folgen einher. Doch für die Archäologen bietet sich dadurch auch eine grosse Chance. Eine Chance, die auch der Archäologische Dienst Graubünden nutzen will. Er hat deshalb einen Aufruf gestartet.

Südostschweiz
Samstag, 28. Juli 2018, 04:30 Uhr Aufruf gestartet
Rätisches Museum Gletscher Archäologie
Eines der Austellungsobjekte der Sonderausstellung kaltes Eis. Im Bild zu sehen ist die Gletscherleiche «Porchabella» aus dem 17. Jahrhundert.
YANIK BÜRKLI

Durch den Klimawandel ziehen sich vielerorts die Gletscher immer weiter zurück. Dadurch tauchen immer wieder gut erhaltene archäologische Schätze auf. So auch in Graubünden. Diese Schätze werden teilweise auch von aufmerksamen Wanderern und Bergsteigern entdeckt. Deshalb ruft der Archäologische Dienst dazu auf, die gefundenen Gegenstände zu fotografieren, die Fundstelle zu markieren und den Fund dem Dienst zu melden.

⚠️ GLETSCHERARCHÄOLOGIE IN GRAUBÜNDEN ⚠️ Nirgends ist der Klimawandel so drastisch sichtbar wie im Gebirge. Die...

Gepostet von Kanton Graubünden am Mittwoch, 25. Juli 2018

Dass im schmelzenden Gletschereis so einiges verborgen ist, beweist auch ein Monitoringprojekt, dass von Oktober 2013 bis August 2016 lief und den Abschluss in einer Sonderausstellung im Rätischen Museum in Chur im Sommer 2016 fand. Wie die nachfolgende Karte zeigt, kam unter anderem durch das Projekt im Kanton Graubünden so einiges an kulturgeschichtlichen Schätzen zum Vorschein.

Zum Vergrössern ganz rechts auf die Pfeile klicken. QUELLE: RÄTISCHES MUSEUM

Gemäss dem Kantonsarchäologen Thomas Reitmaier sind die Fundstücke zum Teil erstaunlich gut erhalten. So habe man beispielsweise vor knapp zwei Jahren im Südtirol einen Schneeschuh gefunden, der älter als Ötzi ist und aus der Jungsteinzeit stammt (etwa 3800 vor Christus). Der Schneeschuh habe aber ausgesehen als wäre er erst 40 oder 50 Jahre alt. (kup)

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